Menschen in Schmallenberg

Johannes Börger aus Fleckenberg sieht in Nepal zweite Heimat

  Johannes Börger (69) ist beruflich und privat vielfältig unterwegs. In Fleckenberg fühlt er sich heimisch. Foto: Nina Kownacki

  Johannes Börger (69) ist beruflich und privat vielfältig unterwegs. In Fleckenberg fühlt er sich heimisch. Foto: Nina Kownacki

Fleckenberg.   Johannes Börger kommt gebürtig aus Fleckenberg – seine zweite Heimat hat er in Nepal gefunden. Dort engagiert er sich als Entwicklungshelfer

Johannes Börger reist viel um die Welt. Nepal ist seine zweite Heimat, dennoch kann sich der gelernte Bauer nicht vorstellen, woanders als in seinem Heimatort Fleckenberg zu leben.

Herr Börger, was führt Sie nach Schmallenberg?

Johannes Börger: Ich bin in Fleckenberg geboren und großgeworden. Unser jetziges Haus wurde im Jahr 1784 gebaut und unser Hof ist der dokumentarisch nachweislich älteste Hof in Fleckenberg von 1361. Dieser ist auch immer in der Familie geblieben.

Was gefällt Ihnen an Fleckenberg?

Fleckenberg hat eine sehr intakte Dorfgemeinschaft, was man auch daran sieht, dass sich der Ort komplett selbstständig digitalisiert hat. Außerdem gibt es einen schönen Dorfmittelpunkt mit Sportstätten, Kindergarten, Kirche und Schützenhalle.

Was bedeutet Heimat für Sie?

Ich fühle mich in meiner Heimat sehr wohl. Sie gibt mir das Gefühl von Zuhause, ein Zuhause, wo ich die Leute um mich herum kenne - und sie mich auch. Auch wenn ich schon viel von der Welt gesehen habe und meine Frau ein Haus in Nepal besitzt, zieht es mich immer zurück in meinen Heimatort.

Hier habe ich mein Leben lang Fußball gespielt, war in Vereinen tätig und spielte 40 Jahre im Theater. Das schafft Verbundenheit. Dennoch würde ich sagen, dass Nepal meine zweite Heimat ist.

Was machen Sie beruflich?

Ich bin schon immer Bauer gewesen, aber verfolge verschiedene berufliche Projekte, auch wenn ich schon in Rente bin. Neben meinen verschiedenen Tätigkeiten am und neben dem Hof, bin ich außerdem Reisevermittler und organisiere mehrmals im Jahr verschiedene Touren durch Nepal und rund um die Welt.

Wie sind Sie nach Nepal gekommen?

Von 1971 bis 1973 bin ich durch den Deutschen Entwicklungsdienst nach Nepal als Entwicklungshelfer gekommen. Dort habe ich auch meine Frau kennengelernt, mit der ich schon seit damals verheiratet bin. Die Entwicklungshilfe hat mich seitdem nie losgelassen, weshalb ich mich bis heute für die Menschen vor Ort engagiere.

Welche Projekte verfolgen Sie momentan in Nepal?

Unsere ursprüngliche Motivation war es, mit dem Verein „Lichtblick Nepal“ den ortsansässigen Menschen rundum das Erdbebengebiet im Jahre 2015 zu helfen. Wir haben viel Gutes getan, das Projekt wuchs immer weiter. Daraus folgten viele weitere Unterstützungen - wie momentan zu Wasser- und Bildungsprojekten.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Vereines?

Ich wünsche mir, dass wir weiterhin passende und gute Projekte finden, wo wir unsere Hilfe und Spenden gut anlegen können. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Menschen vor Ort Eigeninitiative zeigen. Das ist uns sehr wichtig.

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