Wohnungsmarkt

Familie sucht seit zwei Jahren Wohnung in Meschede

Die Wohnungssuche in Meschede ist aktuell sehr beschwerlich.

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Die Wohnungssuche in Meschede ist aktuell sehr beschwerlich.

Meschede.   Seit zwei Jahren sucht eine Familie eine Wohnung in Meschede. Die Mutter hat eine Theorie für die vielen Absagen.

Der Wohnungsmarkt in Meschede ist eng. Ein Beispiel: Seit gut zwei Jahren sucht die 32-jährige Sonia Franke eine Wohnung für sich, ihren Mann und ihre drei Kinder – bisher ohne Erfolg. Das Problem: Ende des Jahres muss die Familie aus ihrer jetzigen Wohnung ausziehen.

„Wir hatten schon mehr als hundert Besichtigungstermine“, sagt Franke. Aber immer werde am Ende abgesagt. „Oft klingt alles erst positiv und wenn ich dann sage, dass ich ein Baby habe, wird oft abgesagt. Aber natürlich sagt niemand, dass es wegen des Babys ist“, so die Meschederin. Die freie Wohnung sei dann plötzlich ganz schnell weg.

Ansprüche heruntergeschraubt

Sonia Franke sucht für ihre Familie eine Wohnung im Mescheder Norden, weil dort die älteren Kinder zur Schule gehen. Ansonsten habe die Familie nach der langen Suche die Ansprüche schon her­untergeschraubt. „Eigentlich hätten wir gerne 90 bis 100 Quadratmeter und drei Kinderzimmer. Wir würden aber mittlerweile auch 80 Quadratmeter und zwei Zimmer nehmen“, so die Meschederin. Kosten solle die neue Bleibe nicht mehr als 900 Euro warm.

Wohnungen bis 60 Quadratmeter besonders rar

Sonia Franke verzweifelt langsam. Sie sagt, dass es anderen Bekannten ähnlich gehe: „In Meschede ist es momentan einfach schwer, eine passende Wohnung zu finden.“

Josef Lumme von der Mescheder Siedler- und Baugenossenschaft (SBG) bestätigt: „Der Markt ist im Moment sehr eng.“ Am schwierigsten seien allerdings kleine Wohnungen bis 60 Quadratmetern zu bekommen. „Da ist im Moment absolut nichts zu haben. In der Kernstadt sowieso nicht.“

Seit Wochen hohe Nachfrage

Die Nachfrage sei schon seit Wochen sehr hoch. Generell gibt es in Meschede momentan aber kaum freie Wohnung bei der SBG. „Wenn jemand stirbt werden die Wohnungen oft vererbt“, erklärt Josef Lumme. 16 von 1000 Wohnungen der SBG seien momentan frei. Davon fünf, die ungefähr der Größe entsprechen, die Sonia Franke für ihre Familie sucht. „Wir haben eine Wohnung mit 81 Quadratmetern und eine mit 78 Quadratmetern im Mescheder Norden“, so Lumme. Sonia Franke hofft, dass sie bei dieser Wohnung vielleicht mehr Glück hat. „Uns schrecken kleine Kinder nicht ab“, sagt Josef Lumme von der SBG.

Aber: Es müsse immer mit den anderen Bewohnern im Haus und der Situation passen: „Eine Dachgeschosswohnung unter der ein älteres Ehepaar wohnt, würde ich wahrscheinlich eher nicht an eine Familie mit drei Kindern vermieten. Einfach, weil es nicht passen würde.“ Zudem hätten die anderen Mieter im Haus ein Vorschlagsrecht, das heißt sie können zunächst einen gewünschten Mieter für eine im Haus frei gewordene Wohnung vorschlagen.

Ältere Ehepaare bevorzugt

Sonia Franke sagt, dass sie bereits mehrere Wohnungsanzeigen gesehen habe, bei denen von vornherein lieber ältere Ehepaare oder Singles gesucht würden. Die Wohnungssuche sei für sie daher oft frustrierend. „Ich hatte schon mehrfach drei Besichtigungen an einem Tag und nichts ist dabei rumgekommen“, so die Meschederin. Ein Zustand, den man sonst hauptsächlich aus Großstädten wie München oder Köln kennt.

Hund wird abgegeben

Eigentlich gehört zur Familie Franke auch noch ein großer Hund. Schweren Herzens habe Franke aber schon entschieden, das Tier zu einer Freundin zu geben. „Sonst finden wir nie eine Wohnung. Mit Hund ist es noch schwerer, ich erwähne ihn jetzt schon gar nicht mehr“, sagt sie. Der Hund soll direkt wenn die neue Wohnung gefunden ist zu der Freundin umziehen. „Dann können die Kinder ihn zumindest noch besuchen und wir wissen, dass er in guten Händen ist“, sagt die Meschederin und seufzt.

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