Pflege

In Bad Fredeburg leben Senioren mit Tieren im Haus Monika

Leben mit Tieren in einer Pflegeeinrichtung: Das Bad Fredeburger Pflegezentrum Haus Monika wurde in Bonn mit dem Geras-Preis der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen ausgezeichnet. 

Leben mit Tieren in einer Pflegeeinrichtung: Das Bad Fredeburger Pflegezentrum Haus Monika wurde in Bonn mit dem Geras-Preis der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen ausgezeichnet. 

Foto: Privat

Bad Fredeburg.   Ziegen, Pferde, Ponys, Esel und Alpakas: Die Bad Fredeburger Pflegeeinrichtung wurde für ihr Konzept nun mit einem Preis ausgezeichnet.

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Ein Bachlauf durchquert Wiesen, die von schönen, alten Bäumen umsäumt sind. Bänke laden zum Verweilen und zum Beobachten der Tiere des hauseigenen Bauernhofes oder der Wasservögel auf dem Teich ein.

Auf einem kleinen Bauernhof können Senioren Ziegen, Pferde, Ponys, Esel und Alpakas besuchen: Das Bad Fredeburger Pflegezentrum Haus Monika wurde nun als eines von drei Seniorenheimen bundesweit mit dem Geras-Preis der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) ausgezeichnet, weil es Bewohnern in vorbildlicher Weise einen Alltag mit Tieren ermöglicht und so zu mehr Lebensqualität beiträgt.

Das Pflegezentrum

Das Pflegezentrum Haus Monika steht für die vorbildliche Arbeit mit Tieren im ländlichen Raum. Dort wohnen 59 Seniorinnen und Senioren in neu

gebauten Hausgemeinschaften; im weitläufigen Park des Hauses liegt das dazugehörige, im Landhausstil errichtete Haus „Seniorenwohnen im Park“, speziell konzipiert für 40 Menschen mit Demenz.

Sie leben in vier Hausgemeinschaften mit zehn Personen zusammen. Alle haben die Möglichkeit, im großen, hauseigenen Park spazieren zu gehen und die Natur zu genießen.

Die Tiere

Ein kleiner Bauernhof lädt ein, die Tiere zu besuchen. Sie leben im Park von Haus Monika und auf den Wiesen beim Haus Seniorenwohnen im Park und lassen sich von Besuchern streicheln und füttern. Für viele Projekte sind die Tiere von großer Bedeutung, beispielsweise für das Vorleseprojekt mit der benachbarten Grundschule oder für Malaktionen mit den Tieren als Motiv.

Auf begleiteten Spaziergängen zum Pferdestall und der Wiese können die Bewohner zwei Reitpferde, eine Zuchtstute mit ihrem Fohlen, ein Kutschpferd, ein Pony und zwei Esel besuchen – und auch mithelfen, die Tiere zu füttern und zu pflegen. Bei gutem Wetter werden mit Pferd Balu Kutschfahrten gemacht.

Aber auch in den Wohngemeinschaften haben Tiere ein Zuhause gefunden: Katzen, Wellensittiche, ein Hund. Die Bewohner haben die Möglichkeit, beim Einzug ihr Haustier mitzubringen. Zweimal im Monat kommen die ehrenamtlichen Hundefreunde aus Schmallenberg.

Gemäß der Überzeugung und der Erfahrung „Tiere sind eine Wohltat für Körper und Seele“ sind die Tiere bereits seit 13 Jahren fester Bestandteil des Wohlfühlkonzeptes. Sie werden durch geschulte Mitarbeiter, die teilweise auch ihre Hunde mit zur Arbeit bringen, in das alltägliche Leben integriert.

Damit dies gelingt, finden hausinterne Schulungen und Vorträge durch einen Facharzt für Psychiatrie, Neurologie und klinische Geriatrie statt, unter anderem zur Biografiearbeit, die insbesondere bei Demenzkranken einen großen Stellenwert hat.

Der Preis

Eine Fachjury unter Vorsitz von Prof. Ursula Lehr hatte die Preisträger aus 71 Vorschlägen ausgewählt.

Die ehemalige Bundesfamilienministerin hob die positiven Auswirkungen einer tiergestützten Therapie hervor: „In den Einsendungen war häufig die Rede davon, dass der Kontakt zu einem Hund, einer Ziege oder einem Pferd ein Lächeln selbst in die Gesichter der Menschen zauberte, die ansonsten kaum noch Regungen zeigen. Es scheint wirklich so zu sein, dass Tiere etwas bewirken können, das uns Menschen versagt ist.“

Die Jury begrüße es, dass der Fortbildung eine große Bedeutung beigemessen werde und diese durch einen qualifizierten Geriater erfolgt.

Darüber hinaus könne die Arbeit impulsgebend für Pflegeeinrichtungen sein, die im ländlichen Bereich angesiedelt sind oder über angrenzende Flächen verfügen. Auch der seit 2015 als Vorsitzender der BAGSO amtierende Franz Müntefering gratulierte den Preisträgern.

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