Anschlag

Keine 100-prozentige Sicherheit, sagen Abgeordnete

Nach dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt: Stilles Gedenken in Berlin.

Nach dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt: Stilles Gedenken in Berlin.

Foto: Sean Gallup

Meschede.   Nach dem Anschlag: Patrick Sensburg fordert eine Befragung durch Geheimdienste bei der Einreise, Dirk Wiese warnt vor voreiligen Schlüssen.

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Die beiden heimischen Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg (CDU) und Dirk Wiese (SPD) sind während der Terror-Attacke, die sich am Montagabend in Berlin ereignet hat, in Sicherheit gewesen. Sie hielten sich daheim im Hochsauerlandkreis auf. Gegenüber unserer Zeitung äußerten sie sich zu dem Anschlag.

Gedrückte Stimmung

Wiese hatte zur Weihnachtsfeier nach Brilon eingeladen: Seine Teams aus Berlin und Meschede waren dort versammelt. „Die Stimmung war gedrückt“, berichtete er - vor allem die Mitarbeiter aus Berlin versuchten Kontakt zu Familien und Freunden herzustellen, nachdem bekannt geworden war, dass es einen Anschlag gegeben hatte. Noch wenige Minuten zuvor hatte Wiese sich fröhlich auf seiner Facebook-Seite präsentiert: „Weihnachtsfeier im schönsten Wahlkreis überhaupt!“, versehen mit fröhlichem Smiley, Tannenbaum und Party-Symbol. Es habe sich mit der schrecklichen Nachricht überschnitten, sagte Wiese am Dienstag Nachmittag und postete direkt: „Wir trauern um die Opfer!“ Eigentlich, berichtete er, hätten die Teams eine Woche vorher in Berlin einen Weihnachtsmarkt besuchen wollen.

Warnung vor voreiligen Schlüssen

Wiese sagte, es sei zwar immer betont worden, dass es keine 100-prozentige Sicherheit gebe. Aber jetzt, da so ein Attentat eingetreten sei, „ist es doch noch mal ein anderes Gefühl.“ Der SPD-Politiker warnte vor voreiligen Schlüssen: Es habe Defizite an den Grenzen gegeben und es seien Menschen mit unklaren Identitäten nach Deutschland gekommen. „Aber wir sollten abwarten, was die Ermittlungen ergeben“, so Wiese. In einer offenen Gesellschaft ließen sich Anschläge leider nie ausschließen.

Aus Ministerium informiert

Der Bundestagsabgeordnete Patrick Sensburg hatte während einer Sitzung des CDU-Kreisvorstandes in Altenfeld von dem Anschlag in Berlin erfahren. Als einer der führenden Rechts- und Innenpolitiker der Union wurde er dann aus dem Innenministerium telefonisch über Einzelheiten informiert.

Überprüfung bei Einreise

Auch Sensburg sagt: „Wir werden nicht jedes weiche Ziel vor Fanatikern schützen können.“ Er fordert eine Befragung durch die Nachrichtendienste von Menschen, die nach Deutschland einreisen – gerade von denen, die aus Kriegsgebieten kommen: „Da gehen wir bisher zu wenig in die Tiefe. Es ist doch ganz normal, wissen zu wollen, wer denn da kommt.“

„Zeichen der Wachsamkeit“

Menschen aus Kriegsgebieten seien entweder traumatisiert (und bräuchten Hilfe) oder hätten mitgekämpft – gerade da müsse aufmerksamer hingeschaut werden. Sensburg sieht das auch nicht als Generalverdacht, sondern als Zeichen der Wachsamkeit: „Das sind wir unseren Bürgern schuldig. Das ist Aufgabe des Staates.“ Und er meint: „Die Menschen, die vor dem Terror fliehen, sind auch froh, wenn wir die Bösen herausfischen.“

Deutschland sei weiterhin ein sicheres Land. Getan werden müsse auch von Deutschland alles, um das freiheitliche westliche System zu schützen und den internationalen Terrorismus zu bekämpfen – „aber nicht mit Fremdenfeindlichkeit, wie die AfD“.

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