ZOLL

Gewerkschaft fordert mehr Razzien auf Baustellen im HSK

Razzia auf einer Baustelle: Die IG Bau fordert mehr Einsätze des Zolls im heimischen Raum.

Razzia auf einer Baustelle: Die IG Bau fordert mehr Einsätze des Zolls im heimischen Raum.

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Meschede.  Mehr Razzien bei heimischen Baufirmen: Die Gewerkschaft fordert zusätzliche Kontrollen. Bisher werde zu wenig überprüft.

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Im Kampf gegen illegale Machenschaften hat die Gewerkschaft IG Bau mehr Zoll-Kontrollen im Hochsauerlandkreis gefordert. Obwohl die Zöllner einen Schwerpunkt auf die Branche legten, gerate nur ein kleiner Teil der 244 Baufirmen im heimischen Raum ins Visier der Beamten, kritisiert Friedhelm Kreft. Der Bezirksvorsitzende der IG Bau Westfalen Mitte-Süd verweist auf eine aktuelle Statistik der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS).

Schaden von 9,8 Millionen Euro

Im gesamten Bereich des Hauptzollamts Bielefeld wurden demnach zwischen Januar und Juni 262 Bauunternehmen kontrolliert. Dabei deckten die Beamten einen Schaden von rund 9,8 Millionen Euro wegen nicht gezahlter Steuern und Sozialabgaben auf. Dies geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage der Arbeitsmarktpolitikerin Beate Müller-Gemmeke (Grüne) hervor.

„Das Ausmaß des Steuer- und Sozialbetrugs zeigt, wieviel kriminelle Energie bei einigen Firmen am Werk ist“, betont Gewerkschafter Kreft. Leidtragende seien nicht nur geprellte Bauarbeiter und der Staat, sondern auch sauber wirtschaftende Unternehmen. Denn wer die Vorschriften umgehe, könne Bauvorhaben weitaus billiger anbieten als die Konkurrenz. „Hier hilft nur eine höhere Kontrolldichte durch den Zoll. Je größer die Gefahr, bei illegalen Praktiken erwischt zu werden, desto eher werden Firmen die Finger von Dumping-Angeboten lassen – und damit von Schwarzarbeit und Lohn-Drückerei.“

Mehr Kontrollen seit 2018

Ein entscheidendes Instrument, um einen fairen Wettbewerb und eineinheitliches Lohngefüge auf dem Bau zu sichern, seien die speziellen Mindestlöhne in der Branche, so die Gewerkschaft. Ihre Einhaltung wird ebenfalls vom Zoll kontrolliert. Nach Informationen der Gewerkschaft stattete der Bielefelder Zoll im ersten Halbjahr insgesamt 991 Firmen einen Besuch ab – darunter im Reinigungs-, Transport- und Gaststättengewerbe. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Zahl der Kontrollen um 16,3 Prozent.

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