Engagement

Grafschafter Hospizmitarbeiterin erhält Pro-Ehrenamt-Preis

Verleihung des Pro Ehrenamtspreis durch Markus Grobbel, Regionaldirektor der Volksbank Bigge-Lenne, an Christine Knape(links). Vorgeschlagen hatte sie Margit Klauke.

Verleihung des Pro Ehrenamtspreis durch Markus Grobbel, Regionaldirektor der Volksbank Bigge-Lenne, an Christine Knape(links). Vorgeschlagen hatte sie Margit Klauke.

Foto: Ute Tolksdorf

Schmallenberg.   Christine Knape begleitet seit 15 Jahren Sterbende und deren Angehörige auf dem letzten Weg. Jetzt hat sie dafür den Pro-Ehrenamt-Preis erhalten.

Laut können viele. Aber in aller Stille, uneigennützig, ohne Unterstützung von außen am Ende des Lebens einfach nur dasein und zuzuhören, das bedarf eines langen Atmens und viel Einsatzbereitschaft. Christine Knape hat beides bewiesen. Vor 15 Jahren gründete sie den Ambulanten Hospizdienst Schmallenberger Sauerland. Für ihren Einsatz hat sie jetzt den von Westfalenpost und Volksbank Bigge-Lenne ausgeschriebenen Pro-Ehrenamt-Preis erhalten.

15 Aktive im Verein

Vorgeschlagen wurde die 68-jährige Grafschafterin von Margit Klauke. Beide Frauen engagieren sich seit Jahren im Vorstand des Vereins. Insgesamt 15 Aktive gehören dazu.

Ohne Unterschiede in Bezug auf Religion, Nationalität, Weltanschauung oder Art der Erkrankung wollen sie am Lebensende da sein, zuhören, miteinander reden und schweigen, auf Bedürfnisse und Wünsche eingehen und Verzweiflung aushalten. Angehörige und Pflegende werden von ihnen in der Zeit des Abschiednehmens begleitet. „Niemand soll den letzten Weg allein gehen müssen“, betont Margit Klauke.

Verein ist unabhängig

Der Verein ist komplett unabhängig. „Das war mir immer wichtig“, betont Christine Knape. Alle zwei Jahre wird eine Ausbildung angeboten, die nächste läuft gerade und endet im Sommer. „Es ist nicht einfach, Menschen zu finden, die uns unterstützen“, sagt Christine Knape. „Die meisten beschäftigen sich nicht gern mit dem Tod.“

Die Hospizdienstmitarbeiter besuchen vor allem Menschen, die in Einrichtungen im Sterben liegen, aber auch in den Familien können sie entlasten. „Dass die Angehörigen zum Beispiel einfach mal Zeit haben, durchzuatmen, einen Spaziergang zu machen, einzukaufen oder etwas für sich zu tun.“

Doch während die Hilfe des Vereins in den Einrichtungen gern angenommen wird, ist es im Schmallenberg Sauerland noch schwierig, das Vertrauen der Familien zu gewinnen. „Mancher hat vielleicht einfach Angst uns ins Haus zu lassen“, vermutet Christine Knape. Und das, obwohl die Mitarbeiter der Schweigepflicht unterliegen. „Aber das wandelt sich gerade“, beobachtet Margit Klauke.

Vielfältiges Ehrenamt

Markus Grobbel, Regionaldirektor der Volksbank Bigge-Lenne, saß in der Auswahljury für den Ehrenamtspreis. „Es ist schon immer spannend zu sehen, wie vielfältig das Ehrenamt in Schmallenberg noch ist“, sagte er bei der Verleihung des Preises.

Besonders beeindruckt habe ihn, mit wie viel Liebe zu den Menschen Christine Knape und ihr Team diesen teilweise schweren Dienst tun. „Man bekommt aber auch viel zurück“, betonen Margit Klauke und Christine Knape.

Wer den Ambulanten Hospizdienst unterstützen will, kann das persönlich oder durch eine Spende tun. Bankverbindung: Volksbank Bigge-Lenne: IBAN: DE 08 4606 2817 0029 5187 00. Informationen erhält man bei Christine Knape unter Tel. 02972 /6647 oder 015146750 488. Alle Infos auch auf der Internet-Seite.

HINTERGRUND

Mit dem Pro-Ehrenamt-Preis wollen Volksbank Bigge-Lenne und WP/WR Danke sagen für das ehrenamtliche Engagement in Schmallenberg.

Die Volksbank unterstützt den Preis mit einer Spende von 250 Euro und einer kleinen Statue.

„In diesem Jahr haben wir uns über deutlich mehr Einsendungen gefreut“, berichtet Petra Sprenger vom Marketing der Bank.

So wolle man auch Werbung für den oft stillen Einsatz der Ehrenamtlichen in der Region machen, ergänzt Regionaldirektor Markus Grobbel. „Diese Bühne braucht das Ehrenamt.“

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