Wasser

Fische im Hennesee erhalten vorsorglich Sauerstoff

Den Fischen im Hennesee soll geholfen werden: Mit einer künstlichen Sauerstoffzufuhr wird einem Fischsterben vorgebeugt.

Den Fischen im Hennesee soll geholfen werden: Mit einer künstlichen Sauerstoffzufuhr wird einem Fischsterben vorgebeugt.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Meschede.  Viele Fischarten mögen das kalte Wasser in der Tiefe in des Hennesees bei Meschede. Wegen eines natürlichen Phänomens wird ihnen jetzt geholfen.

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Der Hennesee bekommt vorsorglich Sauerstoff. Der Ruhrverband will damit einem eventuellen Fischsterben vorbeugen.

Die so genannte „Tiefenwasserbelüftung“ beginnt in dieser Woche. Über perforierte Leitungen wird dann reiner Sauerstoff in die tiefste und kälteste Wasserschicht, das so genannte Hypolimnion, eingeperlt. Diese Vorsichtsmaßnahme dient dazu, die fischverfügbaren Sauerstoffgehalte in einer Tiefe von unter 20 Metern zu erhöhen und so einem eventuellen Fischsterben vorzubeugen. Pro Stunde werden rund 40 bis 50 Kilogramm Sauerstoff in das Talsperrenwasser eingebracht.

Notwendig ist die Tiefenbelüftung der Hennetalsperre aufgrund eines natürlichen Phänomens, bei dem sich das Wasser der Talsperre zwischen Frühjahr und Herbst in unterschiedliche Temperaturschichten aufteilt. Das mit etwa 4 Grad kälteste und schwerste Wasser verbleibt am Seegrund, an der Oberfläche nimmt die Temperatur im Sommer entsprechend der Lufttemperatur zu. Dazwischen liegt die sogenannte Sprungschicht: Dieses relativ stabile System wird erst durch sinkende Temperaturen und erhöhte Zuflüsse ab den Herbstmonaten wieder aufgelöst.

Ein Riegel in der Sprungschicht

Bei bestimmten klimatischen Randbedingungen kann der Sauerstoffgehalt durch sauerstoffzehrende Abbauprozesse des abgestorbenen Phyto- und Zooplanktons so stark abnehmen, dass sich in dieser Sprungschicht zwischen dem kalten Tiefen- und dem warmen Oberflächenwasser ein nahezu sauerstofffreier „Riegel“ bildet. Da kälteliebende Fischarten lieber im kalten Tiefenwasser der Talsperrebleiben, als durch diese Barriere in Richtung Wasseroberfläche zu schwimmen, besteht die Gefahr eines Fischsterbens, falls der Sauerstoffgehalt auch in der tiefsten Wasserschicht zu stark abnimmt.

Da die engmaschige Überwachung der Hennetalsperre in den vergangenen Tagen eindeutige Hinweise darauf gegeben hat, dass das beschriebene Phänomen in diesem Jahr auftreten könnte, werden nun vorsorglich in den kommenden Wochen bis zu 50 Tonnen Sauerstoff in die Talsperre eingeblasen.

Dass das Tiefenwasser von Talsperren belüftet werden muss, ist nicht außergewöhnlich. Beispielsweise hat der Ruhrverband im vergangenen Jahr Sauerstoff in die Möhnetalsperre eingebracht und damit einem Fischsterben vorgebeugt. Die Belüftung kann wieder eingestellt werden, wenn sich die Temperaturschichtung durch die oben beschriebenen Rahmenbedingungen (sinkende Außentemperaturen, erhöhte Zuflüsse, Stürme) auflöst.

Die geringen Sauerstoffgehalte stehen übrigens nicht in Zusammenhang mit der Wasserqualität – die ist nämlich in der Hennetalsperre wie in allen anderen Seen des Ruhrverbands ausgezeichnet.

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