Polizei

Grapscher nachts in Schmallenberg: Das rät die Polizei

In der Schmallenberger Kernstadt  ist jetzt eine Frau von einem Mann verfolgt worden.

In der Schmallenberger Kernstadt ist jetzt eine Frau von einem Mann verfolgt worden.

Foto: Isabelle Tzavalas

Schmallenberg.  In Schmallenberg hat eine Frau einen Mann angezeigt, der sie sexuell belästigt hat. Seit 2017 gibt es dazu Zahlen im Hochsauerlandkreis.

Es ist der Albtraum für viele Frauen. Auf dem dunklen Heimweg wird man von einem Mann verfolgt und belästigt. So geschehen jetzt in der Schmallenberger Kernstadt. (wir berichteten). Holger Glaremin, Pressesprecher der Polizei im Hochsauerlandkreis, ordnet den Fall ein.

Die Tat

Eine 46-jährige Schmallenbergerin war Samstagnacht gegen 0.30 Uhr über die Weststraße gelaufen, als ihr ein Radfahrer entgegenkam. Der Mann wendete und folgte der Frau über den Paul-Falke-Platz bis in die Gartenstraße. Dabei sprach er in einer für die Frau unbekannten Sprache. In der Gartenstraße überholte er die Fußgängerin und berührte sie unsittlich. Die Frau nahm ihr Handy, woraufhin der Mann in Richtung Paul-Falke-Platz flüchtetet.

Der Straftatbestand

Eine unsittliche Berührung am Po, an der Brust oder im Schritt ist seit November 2016 ein Straftatbestand. „Davor hätte es sich lediglich um eine Beleidigung gehandelt“, erläutert Glaremin. Das wurde nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln geändert. Im Hochsauerlandkreis gab es daraufhin 2017 insgesamt 40 Anzeigen dazu, im Jahr 2018 waren es 48. „Das scheint sich auf dem Niveau einzupendeln“, vermutet Glaremin.

Allein in Schmallenberg 10 Anzeigen

Allerdings: Allein in Schmallenberg gab es im Jahr 2018 zehn Anzeigen. Glaremin kann nicht sagen, wo sich diese Straftaten ereigneten: Sexuelle Belästigungen könnten genausogut auf Festen wie auf dunklen Straßen oder in Wohnungen stattgefunden haben. „Und wir beobachten, dass jede Berichterstattung dazu führt, dass sich mehr Frauen trauen, auch Anzeige zu erstatten.“

Das rät die Polizei

Wie soll man in einem solchen Fall reagieren? Das rät die Polizei:

Benutzen Sie beleuchtete und belebte Straße. Nutzen Sie öffentliche Verkehrsmittel.

Nehmen Sie Ihre Umgebung aufmerksam wahr und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl.

Bei verdächtigem oder ungewöhnlichem Verhalten Fremder rufen Sie sofort den Polizeiruf 110.

Wenn sie verfolgt werden, wechseln sie die Straßenseite und suchen Sie belebte Orte wie Geschäfte oder Gaststätten auf. Klingeln Sie an Haustüren.

Sprechen Sie mit lauter und fester Stimme den Täter an und sagen sie „NEIN!“. Siezen Sie die Person. Das schafft Distanz und macht andere aufmerksam.

Sprechen Sie unbeteiligte Personen direkt an („Hey Sie mit der grünen Jacke…“). Beschreiben Sie die Situation und fordern Sie Hilfe ein.

Im Falle eines Angriffs schreien Sie laut um Hilfe und erzeugen Aufmerksamkeit. Nutzen Sie jede Gelegenheit zu Flucht, wenn nötig auch mit Hilfe körperlicher Gegenwehr.

Allerdings warnt Glaremin auch: „Waffen oder auch Pfefferspray schaffen keine Sicherheit und sind für die Selbstverteidigung in der Regel nicht geeignet. Setzten Sie stattdessen auf sogenannte Krachmacher wie Trillerpfeifen oder Taschenalarme.“

Die Täter-Beschreibung

Bei dem Unbekannten in der Schmallenberger Kernstadt handelte es sich laut Personenbeschreibung um einen dunkelhäutigen Mann mit weinroter Oberbekleidung. Zeugen setzen sich bitte mit der Polizei in Schmallenberg unter 0 29 74 - 90 200 in Verbindung.

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