Notfälle

In nur sieben Wochen: Neue Helfer retten erste Leben

Auch er hat sich als mobiler Retter registrieren lassen: Karsten Müller, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im HSK, mit der App auf seinem Handy, über die er im Notfall alarmiert werden kann.

Auch er hat sich als mobiler Retter registrieren lassen: Karsten Müller, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im HSK, mit der App auf seinem Handy, über die er im Notfall alarmiert werden kann.

Foto: Jürgen Kortmann

Meschede.  Schneller als der Rettungswagen: Die ersten Einsätze für die neuen mobilen Retter in Meschede und den anderen Städten im Hochsauerlandkreis.

Das neue System rettet Leben: Die neuen mobilen Retter im Hochsauerlandkreis sind in nur sieben Wochen bereits zu 29 Einsätzen ausgerückt, um Menschen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand oder bei Bewusstlosigkeit zu helfen. Erst Anfang Oktober war diese neue Idee, Ersthelfer zu alarmieren, offiziell eingeführt worden. Diese besonderen Ersthelfer stehen für den Fall bereit, dass sie zufällig in der Nähe eines Einsatzortes sind und diesen erkennbar schneller erreichen können als ein Rettungswagen. Sie schließen damit die zeitliche Lücke, die so vieles ausmachen kann. Denn: Nach drei bis fünf Minuten treten durch Sauerstoffmangel irreversible Hirnschäden auf.

Große Bereitschaft zum ehrenamtlichen Engagement

Und auch die Bereitschaft, sich zusätzlich ehrenamtlich zu engagieren, ist groß. Denn inzwischen stehen auch bereits 460 mobile Retter bereit, die von der Kreisleitstelle in Meschede-Enste aus alarmiert werden können - sie sind allesamt bereits dafür zusätzlich geschult worden. 270 waren das zu Beginn. Und zu den jetzt 460 kommen weitere 190 hinzu, die noch ihre zusätzliche Schulung absolvieren müssen. Damit wird auch das angestrebte Ziel von rund 500 mobilen Rettern, wie es sich Projektkoordinator Franz Wegener beim Hochsauerlandkreis gewünscht hat, bald mühelos erreicht. Solch eine hohe Zahl ist wichtig im ländlichen Raum, wo lange Anfahrtswege für den Rettungsdienst bestehen.

GPS-Komponente ortet die Helfer

Kreis-Sprecher Martin Reuther lobt die Bereitschaft der Helfer: „Wir sind eine Ehrenamtsregion.“ Bislang kommen die meisten mobilen Retter aus den Reihen von Feuerwehr, Rettungsdienst und den anderen Hilfs-Organisationen. Auch Krankenpfleger und Arzthelferinnen müssen wissen: Auch sie mit ihrem medizinischen Wissen können sich als mobile Retter registrieren lassen.

Wer sich registrieren lässt, wird durch die GPS-Komponente seines Smartphones in der Nähe eines Einsatzortes geortet. Die Leitstelle alarmiert ihn dann über eine App – wenn berechenbar ist, dass der mobile Retter früher als der Rettungsdienst eintreffen kann. Die nächsten fünf mobilen Retter um einen Einsatzort herum werden dann alarmiert, zwei erhalten einen Einsatzauftrag. Bei den bislang 29 Einsätzen ist das erfolgt: Jeweils zwei sind dorthin geeilt, rund 60 mobile Helfer hatten somit ihre erste Alarmierung erhalten.

Mehr Infos gibt es hier zu den mobilen Rettern.

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