Natur

Forstberater lobt Zustand des Mescheder Stadtwaldes

Für Buchen, wie auf dem vorliegenden Bild - empfiehlt der Sachverständige, die durchschnittlichen Produktionszeiträume zu reduzieren, sie also früher zu fällen.

Für Buchen, wie auf dem vorliegenden Bild - empfiehlt der Sachverständige, die durchschnittlichen Produktionszeiträume zu reduzieren, sie also früher zu fällen.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Meschede.   Wildverbiss und Totholz-Anteil: Der Forstberater ist zufrieden mit dem Zustand des Mescheder Waldes. Allerdings gab es auch Kritikpunkte.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Der Wald ist ein enorm vielseitiges Ökosystem - und vielfältig sind auch die Aufgaben des Waldes selber: Er ist Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten, Wasserspeicher und Sauerstoffproduzent, Naherholungsgebiet und auch ein Wirtschaftsfaktor. Thomas Oppermann von der Deutschen Forstberatung hat den Mescheder Stadtforst „unter die Lupe“ genommen - und er sieht die Stadt bei der Bewirtschaftung des 2424 Hektar großen Areals hervorragend aufgestellt.

Gutachten zum Zustand der Bäume

Das jedenfalls ist eine der Aussagen, die das neue Forstbetriebswerk für den Mescheder Stadtwald trifft. Thomas Oppermann stellte den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses dieses Planwerk in der jüngsten Sitzung vor. Das Fortbetriebswerk ist eine Art Gutachten, das detailliert Auskunft darüber gibt, welche Bäume in welchem Zustand sich im Stadtforst befinden. So dient dieses Kataster letztlich als Grundlage für eine sachgerechte Bewirtschaftung.

Nach Kyrill wieder annähernd normale Verhältnisse

Dabei erinnerte der Fachmann daran, dass unmittelbar nach der letzten Betriebsinventur der Orkan Kyrill zu einem gewaltigen Verlust an Holzvorrat geführt hat - allein über 30 Prozent bei der Fichte.

Mittlerweile herrschen im Stadtforst wieder „annähernd normale Verhältnisse“ - vor allem, weil konsequent auf nachhaltige Bewirtschaftung gesetzt wird. Besonders erfreulich seien dabei die „vorbildlich guten Strukturverhältnisse“ im Stadtwald, so Thomas Oppermann: Rund 60 Prozent aller Bestände bestehen aus Mischwald mit 36 statistisch ausgewerteten Baumarten, in denen auch die Altersstruktur des Bewuchses „stimmt“.

Lob vom Forstberater für Totholz-Anteil

Ausdrücklich lobte der Sachverständige, dass sich im Stadtforst rund 12 500 Kubikmeter Totholz befinden, davon fast ein Viertel ökologisch besonders wertvoll in stehender Form. Totholz ist ein wichtiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten.

Für die Stadt Meschede hatte er ein „dickes Lob“ im Gepäck: Im deutschlandweiten Kundenkreis seines Beratungsbüros setze eine derart konsequente und jahrzehntelang kontinuierliche Waldpflege auf bestem forstfachlichen und ökologisch-naturnahen Niveau Maßstäbe.

Schäden durch Wildverbiss

Auch die Schäden, die durch Wildverbiss oder „Schälen“ - also das Abschälen der Rinde durch Wild - entstehen, halten sich im Mescheder Stadtforst in Grenzen. Ursache dafür sei, dass der Wildbestand verantwortungsvoll geregelt werde, so der Fachmann. Allerdings: Bei weniger verbreiteten Nadelbaumarten steigen die Schäden an. Und auch die großen Kyrill-Kulturflächen kommen bald in ein Alter, in dem sie für Wild „interessant“ werden.

Deshalb mahnte Thomas Oppermann, die Wilddichte auch weiter genau im Blick zu behalten - ansonsten laufe rund 20 Prozent der Stadtwaldfläche Gefahr, entwertet zu werden. Auch hier ist man im Mescheder Stadtforst vorbereitet: Der Forstbetrieb führt erstmals an fest markierten Punkten ein spezielles Monitoring der Schälschäden durch. Nach einem Zeitraum von drei bis fünf Jahren kann die Entwicklung der Schälaktivitäten so objektiv und ohne großen Aufwand nachgewiesen werden.

Fichte und Buche schneller fällen

Gleichzeitig empfahl der Sachverständige, die durchschnittlichen Produktionszeiträume für die Hauptbaumarten Fichte und Buche zu reduzieren.

Konkret bedeutet das: Wenn Fichte und Buche schon in früherem Alter verwertet werden, sinkt die Gefahr, dass durch Sturmwurf Schäden entstehen können. Die Voraussetzungen dafür seien im Mescheder Stadtforst gut, unterstrich Thomas Oppermann: Da man hier seit Jahrzehnten zielgerichtet durchforste, werden bereits in vergleichsweise jungen Beständen Baumdurchmesser erzielt, die gut vermarktet werden können.

Folgen Sie der WP Meschede auf Facebook

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben