Menschen in Schmallenberg

Fleckenberger Kosmetikerin spricht über den Corona-Lockdown

Anna Dünnebacke steht dem zweiten Lockdown mit gemischten Gefühlen gegenüber und hofft, dass dieser der Letzte sein wird.

Anna Dünnebacke steht dem zweiten Lockdown mit gemischten Gefühlen gegenüber und hofft, dass dieser der Letzte sein wird.

Foto: Isabelle Silberg

Fleckenberg.  Anna Dünnebacke betreibt mit 28 Jahren ein eigenes Kosmetikstudio in Fleckenberg. Über Corona-Sorgen in der Branche und abgesprungene Kunden.

Kosmetikstudios sind vorerst bis zum 30. November geschlossen. Auch Anna Dünnebacke ist von dieser Regelung betroffen, sie führt mit 28 Jahren bereits ein eigenes Kosmetikstudio und war froh, als der erste Lockdown endlich vorüber war, doch dann kam der Nächste.


Sind Sie gebürtige Schmallenbergerin?
Anna Dünnebacke: Ja, ich komme aus Rellmecke aus dem schönen Sorpetal und wohne mittlerweile mit meinem Verlobten und unserem Sohn in Fleckenberg.


Was gefällt Ihnen an Schmallenberg?
Schmallenberg ist einfach idyllisch. Vor allem während des Lockdowns habe ich unsere Gegend hier sehr zu schätzen gelernt, da wir hier mitten in der Natur leben und uns noch viel draußen aufhalten konnten, ohne Kontakt zu Anderen haben zu müssen.


Was machen Sie beruflich?
Ich bin seit elf Jahren gelernte Kosmetikerin und habe mich in den letzten Jahren im Bereich „Wimpernverlängerung und Augenbrauen- und Wimpernstyling“ weitergebildet. Seit zwei Jahren führe ich selbstständig mein kleines Studio mitten in Fleckenberg.


Was halten Sie von den aktuellen Vorsichtsmaßnahmen zur Eindämmung des Virus?
Einerseits finde ich die Maßnahmen wichtig, da wir alle dazu beitragen müssen, Covid einzudämmen, andererseits stoße ich bei manchen Regelungen auf Unverständnis. Zum Beispiel dürfen wir Kosmetiker nicht arbeiten, aber Friseuren sind „gesichtsnahe Dienstleistungen“ als Zusatz erlaubt. Trotzdem bin ich vom finanziellen Aspekt her froh, dass wir schließen mussten, denn nur so steht einem die staatliche Hilfe zu. Friseure dürfen offiziell arbeiten, aber haben aktuell Probleme ihre Läden zu füllen, da fällt die Unterstützung weg.

Der Mund-Nase-Schutz war bereits vor Covid ein Hygienestandard bei meinen Behandlungen.


Wie reagiert die Kundschaft auf die vorübergehende Schließung?
Zum Großteil bringen mir meine Kunden Verständnis und tröstende Worte entgegen, manche lassen aber auch ihren Frust raus. Das Problem ist, dass ich bei der Wiedereröffnung nicht alle Kunden unter einen Hut bekomme, weshalb mir nach dem ersten Lockdown bereits ein paar Kunden abgesprungen sind.


Kennen Sie Kollegen in der Branche, die einen zweiten Lockdown nicht überstehen?
Im persönlichen Umfeld kenne ich glücklicherweise niemanden. Allerdings bin ich in einer Facebook-Gruppe mit mittlerweile 5000 Mitgliedern aus der Kosmetik-Branche, dort lässt der ein oder andere durchblicken, dass er den aktuellen Lockdown aufgrund von Fixkosten und anderen laufenden Kosten nicht übersteht. Ein weiterer Lockdown würde auch für mich kritisch.


Was wünschen Sie sich für Schmallenberg?
In erster Linie wünsche ich mir, dass vor allem die kleinen Läden und Unternehmer in und um Schmallenberg diese Krise irgendwie überstehen und es bald wieder bessere Zeiten geben wird, in denen man sich keine Sorgen um seine Existenz machen muss.

Weitere Nachrichten aus Meschede, Schmallenberg und Umgebung in unserem Corona-Ticker.

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