Kirche

In der Sögtroper Kapelle entsteht ein Escape-Room

Im Innern wird die St.-Blasius-Kapelle zurzeit für das Spiel umgebaut. Es soll Geheimfächer, versteckte Hinweise und Gegenstände geben.

Im Innern wird die St.-Blasius-Kapelle zurzeit für das Spiel umgebaut. Es soll Geheimfächer, versteckte Hinweise und Gegenstände geben.

Foto: Josef Lumme

Sögtrop.   Mit einer spannenden Idee will der Dekanatsjugendreferent Christopher König Menschen ins Gespräch bringen. Unterstützung geben die Sögtroper.

April 1946. Die Sögtroper wollen ihr Versprechen halten und als Dank dafür, dass ihr Dorf im Zweiten Weltkrieg verschont wurde, ein großes Hochamt feiern. Hat es dieses Gelöbnis überhaupt gegeben? Und warum gibt es Menschen, die nicht wollen, dass die Pläne umgesetzt werden? Eine knifflige Aufgabe gibt es in einem Live-Escape-Room, der aktuell in der Sögtroper Kapelle eingerichtet wird.

Für 60 Minuten werden Besucher dort eingeschlossen - und müssen das Rätsel um ein verschwundenes Schriftstück lösen, um wieder frei zu kommen. Im Interview erzählt Christopher König, Dekanatsreferent für Jugend und Familie vom Dekanat Hochsauerland Mitte, über die Hintergründe des Angebots - und was es mit den Themen „Glaube“ und „Kirche“ zu tun hat.

In Sögtrop soll bald ein Live-Escape-Room entstehen. Ein ähnliches Angebot in der Nähe gibt es nicht. Wie kam es zu der Idee?

Christopher König: Als Mitarbeiter des Erzbistums aus Paderborn bin ich immer darum bemüht, innovative Projekte umzusetzen und die Kirche und Glaubenskommunikation moderner zu gestalten. Ein verrücktes aber spannendes Beispiel dafür ist ein solcher Live-Escape-Room. In dieser Form hat es ihn bisher nur im Paderborner Dom gegeben. Ich fand die Idee super spannend und sehe darin viel Potenzial. Deswegen wollte ich die Idee auch in den ländlichen Raum holen.

Und warum ausgerechnet nach Sögtrop?

In Sögtrop gibt es eine aktive und motivierte Dorfgemeinschaft, die uns bei der Umsetzung tatkräftig unterstützt. Außerdem ist die Lage perfekt - unter anderem, weil das Dorf unmittelbar am Reister Kapellenweg liegt.

Und worum geht es bei diesem Live-Escape-Room?

Hintergrund ist immer eine Geschichte und ein Rätsel, das Teilnehmer lösen müssen. In diesem Fall geht es um eine wahre Begebenheit, die wir etwas weiter gesponnen haben. Dahinter stecken die Spieleentwickler von „domlocked“ aus Dortmund, sie haben die Geschichte des Orts aufgenommen und für das Spiel weiter entwickelt. Die Kapelle schafft dann die ganz besondere Atmosphäre. Ich bin sicher, dass das Angebot bei den Schmallenbergern aber auch bei vielen Menschen aus der Umgebung gut ankommen wird.

Worum geht es bei der Geschichte?

Zu viel kann ich natürlich noch nicht verraten (lacht) - aber: es wird auf jeden Fall ziemlich knifflig und es ist Teamarbeit gefragt. Es geht um einen Vorfall nach dem Zweiten Weltkrieg. Sögtrop blieb weitestgehend verschont. Deswegen hat die damalige Dorfgemeinschaft ein Gelöbnis abgelegt und wollte ein Hochamt feiern. Damit war aber nicht jeder einverstanden. Den Rest müssen die Besucher schon selbst rausfinden.

Wie läuft so ein Spiel ab? Wird man tatsächlich in der Kapelle eingeschlossen?

Ja. Die Kapelle wird derzeit umgebaut. Es wird Geheimfächer, versteckte Rätsel, Hinweise und Gegenstände dort geben. Anhand dieser Sachen kann man gemeinsam den Hintergründen auf die Spur kommen. Es geht dabei um Kombinieren, logisches Denken und ganz wichtig: Teamarbeit. Die Goldformel lautet übrigens: reden, reden, reden (lacht).

Und wie wird für die Sicherheit garantiert?

Es gibt Spielleiter, die alles überwachen. Diese Aufgabe übernehmen die Dorfbewohner - 24 helfen mit. Ihr Engagement ist einfach klasse. In der Kapelle werden zwei oder drei Kameras installiert. Dadurch hat der zuständige Spielleiter alles im Blick und kann notfalls auch Hilfestellungen geben. Im Raum können die Spieler dann den Schlüssel finden und sich aus der Kapelle befreien.

Ist das Angebot für jede Altersklasse geeignet?

Ab 14 Jahren kann man alleine als Gruppe teilnehmen, ab 12 Jahren in Begleitung von Erwachsenen. Das liegt am Schwierigkeitsgrad des Rätsels, und nicht daran, dass es nicht sicher wäre.

Ab wann und wie oft kann man in Sögtrop spielen?

In der Zeit vom 1. bis zum 24. Juli werden von 8 bis 20 Uhr Spieltermine angeboten. Die Dorfgemeinschaft hat sich 75 Termine als Ziel gesetzt. Zum Vergleich: In Paderborn waren es 14 Spieltermine - und die waren innerhalb von zwei Stunden ausgebucht.

Was ist das Ziel des Angebots - und was hat es mit Kirche und Glauben zu tun?

Wir möchten Menschen zusammenbringen und gleichzeitig Glaubensgeschichten erzählen. Was hat Glaube für die Menschen früher bedeutet? Welche Relevanz kann Glaube heute noch für mich haben? Würde heute eine Dorfgemeinschaft noch ein solches Gelöbnis vor Gott ablegen? Es ist eine Reise in der Zeit.

Und wie wird der Live-Escape-Room finanziert?

Es gibt für das Projekt Fördermittel vom Erzbistum Paderborn. Heißt: Es wird über Kirchensteuer-Mittel finanziert.

>>> HINTERGRUND

Vom 1. bis 24 Juli werden zwischen 8 und 20 Uhr insgesamt 75 Spieltermine angeboten.

Anmeldungen unter 0291/9916-60. Das Büro ist montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr besetzt, mittwochs und freitags von 8 bis 12 Uhr besetzt

Die Kosten für ein Spiel belaufen sich auf 10 Euro pro Person (Erwachsene). Jugendliche (14 bis 18) zahlen fünf Euro, Familien und Schulklassen 25. Weitere Infos gibt es online unter: www.das-geloebnis-soegtrop.de

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