Karneval

In Wenholthausen gibt ein 20-Jähriger den Ton an

Karneval in Wenholthausen, hier beim jährlichen Prinzenball: Sitzungspräsident Max Stracke mag vor allem, dass dabei der Spaß im Vordergrund steht – „wir sind ein ganz lockerer Verein hier“.

Karneval in Wenholthausen, hier beim jährlichen Prinzenball: Sitzungspräsident Max Stracke mag vor allem, dass dabei der Spaß im Vordergrund steht – „wir sind ein ganz lockerer Verein hier“.

Foto: Archiv

Wenholthausen.   Er ist solange gewählt, bis er nicht mehr möchte: Max Stracke erzählt, warum er als 20-Jähriger schon Sitzungspräsident im Karneval ist.

Sitzungspäsidenten im Karneval sind in den meisten Fällen gestandene Männer. Viele stehen schon Jahre auf der Bühne. Beim WCV steht auch ein gestandener Mann im Fokus, zumindest was das Äußere angeht. Max Stracke ist mit gerade mal 20 Jahren der jüngste Sitzungspräsident in der Gemeinde Eslohe.

In Wenholthausen wird der Sitzungspräsident von der Generalversammlung des Vereins gewählt. Eckhard Wiese gab 2017 das Amt nach fünf Jahren auf. Den neuen Kandidaten hatten aber wohl nur wenige auf dem Schirm und der hatte bis zum November 2016 kaum etwas mit dem WCV zu tun. Vorher stand Stracke nur einmal auf der karnevalistischen Bühne, als Teil eines Gesang-Quartetts. Er half auch schon mal beim Auf- und Abbau der Bühne. Beim zweiten Termin für die Hölter Prunksitzung, fiel ein Mitglied des Elferrats aus. Stracke sprang ein.

Gewählt, bis man nicht mehr möchte

Einige Tage nach der Veranstaltung fragte er Michael Chiekowski, erster Vorsitzender des WCV, wo er seine Elferratskleidung abgeben sollte: „Schlingel“ sagte mir, ich solle damit vorbei kommen, er wolle sowieso was mit mir besprechen.

Ich war total überrascht, als er mich fragte, ob ich Sitzungspräsident werden wolle“, erinnert sich der Auszubildende im Zimmermannshandwerk. Er bat sich eine Bedenkzeit aus. „Ich habe mir gedacht, wieso nicht. Ich probier das einfach“, so Stracke. Aber es fehlte ja noch das Votum der Versammlung. Im Februar 2017 wurde Stracke gewählt.

Das Amt des Sitzungspräsidenten wird auf unbestimmte Zeit gewählt, bis man nicht mehr möchte. „Mir gefällt das Amt sehr, sehr gut“, grinst Stracke. Er hatte eine gute Vorbereitung durch Vorgänger Wiese. Der übergab ihm seine Erfahrungswerte, zum Beispiel den ungefähren Zeitplan einer Sitzung: zehn Minuten für Tanzeinlagen, 20 Minuten für eine Büttenrede. Welche Aufgaben hat der Hölter Sitzungspräsident denn, außer durch den Abend zu führen? „Ich schaue mir die einzelnen Programmpunkte vorher an und mache mir Notizen, die ich später für die Moderation brauche. Wenn die einzelnen Nummern stehen, baue ich das Programm zusammen. Außerdem nehme ich an allen Vorstandssitzungen teil“, erklärt Stracke.

Multitalent mit Bühnenerfahrung

Im November 2017 leitete der junge Mann die ersten beiden Prunksitzungen. „Ich war vorher gar nicht aufgeregt. Auf der Bühne habe ich einfach losgelegt“, lacht er. „Erst als alles vorbei war, war ich ganz unsicher, ob es gut oder schlecht war. Doch es kamen überwiegend positive Reaktionen. Wenn es negative Anmerkungen gab, waren es konstruktive Vorschläge, was man besser machen kann. Bei der zweiten Sitzung war ich schon lockerer“, so Stracke.

Bühnenerfahrung hat das Multitalent ja schon. Er spielte schon bei den Musicals der Realschule mit und ist Musiker bei der heimischen Lyra. Außerdem spielt er dieses Jahr erstmals beim Original Wennetal-Theater mit. „Das Schönste am Karneval in Wenholthausen ist aber, dass wir ein ganz lockerer Verein sind. Du kannst überall bei den Angeboten mitmachen, musst aber nicht. Wenn man keine Zeit hat, zu anderen Sitzungen mitzufahren oder im Reister Zug mitzugehen, ist das auch okay. Es gibt keine Vorgaben, wie man was zu machen hat. Bei uns steht einfach der Spaß im Vordergrund“, versichert der jüngste Präsident.

>>>HINTERGRUND<<<

Der 20-jährige Max Stracke ist seit Februar 2017 Sitzungspräsident des WCV.

Seit seinem 14. Lebensjahr spielt er aktiv in der Lyra Wenholthausen Schlagzeug.

Am Sonntag, 11. Februar, um 16 Uhr ist Stracke erstmals auch Darsteller in der Komödie „Dreistes Stück im Greisenglück“ auf der Bühne des Original-Wennetal-Theaters in der Schützenhalle. Weitere Termine: Samstag, 24. Februar, um 19 Uhr und Samstag, 3. März, um 19 Uhr.

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