Notfalldose

Esloher bekommen einen Lebensretter für den Kühlschrank

Mareike Tschirner, Björn Stark, Jörg Kinkel, Jennifer Engelhard und Christof Hoffmann (v.l.) präsentieren die Notfalldose und das dazugehörige Plakat. Die Dose enthält Informationen, die beim Einsatz wertvolle Zeit sparen können.  

Mareike Tschirner, Björn Stark, Jörg Kinkel, Jennifer Engelhard und Christof Hoffmann (v.l.) präsentieren die Notfalldose und das dazugehörige Plakat. Die Dose enthält Informationen, die beim Einsatz wertvolle Zeit sparen können.  

Foto: Frank Selter

Eslohe.   Eine kleine Dose kann leben retten. Sie kommt in den Kühlschrank und kostet gerade einmal zwei Euro. In Eslohe wird sie jetzt eingeführt.

Im Notfall zählt oft jede Sekunde. Niemand weiß das besser als die Männer und Frauen vom Rettungsdienst. Oft müssen sie sich beim Einsatz allerdings entscheidende Informationen aufwändig erfragen. Das kostet wertvolle Zeit. In Eslohe ist damit jetzt Schluss: Auf Initiative des „Caritas Beratungs- und Informationscentrums“ (CariBIC) wird in der Gemeinde die Notfalldose eingeführt.

Zwar haben immer mehr Menschen inzwischen einen Notfall- und Impfpass, einen Medikamentenplan und eine Patientenverfügung. Für die Retter ist es aber in vielen Fällen unmöglich herauszufinden, wo diese Daten in der Wohnung aufbewahrt werden. Und genau hier kommt die Notfalldose zum Einsatz. Sie steht in der Kühlschranktür und enthält alle entscheidenden Informationen auf einen Blick.

Aufkleber an der Wohnungstür

Und warum ausgerechnet im Kühlschrank? „Weil den jeder hat und weil er bei jedem Menschen in der Küche steht“, sagt Jennifer Engelhard vom CariBIC. „An diesem festen Ort kann die Dose vom Rettungsdienst schnell gefunden werden“, ergänzt sie. Dass es eine solche Dose im Haushalt gibt, erfahren die Retter durch zwei Aufkleber, die neben oder an der Wohnungstür sowie am Kühlschrank angebracht werden.

„Die in der Notfalldose enthaltenen Angaben können am Ende sogar lebensrettend sein“, betont Rettungsassistent Björn Stark. Denn wenn er oder seine Kollegen gerufen werden, zählt nicht nur jede Minute, sondern auch jede Information rund um den Betroffenen.

„Für Patienten und deren Angehörige sind Notfälle Ausnahmesituationen, in denen sie oft wichtige Informationen nicht mehr parat haben“, betont Mareike Tschirner, ebenfalls Rettungsassistentin. „In einer solchen Stress-Situation wird oft ein wichtiges Detail vergessen - ganz abgesehen von Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit“, ergänzt Christof Hoffmann, der als Notfallsanitäter auf der Mescheder Rettungswache arbeitet.

Nicht nur für Senioren

Auf dem Notfall-Infoblatt in der Dose stehen unter anderem Informationen zu möglichen Vorerkrankungen, zu Medikamenten, Unverträglichkeiten und Allergien, Kontakte zum Hausarzt und zum ambulanten Pflegedienst sowie Hinweise auf eine Patientenverfügung oder einen Organspendeausweis. Und vor allem: Wer soll im Notfall noch kontaktiert werden.

In diesem Zusammenhang hat auch Rettungsassistent Jörg Kinkel noch einen entscheidenden Hinweis: „Wer aus dem Krankenhaus entlassen wird, sollte sich den mitgegebenen Arztbrief vom Hausarzt kopieren lassen und daheim deponieren“. Auch davon profitiere im Notfall der Rettungsdienst und damit letztlich der Patient.

An einem Infostand vor dem Fachmarktzentrum wird das „Caritas Beratungs- und Informationscentrum“ zusammen mit Mitarbeitern des Rettungsdienstes die Notfalldose am morgigen Donnerstag vorstellen und auch zum Kauf anbieten. Gerade einmal zwei Euro kostet eine solche Dose. „Das ist gut investiertes Geld“, sagt Jennifer Engelhard, „nicht nur für ältere, sondern durchaus auch für junge Menschen.“ Der Rettungsdienst stimmt dem uneingeschränkt zu.

Infostand vor dem Fachmarktzentrum

Der Infostand vor dem Fachmarktzentrum wird am morgigen Donnerstag von 9 bis 16 Uhr besetzt sein.

Wer sich für eine Notfalldose interessiert, am Donnerstag aber keine Zeit hat, kann sich unter 02973/2507 gern auch telefonisch an Jennifer Engelhard vom CariBIC wenden.

Jennifer Engelhard ist ebenfalls gern bereit, das Angebot zum Beispiel bei Veranstaltungen der Frauengemeinschaft oder bei Seniorennachmittagen vorzustellen.

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