Ehrenamt

In Nuttlar steht die Existenz des Dorflebens auf dem Spiel

Die alte Schule in Nuttlar. Aktuell probt hier lediglich der Männergesangverein des Ortes. Künftig sollen aber alle Vereine die Möglichkeit bekommen, Räume zu nutzen.

Die alte Schule in Nuttlar. Aktuell probt hier lediglich der Männergesangverein des Ortes. Künftig sollen aber alle Vereine die Möglichkeit bekommen, Räume zu nutzen.

Foto: Jörg Fröhling

Nuttlar.   Es ist eine Menge Geld, die die Gemeinde Bestwig in die Hand nehmen muss - aber immerhin geht es hier um das Dorfleben in Nuttlar.

Es ist eine Menge Geld, die die Gemeinde Bestwig in die Hand nehmen muss - aber immerhin geht es hier um das Dorfleben in Nuttlar. Die Dorfgemeinschaft hat sich mit einem Antrag an die Verwaltung gewendet, weil sie erreichen möchte, dass die Vereine des Ortes künftig die Alte Schule nutzen können.

Rund 430.000 Euro würden die Umbaumaßnahmen verschlingen. „Eine enorme Summe“, wie Ortsvorsteher und Christdemokrat Markus Sommer im Gemeinderat einräumen musste. Das wisse man in Nuttlar selbst. Aber die Nutzung der Räume sei existenziell für ein funktionierendes Dorfleben.

Probleme mit dem Brandschutz

Derzeit wird ein ehemaliger Unterrichtsraum im Obergeschoss der alten Schule lediglich vom Männergesangverein genutzt. Eine weitere Nutzung ist aktuell aus Gründen des Brandschutzes nicht möglich. Ziel der Dorfgemeinschaft ist es, weitere Räume für die Nutzung der Vereine herzurichten. Außerdem ist geplant, einen WC-Raum im ersten Obergeschoss als Lagerraum für das Dorfarchiv umzunutzen.

Das Projekt, so betonte Markus Sommer, beschäftige die Dorfgemeinschaft bereits seit vielen Jahren. Im Bewusstsein, dass die Umsetzung hohe Kosten mit sich bringen wird, habe man sich immer wieder nach Förderprogrammen umgesehen. Vergeblich. Beim Leader-Programm passte das Projekt nicht in die Rahmenbedingungen. Und das Dorferneuerungsprogramm sei damals nicht in Frage gekommen, weil es noch kein Integriertes Kommunales Entwicklungskonzept (IKEK) gegeben habe. Weil es das aber inzwischen gibt, habe man sich entschieden, einen neuen Versuch zu starten, so Sommer. Zumal sich der Bedarf deutlich erhöht habe und inzwischen auch die Zeit dränge. Denn: Wie bereits berichtet, sollen Räume des Pfarrheims, die aktuell noch von den Vereinen genutzt werden, in eine Tagespflege umgewandelt werden.

Keine vergleichbaren Räume

Die Bausubstanz der Alten Schule ist zwar weitgehend in Ordnung. Dennoch fallen hohe Kosten an - in erster Linie, um den heutigen Anforderungen an den Brandschutz gerecht zu werden, aber auch für diverse Umbaumaßnahmen. Elektrische Anlagen müssen geprüft und im Zweifel ausgetauscht werden, Türen und Fenster müssen erneuert und der WC-Bereich von Grund auf saniert werden. Außerdem soll unter anderem eine barrierefreie Fluchtrampe geschaffen werden.

Auf alles, was nicht zwingend erforderlich sei, wolle die Dorfgemeinschaft mit Blick auf die ohnehin schon hohen Investitionskosten bewusst verzichten, betonte Sommer und hob gleichzeitig noch einmal die enorme Bedeutung des Projektes für den Ort hervor. Gerade nach dem Wegfall des Pfarrheims gebe es keine vergleichbaren Räume. Von dem Vorhaben profitiere letztlich der gesamte Ort, warb er im Gemeinderat - und stieß auf offene Ohren. Franz-Josef Blüggel von der SPD - ebenfalls aus Nuttlar - sicherte die 100-prozentige Unterstützung der Sozialdemokraten zu. Der Umbau der alten Schule sei enorm wichtig für sämtliche Vereine und damit für die weitere Gestaltung des Dorflebens.

Haushaltsberatungen abwarten

Trotz der Einigkeit in beiden Fraktionen, das Projekt zu unterstützen, sofern es dafür die erwarteten Fördermittel geben wird, können die erforderlichen Gelder der Gemeinde erst im Zuge der Haushaltsberatungen für 2020 bereitgestellt werden. Entsprechend hat der Rat die Verwaltung beauftragt, die Investitionsmittel sowie die zu erwartenden Fördermittel im Haushalts-Entwurf 2020 vorzusehen.

Eine endgültige Beschlussfassung wird dann im Rahmen der Haushaltsverabschiedung Ende des Jahres erfolgen.

Lagerraum für das Dorfarchiv

Das Nutzungskonzept, das auf den Wünschen der Dorfgemeinschaft Nuttlar basiert, sieht keine Veränderungen bei der Nutzung des Erdgeschosses und des ersten Obergeschosses vor. Lediglich der 16 Quadratmeter große WC- Raum im ersten Obergeschoss soll als Lagerraum fürs Dorfarchiv umgenutzt werden.

Im zweiten Obergeschoss sollen zusätzliche Räume zur Nutzung durch die Dorfvereine hergerichtet werden.

Im Einzelnen sollen in folgenden Räumen folgende
Nutzungen angelegt werden: ein kleiner Gemeinschaftsraum (56 Quadratmeter für die Dorfvereine, ein großer Gemeinschaftsraum (63 Quadratmeter) für die Dorfvereine, gemeinschaftliche Nutzung beider Räume (durch Trennwand) insgesamt rund 120 Quadratmeter, ein Probenraum (56 Quadratmeter) für den Männergesangsverein ein Herren- WC (6 Quadratmeter), ein Damen- WC (6 Quadratmeter), ein Behinderten- WC (6 Quadratmeter), ein Abstellraum (7 Quadratmeter.

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