Unterlassung

Fußballvereine wehren sich gegen Bericht über Schlägerei

Vor dem Wettbüro und der angrenzenden Shisha-Bar auf dem Stiftsplatz entzündete sich der Streit.

Vor dem Wettbüro und der angrenzenden Shisha-Bar auf dem Stiftsplatz entzündete sich der Streit.

Foto: WP

Meschede.   Nach der Schlägerei am Sonntagabend in Meschede gehen die beiden Fußballvereine juristisch gegen Berichte vor. Auch gegen die Polizei-Pressestelle.

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Mit der Darstellung der Polizei über die Schlägerei am Sonntagabend in Meschede sind die beiden genannten Fußballvereine, FC Mezopotamya Meschede und FC Fatih Türkgücü nicht zufrieden. Sie fahren schwere Geschütze auf und fordern eine Unterlassungserklärung von der Polizei-Pressestelle und von der Westfalenpost „eine Richtigstellung“. Die Zeitung sei der „Inverkehrbringer dieser Nachricht.“

Den Ruf beider Vereine wiederherstellen

Altun Volkan vom FC Mezopotamya Meschede und Haydar Güven, Vorsitzender von FC Fatih Türkgücü, geht es darum, „den Ruf beider Vereine wiederherzustellen“. Sie kritisieren vor allem, dass man durch den Polizeibericht einen direkten Zusammenhang zwischen ihren Vereinen und den Schlägern habe herstellen können, da es nur einen türkischen und kurdischen Verein in der Stadt gebe. Außerdem werde suggeriert, dass ausschließlich Schläger aus den beiden genannten Vereinen beteiligt gewesen seien. „Dies entspricht absolut nicht der Wahrheit.“

Sie verlangen weiter, dass die Polizei mitteilt, auf welchen polizeilichen Ermittlungen die Aussage basiert, dass es sich um „Mitglieder beziehungsweise Unterstützer zweier Fußballmannschaften mit türkischen sowie kurdischen Wurzeln“ handelt und werfen der Polizei schlampige Recherche vor: „Ein Anruf bei den Vorstandsmitgliedern der Vereine hätte hier helfen können, richtige Ermittlungen anzustellen.“ Man sei gern bereit bei den Ermittlungen zu helfen.

Weit von sich weisen sie den Ermittlungsansatz, dass beide Mannschaften nicht nur zufällig, sondern verabredet in der Innenstadt aufeinandertrafen. Damit werde die Option beschrieben, dass beide Vereine „eine organisierte Kriminalität bewusst organisiert hätten (Hooligans).“ Holger Glaremin, Pressesprecher der Polizei, bestätigt zwar den Eingang des Schreibens, das unserer Redaktion in Kopie vorliegt. Ansonsten verweist er weiterhin auf die ursprüngliche Pressemeldung vom Montag.

Schon die ersten Anrufer, die die Polizei alarmierten, hätten von einer größeren Schlägerei zwischen den zwei genannten Fußballmannschaften auf dem Stiftsplatz berichtet, heißt es da. Wie sich die Schlägerei genau entwickelte, wer zuerst schlug, wer nur schlichten wollte und ob das vorangehende Spiel nicht doch der Auslöser gewesen sei, sei weiterhin Bestandteil der polizeilichen Ermittlungen, sagt Glaremin.

Es gab keinen Polizei-Einsatz auf dem Sportplatz

Allerdings hatte es keinen polizeilichen Einsatz auf dem Sportplatz gegeben. Woher also die Information stammt, dass es „bereits auf dem Sportplatz zu verbalen und gegenseitigen Aggressionen kam“, sagt er nicht. Er betont erneut, dass beide Parteien schon bei der Aufnahme der Prügelei durch die Beamten vor Ort zum Teil gegenteilige Angaben gemacht hätten.

Ob und wie die Polizei jetzt auf die geforderte Unterlassungserklärung reagieren wird, dazu wollte Glaremin noch nichts sagen. „Das wird behördenintern in der Rechtsabteilung geprüft.“ Ein Vorfall, der auch für die Pressestelle der Polizei eher unüblich ist. Holger Glaremin ist erst seit April im Amt, doch auch seine Kollegin Bianca Scheer bestätigte: „So eine Reaktion ist zumindest in den letzten drei Jahren noch nicht vorgekommen.“

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