Nachgehakt

Hochsauerland: Bundestagsabgeortnete kritisieren Güdogan und Özil

Recep Tayyip Erdogan (2.v.r.), Staatspräsident der Türkei, steht zusammen mit den Premier League Fußballspielern Ilkay Gündogan (l), Mesut Özil (2.v.l.) und Cenk Tosun (r).

Recep Tayyip Erdogan (2.v.r.), Staatspräsident der Türkei, steht zusammen mit den Premier League Fußballspielern Ilkay Gündogan (l), Mesut Özil (2.v.l.) und Cenk Tosun (r).

Foto: dpa

Hochsauerlandkreis.   Sollen Güdogan und Özil weiter für Deutschland spielen? Das haben wir die Abgeordneten Patrick Sensburg, Dirk Wiese und Carlo Cronenberg gefragt.

In unserer Rubrik „Nachgehakt“ stellt die WP regionalen Politikern regelmäßig Fragen zu kontrovers diskutierten aktuellen Themen.

Nachdem die Nationalspieler Ilkay Gündoğan und Mesut Özil mit dem umstrittenen türkischen Präsidenten posiert hatten, fragten wir die drei Bundestagsabgeordneten aus dem HSK: Sollen Güdogan und Özil weiter für Deutschland spielen?

Nominierung kritisch hinterfragen

Patrick Sensburg, CDU: Nach dem Foto-Termin mit Staatspräsident Erdogan darf man die Nominierung von Mesut Özil und Ilkay Gündogan sehr wohl kritisch hinterfragen. Beide Sportler sind zweifellos bedeutende Fußballer und haben auch für die Nationalmannschaft vieles geleistet.

Aber das Posieren mit einem ausländischen Staatschef, der noch vor nicht allzu langer Zeit Deutschland Nazi-Methoden vorgeworfen hat ohne sich jemals dafür zu entschuldigen, halte ich für nicht akzeptabel. Wer für die deutsche Nationalmannschaft spielt und damit für viele Kinder und Jugendliche Vorbild ist, sollte auch für unser Verständnis von Demokratie eintreten.

Keine Glanzleistung, aber sie gehören zur unserer Mannschaft

Dirk Wiese, SPD: Unser Präsident heißt Frank Walter Steinmeier. Die Fotoaktion zu Wahlkampfzwecken der beiden deutschen Nationalspieler Gündogan und Özil war keine Glanzleistung. Emre Can hat mit seiner Absage den klügeren Pass gespielt.

Recep Tayyip Erdoğan vertritt nicht die demokratischen Werte, für die die Bundesrepublik Deutschland und somit auch die deutsche Nationalmannschaft stehen. Der DFB vermittelt diese Werte seit Jahren erfolgreich in seiner Integrationsarbeit. Nichtsdestotrotz gehören Özil und Gündoğan zur unserer Mannschaft. Der Bundestrainer entscheidet über die Aufstellung und die beiden sollten ihr Können darauf konzentrieren, was die nachfolgenden Generationen und alle Fans immer noch begeistert – einfach Fußball spielen.

Nominierung für den WM-Kader überdenken

Carlo Cronenberg, FDP: Die deutsche Nationalhymne nicht mitzusingen ist eine Sache, aber die eigene Popularität zu nutzen, um Wahlkampfhilfe für einen Autokraten wie Recep Tayyip Erdogan zu leisten, ist inakzeptabel.

Ein Spieler der deutschen Fußballnationalmannschaft muss wissen, dass „sein Präsident“ seinen Amtssitz in Berlin hat und nicht in Ankara. Wer für unser Land spielt, der ist immer auch Botschafter für Freiheit und Menschenrechte. Diese Grundwerte teilt der türkische Präsident angesichts seines Handelns z.B. gegenüber inhaftierten Journalisten, nicht. Deswegen muss der DFB eine weitere Nominierung der beiden Spieler für den WM-Kader überdenken, sollte sich das Fehlverhalten der Spieler wiederholen.

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