Detektive

Geheim - aus dem Leben eines Mescheder Privatdetektivs

Wir nennen ihn h.f. - hier hat er sich bei der Arbeit fotografieren lassen. 

Wir nennen ihn h.f. - hier hat er sich bei der Arbeit fotografieren lassen. 

Foto: Sabina Butz

Meschede.  Auch in Meschede gibt es Privatdetektive. Wir haben mit einem von ihnen gesprochen. Er berichtet aus seinem geheimen Alltag.

Wenn im Krimi ein Privatdetektiv auftaucht, ist er häufig an bestimmten Merkmalen zu erkennen: Früher war es der beige Trenchcoat und ein tief in die Stirn gezogener Schlapphut. Heute kommt er eher lässig-unbekümmert, aber nicht weniger gefährlich daher, wie z. B. Wilsberg, der natürlich immer auf der Seite der Guten steht. Vermutlich ist jeder von uns schon einmal einem Privatdetektiv begegnet, ohne dass er es bemerkt hat. „Sie sind halt Menschen wie du und ich“, erklärt h.f., Geschäftsführer im Bereich Sicherheit bei der Maximum Security, einem Mescheder Sicherheitsdienst.

Wie wird man Privatdetektiv?

Es gibt keine gesetzlich geregelte Ausbildung. Vom Bundesverband Deutscher Detektive wird die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe (ZAD) empfohlen. Auch die IHK und weitere private Bildungsträger bilden aus. Je nach Bildungseinrichtung variiert die Ausbildungsdauer zwischen zwei Monaten und zwei Jahren.

Welche Aufgaben umfasst das Berufsbild des Privatdetektivs?

Unsere Sicherheitsbereiche reichen vom Personen- und Veranstaltungsschutz, über Sicherheitstechnik und Objektschutz bis zu zivil- und strafrechtlichen Vorfällen im gewerblichen und privaten Bereich. Mit meinem Team aus zwölf Detektiven arbeite ich nicht nur im HSK, sondern auch überregional, schwerpunktmäßig im Bereich der Sicherheit in Industrie und Handel.

Was hat sich durch das Coronavirus geändert?

Derzeit steht die Überwachung und der Ausbau des Corona-Schutzes ganz oben auf unserer Aufgabenliste. Das bedeutet: Abstandsregeln und Einhaltung der markierten Wege überwachen. Dazu tragen wir ein durchsichtiges Klarsichtvisier, so dass wir durch die Gesichtsmimik unsere freundlichen Hinweise unterstreichen können.

Was gefällt Ihnen an Ihrem Beruf, und was nicht so?

Wir bieten unseren Kunden Sicherheit für Personen und Sachwerte an. Das ist eine Dienstleistung, die entsprechend gewürdigt werden sollte. Wir verstehen uns als Bestandteil der Sicherheitswahrung unserer demokratischen Gesellschaft. Das ist eine wunderbare, abwechslungsreiche und vor allem herausfordernde Aufgabe, bei der wir gelegentlich schon die Wertschätzung der Bürgerinnen und Bürger vermissen. Immer wieder gibt es auch rührende Erlebnisse, wie zum Beispiel mit dem überführten Ladendieb. Den herbeigerufenen Ladeninhaber rührte die Lebensgeschichte so sehr, dass er keine Anzeige stellte, sondern es bei einem Hausverbot beließ. Schutz und Sicherheit waren wieder hergestellt. Den Ladeninhaber hatte die Lebensgeschichte des überführten Diebes dazu veranlasst, auf Rechtsmittel zu verzichten, weil er in diesem Fall die Würde des Delinquenten über seine eigenen Rechtsinteressen stellte.

>>> Zur Person

Wir nennen ihn h.f. Ein guter Privatdetektiv verhält sich in der Öffentlichkeit unauffällig. Berufsbedingt möchte er nicht erkannt werden.

In unserer Serie erzählt h.f. einige Episoden aus seinem Berufsleben. Nur so viel sei verraten: Er ist definitiv noch nicht im Rentenalter, seit 30 Jahren im Personen- und Objektschutz tätig. Seit 28 Jahren ist er Geschäftsführer einer Sicherheitsfirma. Als gelernter Kaufmann arbeitet er im Sicherheitswesen. Zwei Jahre war er Wachinspektor des zivilen Wachpersonals der Bundeswehr.

Er ist gebürtiger Mescheder und lebt auch in der Kreisstadt.

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