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Eslohe: Der lokale Online-Shop als Chance für den Handel

Thomas Keite (links) hier mit seinem Einzelhandels-Kollegen Reinhold Hesse vom Tintenfass in Eslohe zu Beginn der Corona-Krise.

Thomas Keite (links) hier mit seinem Einzelhandels-Kollegen Reinhold Hesse vom Tintenfass in Eslohe zu Beginn der Corona-Krise.

Foto: Frank Selter

Eslohe.  Das Schuhhaus Keite aus Eslohe hat seinen Online-Shop wieder offline genommen. Das muss aber nicht so bleiben.

Mitten in der Hochsaison durften die Kunden wegen der Corona-Pandemie nicht mehr in sein Geschäft. Für Thomas Keite, Inhaber des Schuhhauses Keite in Eslohe, kam der Höhepunkt der Corona-Krise und der damit verbundene Lockdown zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt. „Aber“, so sagt er heute, „wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“.

Einkäufe auf später verschoben

Das liege zum einen daran, dass die Kunden vor Ort wüssten, was sie an den inhabergeführten Geschäften haben. „Viele haben uns auch in dieser schweren Zeit die Treue gehalten“, freut sich Thomas Keite. Besuche und Einkäufe in seinem Laden seien auf später verschoben worden, einiges wurde telefonisch geregelt und auch der kurzfristig eingerichtete Online-Shop habe dazu beigetragen, dass das Geschäft trotz Corona-Einschränkungen weiterlaufen konnte.

Inzwischen hat Keite den Online-Shop von der Internetseite seines Schuhhauses zwar wieder heruntergenommen. „Aber es war für uns auf jeden Fall eine äußerst wertvolle Erfahrung“, sagt er und lobt in diesem Zusammenhang die hervorragende Unterstützung, die er dabei vom Grafschafter Unternehmen „Emma&Sohn“ bekommen hatte. Innerhalb kürzester Zeit sei übers Wochenende der eigene Shop auf der Internetseite gewesen. „Das war eine tolle Sache und denkbar einfach“, sagt Keite.

Eine echte Chance

Er könne nur jedem Geschäftsmann empfehlen, zu prüfen, ob ein solcher Online-Shop nicht auch für ihn in Frage komme, um Kunden ans Geschäft zu binden. „Gerade bei Branchen, in denen nicht die individuelle Beratung im Vordergrund stehe, könne das eine echte Chance sein. Weil gerade die Beratung in seinem Schuhhaus eine große Rolle spiele, habe er sich entschieden, den Shop wieder von der Internetseite zu nehmen. Vorerst! Denn er wolle nicht ausschließen, dass er sich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal anders entscheide.

„Es kommt immer auf das Einkaufsverhalten der Kunden an“, sagt Keite. Wenn er sich überlege, was sich in den vergangenen fünf bis zehn Jahren alles verändert habe, sei es für einen Unternehmer immer wichtig, auf die Entwicklungen zu reagieren.

Er selbst habe die Erfahrung gemacht, dass die Menschen wieder verstärkt „ein Einkaufserlebnis“ wollen. Dinge anfassen. Sachen anprobieren. „Sich im Laden eine Jacke anziehen, sich vor den Spiegel zu stellen und voller Begeisterung zu sagen ‘Die will ich haben’“. Das sei doch was ganz anderes als ein paar Klicks im Internet. Und dennoch seien eben auch die Online-Shops der lokalen Händler vor Ort eine gute Alternative zu den großen Online-Versandhäusern.

Nicht in Lethargie verfallen

„Wichtig ist, dass die Leute sehen, dass etwas passiert“, hatte Thomas Keite zu Beginn der Corona-Krise gesagt. Es komme darauf an, dass der Einzelhandel jetzt aktiv und kreativ sei - wegen der Krise in Lethargie zu verfallen, sei gefährlich. Und daran hat sich nichts geändert - ganz unabhängig von Corona.

  • Als „Hersteller und Inverkehrbringer von medizinischen Produkten“ ist das Schuhhaus Keite Teil der medizinischen Versorgungskette. Deswegen durfte Thomas Keite in der Corona-Krise seine Ladentür bereits wieder öffnen, als andere Geschäfte noch geschlossen bleiben mussten.
  • Allerdings durfte er zum damaligen Zeitpunkt nur Schuhe im Rahmen der Hilfsmittelversorgung verkaufen. Normale Wander- oder Trekkingschuhe zum Beispiel mussten in den Regalen bleiben, sofern sie nicht online bestellt wurden.
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