Bestwig

Gemeinde warnt: Lebensgefahr am Ostwiger Erdrutsch

Starkregenfälle unterspülen im Mai die Straße zum Ostwiger Friedhof. Seitdem ist die Strecke gesperrt. Unklar ist  noch, wann mit der Sanierung begonnen werdenn kann.

Starkregenfälle unterspülen im Mai die Straße zum Ostwiger Friedhof. Seitdem ist die Strecke gesperrt. Unklar ist noch, wann mit der Sanierung begonnen werdenn kann.

Foto: Frank Selter / WP Meschede

Ostwig.  Nun ist klar, warum es zum Abrutsch an der Elpestraße kam, unklar bleiben die Kosten. Die Gemeinde warnt: An der Stelle herrscht Lebensgefahr.

Nach dem Erdrutsch an der Elpestraße in Ostwig wartet die Gemeinde Bestwig aktuell auf das Ergebnis einer chemischen Prüfung der entnommenen Bodenproben. Anhand dieses Ergebnisses soll dann ein Sanierungsvorschlag abgeleitet werden. „Uns war die Sache eine Nummer zu heiß“, begründet Armin Specka vom Bau- und Umweltamt, die Beauftragung eines Spezialunternehms. Specka geht nach aktuellem Kenntnisstand davon aus, dass eine Sanierung der Straße noch im Laufe des Jahres erfolgen werde.

Finanzierung kann Hürde werden

Bauamtsleiter Jörg Stralka verweist allerdings auch darauf, dass es sich um einen Separationsweg handele und die Finanzierung möglicherweise eine weitere Hürde darstellen könnte. In der Separationskasse sei eine gewisse Menge Geld. Wenn das Geld darin nicht ausreiche, könne die Maßnahme zunächst einmal nicht ohne eine politische Entscheidung umgesetzt werden. Dabei gehe es dann um die Bedeutung des Weges und das Interesse daran, ihn wieder herzustellen. Im Klartext: Bevor zur Tat geschritten werden kann, muss eine Entscheidung des Rates darüber her, ob der fehlende Betrag aus dem Gemeindehaushalt gezahlt wird.

Wasser bildet Gleitschicht

Bislang allerdings habe man keine Vorstellung von der Größenordnung der bevorstehenden Maßnahme. „Wir gehen von fünfstellig aus, haben aber keine Ahnung, wie hoch fünfstellig“, so Stralka.

Derweil ist inzwischen immerhin die genaue Ursache klar, warum der Teilbereich der Elpestraße abgerutscht ist. Laut Specka hat das Drama seinen Lauf weiter oben genommen. Weil auf Waldwegen immer „Spur gefahren“ werde, habe sich nach und nach immer mehr Wasser in jenen Spuren gesammelt, bis es irgendwann aus dem Wald über den Asphalt heruntergelaufen sei und sich auf dem Friedhofsparkplatz gesammelt habe. Oberhalb der Böschung sei das Wasser dann ins Erdreich eingesickert, bis es auf den Felshorizont stieß.

Dort hat es eine Gleitschicht zwischen dem Felsen und dem darüber liegenden Material gebildet und Feinbestandteile weggespült. „Irgendwann war der Druck von oben so groß geworden, dass es eben zum Abrutschen des Hangs kam“, so Specka.

>>>HINTERGRUND

In der Nacht vom 20. auf den 21. Mai hatten Starkregenfälle die Straße zum Friedhof unterspült - daraufhin war ein zehn Meter langer Abschnitt den Hang hinunter in Richtung Elpe gerutscht.

Seitdem ist die Straße gesperrt.

Die Gemeindeverwaltung warnt mit Nachdruck davor, die aufgestellten Absperrbaken zu umgehen. Es herrsche Lebensgefahr.

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