Schule

Gymnasium Meschede: Bürgerstiftung unterstützt Impro-Theater

Lehrer Christoph Gmyrek, Jörg Hohmann, Jürgen Dörner, stellv. Schulleiter Christoph Heimes, Bernd Dittloff und Impro-Trainer Nils Flachmeier (von links nach rechts) bei der Scheckübergabe mit dem Literaturkurs (hinten).

Lehrer Christoph Gmyrek, Jörg Hohmann, Jürgen Dörner, stellv. Schulleiter Christoph Heimes, Bernd Dittloff und Impro-Trainer Nils Flachmeier (von links nach rechts) bei der Scheckübergabe mit dem Literaturkurs (hinten).

Foto: Sarah Weißbach

Meschede.  In Meschede am Städtischen Gymnasium ist ein Impro-Theater ins Leben gerufen worden. Möglich gemacht haben das Spenden. Wie es jetzt weitergeht.

Jede Schule hat eine klassische Theatergruppe und jeder kennt das klassische Aufführen eines Stücks am Ende des Jahres. Doch die Welt des Theaters hat weitaus mehr zu bieten als eine gewöhnliche Vorstellung, darunter auch das sogenannte Improvisationstheater. Hierbei handelt es sich um das Spielen von Szenen, die vorher nicht geübt wurden, sondern ganz spontan entstehen.

Meist wird vom Publikum bloß ein Wort oder ein Thema vorgegeben, an dem sich die Schauspieler orientieren können. Dies macht jede Aufführung zu einem Unikat und lässt die Darsteller ihre eigene Kreativität ausleben.

Im Unterrichtsfach Literatur

So flammte auch in dem Lehrer Christoph Gmyrek vom Gymnasium der Stadt Meschede die Idee auf, etwas derartiges und gänzlich neues für die Schüler anzubieten. Den perfekten Rahmen dazu bietet das Unterrichtsfach Literatur, welches in der Jahrgangsstufe Q1 ein alternatives Wahlfach für die Fächer Musik und Kunst darstellt. Da dieses Fach laut den Vorgaben des Lehrplans zur ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung und der kulturell- ästhetischen Bildung der Schüler beitragen soll, bietet sich ein Improvisationsworkshop, um frischen Wind in den sonst so gleich erscheinenden Unterricht zu bringen, sehr gut an.

So wurde das Projekt von Christoph Gmyrek in Angriff genommen und erlangte schnell viele begeisterte Interessenten. 19 von den ca. 100 Schülern der Jahrgangsstufe Q1 meldeten sich für den Kurs. Problematisch schien nun nur noch die Frage der Umsetzung zu sein, denn um den Schülern die bestmöglichen Voraussetzungen zu ermöglichen, sollte ein Profi her, der ihnen durch seine Erfahrung mit Rat und Tat beiseite stehen kann - und natürlich, um den bunt gemischten Haufen bühnenreif zu machen. Schnell fand sich ein Impro-Trainer von der sogenannten „Placebo Theatergruppe“ aus Münster.

Bürgerstiftung Meschede spendet 1500 Euro

Da dieser nicht unentgeltlich arbeitet, mangelte es nun, wie so häufig, noch am Finanziellen. Ein kleiner Teil konnte durch gewonnenes Geld bei der Sparda-Spendenwahl finanziert werden. Da das Städtische Gymnasium das Ganze dennoch nicht selbst stemmen könnte, wendete sich Christoph Gmyrek an die Bürgerstiftung Meschede.

Und dann war der Traum endlich zum Greifen nahe, denn die Bürgerstiftung unterstützte das Projekt mit einer großzügigen Spende von 1500 Euro. Der letzte fehlende Teil konnte dank des Fördervereins des Gymnasiums bezahlt werden. „Die Bürgerstiftung ist sehr breit aufgestellt“, so Jörg Hohmann, der Vorsitzende des Stiftungsrates. Denn neben Sport und Bildung, welche die Bürgerstiftung fördert, gehöre auch die Kultur zu den Bereichen, in denen sich die Bürgerstiftung einsetzt. Dieses Projekt sei, trotz begrenzter Mittel der Bürgerstiftung, eine Unterstützung wert.

Selbstbewusstsein fördern

Wer sich dennoch fragt, was an Improtheater so toll sein soll, dass es eine Stiftungsspende erhält, bekommt hier seine Antwort:

Nils Flachmann, der Trainer des Kurses, betont, Improvisationstraining sei nicht nur sehr unterhaltsam, sondern fördere auch den Selbstausdruck, die Kommunikation sowie das Selbstbewusstsein der Schüler. „Es ist immer schön zu sehen, wie schnell merkliche Verbesserungen bei den Schülern auftreten. Man braucht bloß anzufangen und Fortschritte entstehen automatisch“.

Ebenso ist es weit verbreitet, dass die sogenannten „Soft Skills“, welche durch das Impro-Training gefördert werden, hilfreich im späteren Berufs- aber auch Privatleben sind.

Den Saal zum Lachen gebracht

Nun ist das erste Quartal bereits vorbei und die Schüler konnten schon viel lernen. Dies konnten sie dem Vorstandsvorsitzenden Jürgen Dörner und Vorsitzenden des Stiftungsrates der Bürgerstiftung, Jörg Hohmann, sowie Bernd Dittloff, dem Geschäftsführer des Fördervereins, am Tag der Check Übergabe präsentieren. Den Saal zum Lachen zu bringen, schien den Schülern gar nicht schwer zu fallen und es wirkte, als hätten sie die Herren schnell überzeugt, die richtige Investition getätigt zu haben.

Dass Schülern ermöglicht wird solch bereichernde und Horizont erweiternde Erfahrungen zu machen ist eine tolle Geste und hat vielleicht, wer weiß, einige Stars von morgen auf die Bühne gebracht.

Öffentliche Probe am 2. Februar in der Tröte

Wer sich selbst von dem Talent der Schüler überzeugen möchte, ist herzlich eingeladen, sich am Sonntag, 2. Februar, die erste öffentliche Probe des Kurses in der Tröte anzusehen. Eine komplette selbst aufgestellte Impro-Show soll am 20. und 21. Juni in der Aula des Schulzentrums aufgeführt werden.

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