Justiz

Freundin ausgespannt: Faustschlag für den Nebenbuhler

Das Verfahren wegen Körperverletzung gegen einen 21-Jährigen wurde vom Jugendgericht Meschede eingestellt. Der junge Mann muss eine Geldauflage von 1200 Euro zahlen.

Das Verfahren wegen Körperverletzung gegen einen 21-Jährigen wurde vom Jugendgericht Meschede eingestellt. Der junge Mann muss eine Geldauflage von 1200 Euro zahlen.

Foto: Archiv

Meschede.   Ein 21-Jähriger muss sich vor dem Jugendgericht in Meschede verantworten: Er bricht dem Freund die Nase, weil der ihm die Freundin ausspannt.

Sein bisheriger Freund spannte ihm seine Freundin aus – da schlug ein 21-Jähriger aus Wennemen zu. Natürlich dürfe man das nicht machen, „aber ein bisschen menschlich nachvollziehbar ist das schon“, befand sein Anwalt das vor Gericht. Der 21-Jährige stand wegen Körperverletzung vor dem Jugendgericht in Meschede.

„Ich war sehr enttäuscht und wütend“, berichtete der junge Arbeiter. Morgens, im vergangenen Herbst, hatte er erfahren, dass seine Freundin am Vortag etwas mit seinem Freund hatte: „Ich bin aus allen Wolken gefallen.“ Es folgte eine Kurzschlussreaktion: „Bei mir stand in dem Moment der Verrat ganz oben. Ich habe mich verspottet gefühlt.“ Er fuhr nach Meschede zu dem Elternhaus seines bisherigen Kumpels, den er seit der Kindheit kannte, klingelte, ging in dessen Zimmer, wo der Kumpel auf dem Bett saß – und schlug mit der Faust zu.

Je 600 Euro für ehemaligen Freund und fürs Tierheim

Mit Folgen: Nasenbeinbruch bei dem gleichaltrigen Opfer, kaputte Nasenscheidewand mit Operation, mehrere Wochen krank geschrieben. Bis heute leide er unter Nasenschmerzen, sagte er vor Gericht. Der Täter entschuldigte sich bei ihm im Prozess. Er zeigte Reue: „Ich hätte auf gar keinen Fall dahinfahren sollen“ – oder eine Woche später, wenn sich die Wogen geglättet hätten, so sein Anwalt.

Vorstrafen hatte der 21-Jährige noch nicht, allerdings gibt es in seinen Akten schon zwei Einträge wegen einer anderen Körperverletzung und eines Böllers, den er in einen Briefkasten geworfen hatte. Diese Verfahren wurden von der Staatsanwaltschaft eingestellt. Wegen des neuen Vorwurfs musste er nun vor Gericht, als Warnschuss. Das Strafverfahren wurde vorläufig eingestellt: Als Geldauflage muss er 600 Euro an seinen ehemaligen Freund und 600 Euro ans Tierheim Meschede zahlen.

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