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Im Garten entspannen: Eine Oase der Ruhe in Meschede

Der Garten der Familie Achinger hat asiatische Elemente, 2004 geplant von Landschaftsarchitekt Michael Pawlas und ausgeführt von der Firma Horst.    

Der Garten der Familie Achinger hat asiatische Elemente, 2004 geplant von Landschaftsarchitekt Michael Pawlas und ausgeführt von der Firma Horst.    

Foto: Michael Pawlas

Meschede.   Den Garten der Familie Achinger hat ein Landschaftsarchitekt umgestaltet. Er wollte eine Oase der Ruhe schaffen.

Ein japanischer Garten: Da steigt das Bild von Kirschblüten und Bambus vor dem geistigen Auge auf, von geschwungenen Holzbrücken und leisem Glöckchenläuten. Nein, so sieht es im Garten von Ulrich und Anne Achinger nicht aus. Vor allem wollte das Ehepaar bei der Neugestaltung 2004 die Wildnis auf dem schrägen Grundstück beseitigen. Und das Auge sollte sich erfreuen.

Wie sah der Garten vor der Neugestaltung aus?

Ulrich Achinger: Es handelt sich ja nur um ein Gartenstück, das recht steil ist und völlig verwildert war, eine große Buche nahm uns die Aussicht. Wir wollten nicht mehr auf eine zwar grüne, aber öde Wildnis schauen. Gleichzeitig war der Garten ein Refugium für Vögel und andere Tiere aller Art.

Anne Achinger: Wir hatten hier Igel, Marder, Mauswiesel, und viele Vogelarten, wie Zilpzalp, Seidenschwanz, Zaunkönig und Grünfinken. Uns war wichtig, dass sie bleiben.

Sie haben sich dann einen Fachmann geholt.

Ulrich Achinger: Ja, Landschaftsarchitekt Michael Pawlas hat die Umgestaltung geplant und Peter Horst hat sie mit seinen Mitarbeitern umgesetzt.

Anne Achinger: Unsere Idee war damals, die Fläche mit japanischen Elementen zu gestalten, weil uns Form und Vielfalt solcher Landschaften gefiel. Außerdem wollten wir den Steilhang begehbar machen, und es sollte ganzjährig immer wechselnd etwas blühen. Der Gartenbauarchitekt hat dann die Planung vorgenommen unter dem Motto „Oase der Ruhe“.

Was hat sich verändert?

Ulrich Achinger: Erstmal wurden tonnenweise Steine in den Garten gekarrt. Mit denen haben die Gärtner Terrassen mit Trockenmauern angelegt, ein Kiesweg und Treppen führen den Hang hinauf. Zwei Podeste laden ein innezuhalten, auf einem steht ein Wasserbecken, eigentlich für rituelle Waschungen- bei uns baden vor allem die Vögel darin (lacht) - und ganz oben steht ein beleuchteter Wegweiser mit japanischen Schriftzeichen.

Anne Achinger: Nebenan führt ein öffentlicher Weg vorbei, eine Reihe Bambuspflanzen bietet da jetzt Sichtschutz. Dazu wurden Rhododendren, Azaleen, Schattenglöckchen, ein Ahornbusch und ein kleiner japanischer Rotahorn gepflanzt, der nicht so hoch wird. Die Scheinbuche lieben unsere Vögel. Meisen, Buchfinken und viele andere Vögel stärken sich an den Futtersäulen, und Mäuse ernähren sich von den Körnern, die runterfallen. Auch diverse Nachbarkatzen relaxen regelmäßig in unserem Garten - und das dürfen sie auch.

Wie viel Pflege braucht der japanische Garten?

Ulrich Achinger: Der Gedanke war ja gerade, dass er nicht so pflegeintensiv sein, aber trotzdem über die ganze Vegetationsperiode blühen sollte.

Anne Achinger: 2014 haben wir den Garten noch mal überarbeiten lassen. Der Frauenmantel musste zum Teil entfernt werden, weil er zu sehr wucherte. Hinzu kamen Funkien und Storchenschnabel.

Ulrich Achinger: Seitdem stutze ich regelmäßig den Bambus, dünge den Rhododendron und zupfe Unkraut, mehr ist nicht erforderlich.

Wie entspannen Sie im Garten?

Anne Achinger: Ich genieße es, mich mit einem Buch ans Fenster zu setzen, und mich zwischendurch an Pflanzen und Vögeln zu erfreuen.

Ulrich Achinger: Der Weg schlängelt sich nach oben, das soll immer neue Perspektiven ermöglichen und den Menschen zu einem langsameren Tempo veranlassen. Durch den Gang in die Höhe blickt man immer wieder in neue Richtungen, das hilft die Gedanken zu ordnen und beruhigt.

>>>HINTERGRUND

Ulrich und Anne Achinger sind 66 bzw. 64 Jahre alt. Sie haben zwei erwachsene Töchter.

Ulrich Achinger gehörte von 1992 bis 2017 dem Vorstand der Sparkasse Meschede an.

20 Jahre war er Mitglied im Verwaltungsrat der Diakonie Ruhr- Hellweg.

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