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In der Wahrheit liegt die Freiheit - Dieter Wurm im Gespräch

Dieter Wurm, ehemaliger Studienrektor, Fachlehrer für Deutsch und Geschichte Wanderfreund und Tennisspieler blickt auf sein bewegtes Leben zurück. 

Dieter Wurm, ehemaliger Studienrektor, Fachlehrer für Deutsch und Geschichte Wanderfreund und Tennisspieler blickt auf sein bewegtes Leben zurück. 

Foto: Sabina Butz

Meschede.   Wenn der Tag gut mehr als 24 Stunden gebrauchen könnte: Der ehemalige Studiendirektor Dieter Wurm blickt zurück.

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An seine Kindheit habe er nur gute Erinnerungen: „Mein Vater war Zahnarzt, mein Zuhause lag direkt neben dem Land des Kardinals von Galen, auf dessen Wiesen wir im Sommer spielten und im Winter „Eishockey“ übten. Eine unbeschwerte und schöne Zeit.“

Natürlich hätte der Vater es gern gesehen, wenn der Sohn in seine Fußstapfen getreten wäre, aber Dieter Wurm hatte schnell entdeckt, dass sein Interesse mehr den sprachlichen und geschichtlichen Dingen galt. Er studierte Deutsch und Geschichte für das Lehramt am Gymnasium in Innsbruck und Münster und kam als Referendar nach Arnsberg. Damals lernte er auch eine, später seine, Frau kennen, deren Eltern aus Schlesien stammten.

Bei einem Besuch der Abtei Königsmünster traf er zufällig auf den damaligen Schulleiter Pater Winfried (Dr. Winfried Kämpfer OSB).Man kam ins Gespräch, welches damit endete, dass Pater Winfried die Gelegenheit beim Schopf ergriff und den Junglehrer per Handschlag für das Gymnasium der Benediktiner rekrutierte. „Das ging ruckzuck, und dabei ist es bis zur Pensionierung geblieben“.

Außen- und Innenminister

Das Ehepaar Wurm ließ sich in Meschede nieder und bekam fünf Kinder. „Den Alltag gestalteten wir auf Augenhöhe und politically correct: Der Vater wirkte als Außenminister, die Mutter als Innenministerin.“ Beruflich wirkte Dieter Wurm als Fachlehrer für Deutsch und Geschichte und darüber hinaus als Fachleiter für Deutsch in Arnsberg und Hamm. Ein Fachleiter ist so etwas wie ein Lehrer für angehende Lehrer, auf jeden Fall ist es mit viel Arbeit verbunden.

Aber das allein (große Familie, Schulunterricht, Fachleiter) reichte noch nicht, um die Kapazitäten von Dieter Wurm zu erschöpfen. Der Außenminister übernahm sukzessive eine Vielzahl von Verpflichtungen im kommunalen und regionalen Bereich.

„Der Tag hat 24 Stunden. Und wenn das nicht reicht, wird die Nacht hinzugenommen.“, erklärt Dieter Wurm seine Arbeitseinteilung. Demnach muss man wohl davon ausgehen, dass er ein guter Nachtarbeiter war: Als Vorsitzender des Sauerländer Heimatbundes sowie als Mitglied des Verwaltungsrates des westfälischen Heimatbundes war seine Bereitschaft für weitere Aufgaben immer noch hoch: Er engagierte sich in der Stadtvertretung Meschede, im Kreistag, im Freundeskreis Megiddo (ebenfalls als Vorsitzender) und im künstlerischen Beirat des Waldskulpturenwegs.

2000-Kilometer-Wanderung

Einen Namen machte Dieter Wurm sich in ganz Westfalen als er Vorsitzender der LWL (Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe) wurde. Das sogenannte Westfalenparlament brachte ihm neben der großen Verantwortung einen respektvollen Ruf weit über die regionalen Grenzen hinaus.

Davon will er allerdings nichts wissen, selbst wenn seine Verdienste von einer Regierungspräsidentin (Renate Drewke) als „auszeichnungswürdig“ bezogen auf alle Verdienste, die sie im einzelnen gar nicht aufzählen könne, im Zusammenhang mit der Verleihung des Verdienstkreuzes der BRD beschrieben wurden.

Auch sportlich „mischte“ er mit: Der örtliche Tennisclub, dessen Ehrenvorsitzender er heute noch ist, verdankt ihm viel. Wen wundert es jetzt noch, dass er „nebenbei“ in einem privaten Wanderfreundeskreis 2000 (in Worten zweitausend) km zurücklegte: Auf dem Europäischen Fernwanderweg Nr 1, von Dänemark bis Genua. „Das ist jetzt nicht wirklich so ungewöhnlich, oder?“ Naja, das lassen wir jetzt mal so stehen.

Nicht nur reden, sondern handeln

Sein Motto benennt Dieter Wurm spontan: „In veritate libertas“ (In der Wahrheit liegt die Freiheit). Es stammt aus seiner Innsbrucker Studentenverbindung. Die Wahrheit zu finden ist Aufgabe, Verantwortung und beinhaltet auch die praktische Umsetzung: „Nicht nur reden, sondern handeln.“

Darin steckt auch immer der pädagogische Ansatz: Es reicht nicht, dass etwas technisch perfekt ist, wenn die Seele nicht enthalten ist. Theoretische Durchdringung ist die Basis für die praktische Umsetzbarkeit. Kontroversen aushalten, um zu konstruktiven Lösungen zu finden, gedeiht nur in einem Klima von Vertrautheit und Kontinuität.

Darüber nachzudenken, lohnt sich für jeden Menschen.

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