Feuerwehr

Polizei kann Brandstiftung in Meschede nicht ausschließen

Mit der Drehleiter dringen Feuerwehrleute bei der Suche nach Hausbewohnern ins Obergeschoss vor.

Mit der Drehleiter dringen Feuerwehrleute bei der Suche nach Hausbewohnern ins Obergeschoss vor.

Foto: WP / Jürgen Kortmann

Meschede.   Nach dem Großbrand in Meschede ermittelt die Polizei in alle Richtungen - auch eine vorsätzliche Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen.

  • Menschenrettung steht bei Bekämpfung von Großbrand in Mehrfamilienhaus zunächst im Mittelpunkt
  • Dichter Qualm in Treppenhaus und Wohnungen durch verbrennende Kunststoffe
  • Einsatz dauert zweieinhalb Stunden, keine Verletzten

Nach einem Brand in einem Mehrfamilienhaus an der Pulverturmstraße in der Nacht zum Dienstag ermittelt die Polizei in alle Richtungen. Sie kann weder eine fahrlässige, noch eine vorsätzliche Brandstiftung ausschließen. Ein Gutachter wird im Auftrag der Staatsanwaltschaft den Brandort untersuchen.

Enormer Qualm erwartete die Rettungskräfte, als sie um 2.30 Uhr vor dem Haus neben der Gaststätte „Zum Pulverturm“ eintrafen. Die Bewohner des Hauses waren schon alle draußen – das stellte sich aber erst später heraus. Der Mieter der Untergeschosswohnung, in der das Feuer ausgebrochen war, hatte noch alle Mitbewohner im Haus alarmiert.

Menschenrettung im Vordergrund

Holger Peek, Chef des Löschzuges Meschede, setzte sofort zahlreiche Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten ein: Denn die Menschenrettung stand zunächst im Vordergrund – es musste sichergestellt werden, dass tatsächlich niemand mehr in einer Wohnung oder im Treppenhaus war. 23 Menschen sollten laut Einwohnermeldeamt in dem Gebäude leben: Diese Zahl war aber für die Feuerwehr nicht zu kontrollieren: „Es konnte niemand mit Bestimmtheit sagen, dass alle raus waren.“

Jede Wohnung überprüft

Es stellte sich zum Beispiel her­aus, dass eine Wohnung im Dachgeschoss leer steht, ohne dass sich der Mieter abgemeldet hatte – „das wussten wir nicht“, so Peek. Unklar war auch, ob sich Hausbewohner im Urlaub aufhielten.

Die Feuerwehr musste deshalb zunächst jede Wohnung überprüfen: Teils mussten dafür Türen aufgebrochen werden, in eine Dachgeschoss-Wohnung drangen die Einsatzkräfte über die Drehleiter durch ein aufgebrochenes Fenster ein. Die gute Nachricht der Nacht: Es war niemand mehr im Haus, es gab keine Verletzten. DRK und Rettungsdienst kümmerten sich um die Bewohner.

Kunststoffe verbrennen, enormer Qualm

Zweieinhalb Stunden dauerte der Einsatz für die Feuerwehr. Der direkte Brandschaden beschränkte sich am Ende auf die Wohnung im Untergeschoss.

Ein Raum brannte vollkommen aus. Die große Rauchentwicklung führt Einsatzleiter Peek auf verbrennende Kunststoffe zurück – „alle Möbel und Elektrogeräte sind inzwischen damit überzogen.“ Für Peek ist das Gebäude durch den vielen Ruß unbewohnbar: Die Wohnungen müssten erst professionell gereinigt werden.

Bewohner im Hotel untergebracht

Auch die Polizei führte ihre Ermittlungen gestern weiter, so dass die Bewohner noch nicht zurückkehren konnten. Elf von ihnen waren noch in der Nacht von der Stadt Meschede im Hennedamm-Hotel untergebracht worden; die Kosten übernimmt die Versicherung des Hauseigentümers. Die anderen waren bei Freunden und Verwandten untergekommen.

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