Verkehr

Gefährlicher Schulweg: Schmallenberger Eltern sorgen sich

Eltern in Schmallenberg wünschen sich einen Fußgängerüberweg oder Zebrastreifen an der Robbecke. Sie fürchte um die Sicherheit ihrer Kinder.

Eltern in Schmallenberg wünschen sich einen Fußgängerüberweg oder Zebrastreifen an der Robbecke. Sie fürchte um die Sicherheit ihrer Kinder.

Foto: Julia Ohrmann

Schmallenberg  Schmallenberger Eltern sammeln Unterschriften für einen sicheren Überweg ihrer Kinder. Die Politik verspricht sich zu kümmern.

„Wir können unsere Kinder nicht mehr ruhigen Gewissens zur Schule gehen lassen“, sagt Julia Ohrmann im Bezirksausschuss Schmallenberg. Gemeinsam mit anderen Eltern hat sie eine Unterschriftenaktion für einen Fußgängerüberweg an der Abfahrt Obringhauser Straße/Robbecke in Schmallenberg gestartet. 156 Unterschriften sind bisher zusammengekommen. „Wir wollen, dass unsere Kinder sicher in die Grundschule kommen. Aktuell ist das aus unserer Sicht nicht gewährleistet. Es kommt an der Querung regelmäßig zu gefährlichen Situationen mit Autofahrern“, sagt sie. Die SPD-Ratsfraktion hatte nun einen Antrag für die Einrichtung eines solchen Fußgängerüberweges an der betroffenen Stelle gestellt - er sorgte für Diskussionen in der Politik. Denn der Hochsauerlandkreis sieht laut einer schriftlichen Stellungnahme keine Notwendigkeit für diese Maßnahme. Damit wollten sich die Fraktionen aber nicht zufrieden geben.

Die Situation

Die Situation ist für die Eltern ganz eindeutig: „Wir sehen die Sicherung des Schulweges aktuell als Problem“, betont Julia Ohrmann. Gemeinsam mit Debbie Rarbach und Sandra Wulf war sie zum Bezirksausschuss gekommen, um sich in der Politik Gehör zu verschaffen. Sie berichtete von drastischen Situationen: „Alle Kinder, die dort lang gehen sind Grundschüler. Ein Schild, das dort steht, versperrt Autofahrern die Sicht auf die Kinder und sie werden leicht übersehen, auch ein Baum erschwert die Sicht für beide Seiten. Immer wieder kommt es dort zu Missverständnissen.“ Eins von vielen Beispielen an der Verengung: Zwei Autos wollen queren, „der eine Fahrer macht eine Lichthupe, um zu signalisieren, dass der andere zuerst fahren kann. Die Kinder denken gleichzeitig, sie könnten gehen. Und dann wird es gefährlich“, erinnerte sich die Mutter zurück. Das Problem trete zwar nicht den ganzen Tag über auf, „aber morgens vor der Schule und nach der Schule ist es ganz extrem. Dann herrscht dort auch viel Verkehr.“

Der Lösungsvorschlag

Das Ordnungsamt habe den Fall bereits geprüft: „Wir als Straßenverkehrsbehörde können solche Entscheidungen selbst treffen. Aber es ist die Regel, in einem solchen Verfahren die Polizei und den Hochsauerlandkreis zu beteiligen, weil es hier um eine Kreisstraße geht“, so Markus Risse vom Ordnungsamt. Eine Stellungnahme des Hochsauerlandkreises liege bereits vor. Große Sichtweiten, kaum Gefahren, breite Gehwege: Der Hochsauerlandkreis sieht „keinen Anlass, dort einen Fußgängerüberweg einzurichten“, heißt es in dem Schreiben. Es handele sich bei der betroffenen Stelle um eine Tempo-30-Zone, es gebe entsprechende Schilder, die auf Kinder hinweisen und der Verkehr fließe dort langsam genug, um eine sichere Querung zu gewährleisten.

Zusätzlich dazu müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, um einen Fußgängerüberweg oder einen Zebrastreifen einzurichten, erklärte Markus Risse: „Maßgeblich ist zum einen das Fahrzeugaufkommen und es muss eine Mindeststärke an Fußgängern und eingeschränkten Sichtweiten gegeben sein. Bisher sind die Mindestanforderungen dort noch nicht erfüllt.“

Die Zukunft

Mit dieser Erklärung wollte sich die Politik aber nicht zufrieden geben. Zwar habe es bislang dort noch keinen schlimmen Unfall gegeben, „aber wir müssen ja nicht warten, bis jemand dort liegt. Wir müssen vorher handeln“, so Heinz-Josef Rötz (SPD). „Die Kinder nehmen auf dem Schulweg nun mal die Querungshilfe. Wir sollten die Situation auf jeden Fall kurzfristig entschärfen und einen Ortstermin mit Vertretern der Polizei und dem Hochsauerlandkreis vereinbaren“, so Christoph Klostermann (CDU). Ähnlich sahen das viele Bezirksausschusskollegen. „Es gibt bestimmt kleine Mittel, mit der wir dort die Überquerung erstmal sicherer machen können. Beispielsweise in dem wir die Hecken stutzen oder das Schild versetzen“, so Michael Franke (CDU). Noch vor den Ferien soll es auf Anregung des Bezirksausschusses nun einen Ortstermin geben. „Dann schauen wir, wie es weitergeht und ob da mehr zu machen ist oder nicht“, so Ausschussvorsitzender Alfons Brüggemann.

>>>HINTERGRUND
In der Sitzung des Bezirksausschusses kam im gleichen Zug mit dem Thema „Fußgängerüberweg an der Obringshauser Straße/Robbecke“ auch das Thema „Schulweg-Sicherheit“ auf. „Wenn wir schon einmal drüber sprechen, sollten wir uns vielleicht generell mal die Schulwegsituation in Schmallenberg anschauen“, regte Christoph Klostermann an. Sein Vorschlag: Ein neues Schulwegkonzept. Das gibt es zwar bereits, wie Markus Risse vom Ordnungsamt erklärte - „denn für jede Schule muss ein Schulwegplan aufgestellt werden“ - es sei jedoch bereits etwas in die Jahre gekommen. Der Vorschlag wurde ins Protokoll aufgenommen und wird von der Stadtverwaltung nun geprüft.

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