Ehrenamt

Heimatverein in Ostwig kümmert sich um leer stehende Kneipe

Viel Arbeit für diese Jugendlichen der Hauptschule Bestwig: Sie entrümpeln den ehemaligen Gasthof Zur Post in Ostwig. Der letzte Pächter der Dorfkneipe hatte sein Inventar im Gebäude gelassen. Die Entrümpelung ist der erste Schritt zur Umgestaltung des gesamten Bereiches.

Foto: Jürgen Kortmann

Viel Arbeit für diese Jugendlichen der Hauptschule Bestwig: Sie entrümpeln den ehemaligen Gasthof Zur Post in Ostwig. Der letzte Pächter der Dorfkneipe hatte sein Inventar im Gebäude gelassen. Die Entrümpelung ist der erste Schritt zur Umgestaltung des gesamten Bereiches. Foto: Jürgen Kortmann

Ostwig.   Seit neun Jahren steht in Ostwig der Gasthof Zur Post leer. Jugendliche entrümpeln das Gebäude. Langfristig soll hier ein Dorfhaus entstehen.

Was für Berge an Müll: Im ehemaligen Gastraum der Kneipe Zur Post in Ostwig türmen sich gerade die Hinterlassenschaften eines Mieters. Denn der erste Teil eines Großprojektes hat begonnen. Der seit neun Jahren leer stehende Gasthof soll langfristig zu einem Dorf- oder Heimathaus werden.

Die Jugendlichen

Der erste Teil: Das Entrümpeln des Gebäudes. Der letzte Pächter der Dorfkneipe hat zwar die Theke mitgenommen, aber den Rest drinnen gelassen – trotz einer Aufforderung, auszuräumen, sagt Hubert Strube vom Vorstand des Heimat- und Fördervereins Ostwig. Da kam ein Projekt der Hauptschule Bestwig genau richtig: Die Jugendlichen stellten sich bei Projekttagen in den Dienst der Allgemeinheit.

Fünf von ihnen, unterstützt von den Lehrern Rolf Gräbener und Gerhard Dyballa, räumten jetzt den Gasthof auf. Sie entfernten das Laminat, holten die Deckenvertäfelung herunter, bauten Kleiderschränke auseinander, trugen das ganze Inventar zusammen, das jetzt entsorgt werden muss. Eine alte Tür mit alten Beschlägen, vermutlich aus den Gründerjahren, legte Hubert Strube zur Seite – die wird wieder Verwendung finden.

Die Hinterlassenschaften

Auch etliche Flaschen Glühwein hatte der letzte Pächter stehen gelassen. Und selbst einen alten, unglaublich schweren Bierkrug hinterließ er: Der mit Blei verfüllte Krug diente früher ein Scherzartikel, an dem sich die überraschten Gäste verheben sollten. Nach den Vorarbeiten der Jugendlichen kann als nächstes die Arbeitsgruppe „Muskelhypothek“ des Vereins, wie sie Hubert Strube scherzhaft nennt, loslegen: Sie können die Abbrucharbeiten fortsetzen, Fenster zum Beispiel ausbauen.

Das Gebäude

Denn abgebrochen wird. Das ist der Plan. Es ist ein schwieriges Gebäude, das eigentlich aus zwei Teilen besteht. Der vordere ist der ehemalige Kneipenbereich aus dem 19. Jahrhundert, der dahinter liegende, angebaute Teil ein ehemaliges Bauernhaus mit Stall aus dem Jahr 1798.

Auf dem älteren Gebäudeteil liegt das Augenmerk des Vereins: Das soll stehen und erhalten bleiben. Der heruntergekommene Kneipenbereich wird beseitigt: „Unser Ansinnen war immer schon, diesen Bereich nicht weiter verkommen zu lassen und hier etwas Attraktives für den Ortskern aufzubauen.“

Der Käufer

Käufer des Gebäudes ist ein Nachbar, der immer schon ein Wohltäter für Ostwig war. Er hat das Post-Gebäude an den Heimat- und Förderverein als Schenkung übertragen. Geplant ist, nach dem Abriss hier eine schöne Freifläche anzulegen, passend zum nebenan liegenden Kirchplatz und der Ehrenamtskneipe „Kumm rin“, die der Heimat- und Förderverein ebenfalls in Eigenregie wieder zu einem Vorzeigeobjekt gemacht hat.

Die Pläne

Nach dem Besuch der Jury im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ hatte Ostwig zuletzt den Tipp bekommen, dass dem Dorf standortgerechte Bäume fehlen würden – vielleicht ist hier ja künftig wieder Platz für eine Dorflinde. Das alte Bauernhaus könnte nach der Sanierung wiederum unter anderem als Dorfarchiv dienen, zu dem jeder Bürger auch online Zugang haben soll, für ein Musikzimmer wäre Platz, auch für einen Versammlungsraum – wobei letzterer nicht bewirtschaftet würde. Das wäre, angesichts des „Kumm rin“ gegenüber, dann doch etwas zuviel des Guten.

Strube kennt auch die Geschichte von der „Kumm rin“-Renovierung – dennoch sagt er: „Trotz Kumm rin: Dieser Gasthof Zur Post wird die größte Herausforderung unseres Vereins werden.“

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