SSV Meschede

Hauptamtlicher Geschäftsführer ist im Sportverein kein Tabu mehr

Die Angebote des SSV boomen. Mit neuen Strukturen will sich der Verein auf die Zukunft einstellen.

Die Angebote des SSV boomen. Mit neuen Strukturen will sich der Verein auf die Zukunft einstellen.

Foto: WP

Meschede.   Das wird eine Runderneuerung für Meschedes größten Sportverein. Der SSV will sich durch eine neue Satzung fit für die Zukunft machen. Die sieht mehr Mitbestimmung aller Abteilungen durch einen neuen Gesamtvorstand vor. Manfred Breider, Vorstandsmitglied des SSV, schildert die Hintergründe.

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Das wird eine Runderneuerung für Meschedes größten Sportverein. Der SSV will sich durch eine neue Satzung fit für die Zukunft machen. Die sieht mehr Mitbestimmung aller Abteilungen durch einen neuen Gesamtvorstand vor. Manfred Breider, Vorstandsmitglied des SSV, schildert die Hintergründe.

Warum braucht der SSV eine neue Satzung?

Wir müssen unseren Verein in eine Zukunft führen, die sich an verschiedenen Stellen doch deutlich verändern wird – etwa durch die Ganztagsschulen oder durch den Wunsch, bewegt älter zu werden und auch durch die Notwendigkeit eines neuen Konzeptes für unsere Sportstätten in Meschede.

Kernstück der Reform soll ein neu zu bildender Gesamtvorstand sein. Dem würden die jetzigen elf Abteilungsleiter angehören, gemeinsam mit dem geschäftsführenden Vorstand. Entsteht da ein neues Supergremium für den SSV?

Wenn Sie das so bezeichnen wollen... Die bisherige Vorstandsarbeit reicht nicht aus, um den künftigen Anforderungen gerecht zu werden. Der neue Gesamtvorstand wird alle sportlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten steuern. Er ist der Impulsgeber für die Gestaltung unserer Vereinsarbeit. Das ist neu und das ist gut.

Sie wollen stärker einbinden...

So ist es. Bisher waren nicht alle Abteilungen im Vorstand vertreten. Das wollen wir ändern. Alle Abteilungen haben dann künftig einen größeren Einfluss auf die Aktivitäten und auf den Haushalt.

Bislang sind Sie ehrenamtlich als Vorstandsmitglied und Geschäftsführer des SSV tätig. Die neue Satzung, das ist neu für den Verein, eröffnet zukünftig auch die Möglichkeit, einen hauptamtlichen Geschäftsführer zu berufen. Werden Sie das Amt übernehmen?

Nein. Das sollte ein ausgebildeter Event-Manager sein, der sich im Sport auskennt. Ein Verein von der Größe des SSV braucht dieses Amt. Im Idealfall würden wir den hauptamtlichen Geschäftsführer schon kurzfristig einstellen, zunächst als Teilzeitjob. Langfristig ist diese Berufung nur tragfähig, wenn dieser Geschäftsführer auch übergreifend für den Stadtsportverband und damit auch für andere Vereine zuständig wird.

Ist das der Abschied von der Ehrenamtlichkeit?

Auf keinen Fall. Das Ehrenamt wird weiter gepflegt und ist nach wie vor unser Rückgrat. Aber die neue Satzung gibt uns eben auch die Möglichkeit, bei Ausnahmen und bei Bedarf eine besondere Aufwandsentschädigung zu zahlen. Wenn wir gut ausgebildete Leute haben wollen, dann müssen wir im Rahmen unserer Möglichkeiten bereit sein, Geld auszugeben.

Wird deswegen die Mitgliedschaft im SSV teurer?

Nein. In der nahen Zukunft werden wir keine höheren Entgelte einfordern müssen. Auch dann nicht, wenn wir einen hauptamtlichen Geschäftsführer einstellen. Dessen Kosten müssen dann durch unsere Finanzstruktur getragen werden.

Andere Vereine klagen über sinkende Mitgliederzahlen. Wie geht es dem SSV?

Die Mitgliederzahl im SSV ist stabil auf hohem Niveau. Es gibt eine rege Nachfrage für unsere speziell strukturierten Kursangebote. Das zeigt uns, wo wir für die Zukunft unsere Schwerpunkte setzen müssen. Wir müssen unsere Strukturen dieser Nachfrage anpassen.

Und finanziell? Läuft es da rund? Da gab es in der Vergangenheit Probleme...

Wir haben 2011 einen nennenswerten Überschuss erwirtschaftet. Die Verluste der Vergangenheit sind abgebaut worden. Die strukturellen Defizite sind damit nachhaltig beseitigt. Wir können die zukünftige Gestaltung der Vereinsarbeit damit auch finanziell angemessen begleiten. Neben einer konsequenten Ausgabendisziplin, ist die Gesundung der Finanzstruktur ganz wesentlich unseren aktiven Mitgliedern zu verdanken, die in der Vergangenheit erhebliche Beitragserhöhungen getragen haben.

Ganz praktisch: Wie wird die Ganztagsschule den Sportverein verändern?

Kinder, die bis 16 Uhr in der Schule sind, werden wir nicht mehr um 17 Uhr in der Turnhalle oder auf dem Sportplatz haben. Dafür brauchen wir ein Konzept. Wir müssen uns bei den Übungsleitern neu aufstellen, so dass wir den Ansprüchen der Ganztagsschule gerecht werden. Das kann für uns auch qualifizierte, hauptamtliche Übungsleiter bedeuten.

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