Erziehung

In der Stadt Schmallenberg fehlen Kindergartenplätze

Auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte haben seit einigen Jahren  auch Eltern einen Anspruch, deren Kinder noch jünger als drei Jahre sind. Das hat für eine höhere Nachfrage gesorgt, zudem steigen die Geburtenzahlen wieder.

Foto: dpa/Monika Skolimowska

Auf einen Betreuungsplatz in einer Kindertagesstätte haben seit einigen Jahren auch Eltern einen Anspruch, deren Kinder noch jünger als drei Jahre sind. Das hat für eine höhere Nachfrage gesorgt, zudem steigen die Geburtenzahlen wieder.

Schmallenberg.   Für das kommende Kindergartenjahr fehlen in Schmallenberg zahlreiche Betreuungsplätze. Ein zwei Millionen Euro teures Bauprojekt ist geplant.

Für die Jüngsten gibt es in der Stadt zu wenige Kindergartenplätze. Dass die Plätze ab dem kommenden Sommer nicht mehr ausreichen würden, war bereits abzusehen, jetzt bestätigen es die Anmeldezahlen. Insgesamt 849 Kinder wurden von ihren Eltern für das kommende Kindergartenjahr angemeldet, das sind noch einmal 37 mehr als im laufenden Kindergartenjahr. Deshalb plant die Stadt nun ein Bauprojekt für rund zwei Millionen Euro.

Der Bedarf an Plätzen ist höher als das Angebot, vor allem in der Kernstadt, in Bad Fredeburg und in Fleckenberg gibt es Engpässe. In Bad Fredeburg besuchen nach Angaben des Jugendamts aktuell 119 Kinder die Kitas, angemeldet wurden nun 127. In Fleckenberg fehlen 8 Plätze und in der Kernstadt wurden für das kommende Kindergartenjahr 33 Kinder mehr angemeldet, als aktuell betreut werden.

Dabei gab es gerade in der Kernstadt schon für das laufende Jahr Engpässe. Nur weil einige Eltern einwilligten, ihre Kinder in Grafschaft betreuen zu lassen, konnte das Jugendamt allen Familien Plätze zur Verfügung stellen.

Rechenaufgabe für das Jugendamt

Laut Jugendamt haben verschiedene Entwicklungen zu dem gestiegenen Bedarf in der Kinderbetreuung geführt: 2013 trat in Deutschland der Rechtsanspruch auf eine Betreuung von Unter-Dreijährigen ein. „Im Lichte dieses Rechtsanspruchs haben insbesondere die Städte und Gemeinden in den letzten zehn Jahren einen Kraftakt unternommen, um das U3-Angebot flächendeckend auszubauen“, schreibt Jugendamtsleiter Ludger Frisse in einer Vorlage für den Jugendhilfeausschuss.

Und der Bedarf steige weiter an. Wurden im Kindergartenjahr 2014/2015 noch 134 Unter-Dreijährige in den Schmallenberger Kitas betreut, sind für 2018/2019 insgesamt 222 angemeldet. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der älteren Kindergartenkinder zwar nur von 623 auf 627 gestiegen, sie lag zwischenzeitlich aber auch einmal bei nur 593.

Auf diese Schwankungen muss sich das Jugendamt ebenfalls einstellen – räumlich, finanziell und personell. „Aufgrund steigender Geburtenzahlen sowie der Zuwanderung“ nehme der Bedarf an Ü3-Plätzen wieder zu, so Frisse.

Schule bietet Platz für vier Gruppen

Dem muss sich die Stadt nun stellen und bis zum Sommer Lösungen schaffen. Die Plätze reichen rechnerisch schon jetzt nicht, außerdem zeige die Erfahrung des Jugendamts, dass in den nächsten Monaten noch weitere Anmeldungen hinzukommen werden. Um die Situation zu entspannen, plant die Stadt wie berichtet den Umbau der ehemaligen Valentinschule.

Dort sollten im Erdgeschoss zwei Kindergartengruppen und zehn zusätzliche Plätze in der Kindertagespflege entstehen. Doch auch das wird voraussichtlich nicht ausreichen. Deshalb will die Stadt das Bauprogramm nun ausweiten und auch im ersten Obergeschoss ausweiten. Insgesamt gebe es im Gebäude Kapazitäten für vier Gruppen plus zehn Plätze in der Kindertagespflege.

Geschätzte zwei Millionen Euro wird das Bauvorhaben kosten. Wie genau es finanziert werden soll, was baulich geschehen wird und was das für die übrigen Nutzer der ehemaligen Valentinschule bedeutet – das werden die politischen Vertreter in der kommenden Sitzungsperiode besprechen und entscheiden müssen.

>> BAUVERZÖGERUNG IN FLECKENBERG

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