Polizei

Imker ratlos: Wer stiehlt in Freienohl 18 Bienenvölker?

Sieben Bienenvölker standen auf dieser Stellage.

Sieben Bienenvölker standen auf dieser Stellage.

Foto: Privat

Freienohl.  Kuno Neise ist ratlos und verärgert: Diebe haben dem Vorsitzenden des Freienohler Imkervereins 18 Bienenvölker gestohlen - die Arbeit von Jahren.

Es ist die Arbeit mehrerer Jahre, die Kuno Neise verloren hat. 18 Bienenvölker haben Unbekannte dem Vorsitzenden des Imkervereins Freienohl kurz vor Weihnachten gestohlen. Die Polizei meldete den Fall erst nach den Feiertagen, da noch offene Fragen zu klären waren.

Am Dienstag vor Weihnachten hatte Neise seinen Bienenstand an der Straße Auf der Feibe das letzte Mal kontrolliert. „Im Anschluss wurde es etwas kälter und ich wollte die Bienen, die am Lehrbienenstand unseres Vereins stehen, gegen die Varroa-Milbe behandeln.“ Doch da waren seine Bienenstöcke schon komplett abgeräumt.

Straße befahrbar

„Mindestens ein Kastenwagen, so groß wie ein Postauto“, vermutet auch Polizeipressesprecher Sebastian Held, müsse dafür vorgefahren sein. Die Straße ist nach Angaben von Neise zwar offiziell nicht für den Verkehr freigegeben, aber gut befahrbar.

120 bis 130 Euro kostet ein Bienvolk im Frühjahr. Dazu kommen die Kosten für den Kasten. „Aber kein Imker würde jetzt im Winter Bienen stehlen“, ist Kuno Neise nach Gesprächen mit der Polizei und Kollegen überzeugt. „Es sei denn, man hat den Auftrag, sie zu stehlen und gerade jetzt die Gelegenheit, sie abzutransportieren.“

Kalte Temperaturen sind tödlich

Es sei ja gar nicht klar, ob die Völker über den Winter kommen und auch nicht, ob sie den Transport überhaupt überleben. „Durch das Rütteln werden die Bienen, die im Winter wie eine Traube zusammenhängen, um sich zu wärmen, auseinandergeschüttelt. Kalte Temperaturen sind dann tödlich.“

Seinen persönlichen Verlust schätzt er weit höher als die Summe pro Volk, die die Versicherung übernehmen wird, weil Neise über den Deutschen Imkerbund versichert ist. „Das sind leicht mehrere tausend Euro“, schätzt er. Dabei sieht Neise nicht nur den aktuellen Wert seines Volkes, sondern auch den erwarteten Ertrag. Denn den Honig der 18 Völker kann er im kommenden Jahr nicht mehr verkaufen.

Hinzu kommt, dass sich der leidenschaftliche Imker seit 2015 der Königinnenzucht verschrieben hat. „Da war ich gerade in der Anerkennung“, sagt Kuno Neise. „Jetzt fang ich wieder bei Null an.“ Er selbst hat einen solchen Diebstahl in seiner ganzen Laufbahn in der Region noch nicht erlebt. „Und ich bin seit 40 Jahren Imker.“

Friedliche Insekten

Erst in den vergangenen Jahren hatte der Imkerverein den Lehrbienpfad aufgebaut und viel Zeit und Aufwand dort investiert. Immer wieder habe man dort auch gezeigt, wie Bienenvölker aufgebaut sind, wie der Imker Honig entnimmt und schleudert. Dabei habe man auch immer wieder zeigen können, wie friedlich die Insekten sind. Neise hofft, dass es niemand aus dem Kreis der Zuschauer ist, der ihm jetzt so übel mitgespielt hat.

Gemeinsam mit der Polizei hofft Neise, dass es Zeugen gibt, die beobachtet haben, wie ein verdächtiger Kastenwagen - den so groß muss das Fahrzeug mindestens gewesen sein - die Völker zwischen dem 19. und dem 21. Dezember eingeladen hat. Zeugen melden sich bitte bei der Polizei unter Tel. 90200.

Folgen Sie der WP Meschede auf Facebook!

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben