Tierschutz

Haselmaus bremst Bauprojekt am Hennesee

Foto: Laura Sperling

Meschede.   Bis zum Herbst soll das Ausflugslokal H1 am Hennesee entstehen. Ein kleiner Nager verhindert es.

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Sie ist nur 15 Zentimeter lang und wiegt maximal 40 Gramm. Doch sie bremst ein Millionen-Projekt aus. Andre Wiese, der Bauherr des geplanten Ausflugslokals H1 am Hennesee, macht gerade Bekanntschaft mit der Haselmaus. Sie könnte gerade Winterschlaf halten auf den Flächen der künftigen Baustelle. Das bedeutet: Teil-Stopp des Projekts. Die Eröffnung verschiebt sich um ein halbes Jahr.

„Wir müssen und können damit leben“, sagt Wiese, und doch räumt er ein: „Ärgerlich ist es.“ Die Haselmaus ist das Tier des Jahres 2017, gekürt von der Deutschen Wildtier-Stiftung und der Schutzgemeinschaft Deutsches Wild. Der Nager gilt als gefährdet. Deshalb wird das Tier besonders geschützt. Für Wiese bedeutet das: Er muss seinen Zeitplan umstellen. Das H1 wird erst im Frühjahr 2018 eröffnet. Nicht schon diesen Herbst.

Bissspuren an Haselnüssen

Ein Gutachter hat Spuren der Haselmaus auf der Fläche der künftigen Erlebnisgastronomie entdeckt. Genau genommen: Bissspuren an Haselnüssen. Daraus schließt der Experte, dass sich ein oder mehrere Tiere auf dem Areal aufhalten. Bewiesen ist es damit nicht, das bestätigt auch der HSK. Es ist eine nahe liegende Vermutung. Aber wenn die Haselmaus dort wäre, würde sie gerade Winterschlaf halten.

Das Gutachten zum Artenschutz war eine Voraussetzung, um die Genehmigung für das Projekt zu bekommen. Die Untere Naturschutzbehörde als eine der Fachbehörden hatte daraufhin entschieden: Bis Ende Februar dürfen wie geplant Bäume auf der Fläche gefällt werden. Mehr aber nicht. Erst ab Mai, wenn der Nager erwacht sein würde, darf es auf dem Gelände weitergehen.

Neue Straße erst im Sommer

Investor Wiese versucht die positiven Seiten dieser Entwicklung zu sehen: „Die Termine waren ohnehin eng gesetzt, jetzt haben wir mehr Zeit.“ Er hat sich bereits mit allen Beteiligten abgestimmt: Die neue Straße, die vom Lokal hoch zur Bundesstraße führen soll, wird jetzt erst im Sommer errichtet. „Wir können es ja nicht wegdiskutieren, dass das Tier dort vermutet wird“, erklärt Wiese.

Auf Grundlage des Gutachtens hat die Untere Naturschutzbehörde eine weitere Maßnahme festgelegt: In der Nähe der Baustelle soll eine Bepflanzung vorgenommen werden, die wie geschaffen für Haselmäuse ist. Dann könnten die Tiere nach Winterschlaf und Nistzeit umziehen. Und die Menschen bald darauf mit Blick auf den Hennesee zum Essen und Trinken einkehren.

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