Ratssitzung

Keine Zusammenarbeit in Meschede mit Pro NRW

Alexander von Daake

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Foto: WP

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Meschede. Alexander von Daake hatte am Donnerstag seinen ersten Auftritt in einer Ratssitzung in Meschede. Das frühere MBZ-Ratsmitglied hatte im Oktober bei Pro NRW eine neue parteipolitische Heimat gefunden.

Die Ratssitzung in Meschede begann mit einem Knall. Martin Eickelmann (CDU) trug vor, was seiner Partei an Alexander von Daake und seinem Übertritt zur Partei Pro NRW nicht passt: „Sie haben die Unwahrheit gesagt“, griff er von Daake an, „als Sie behaupteten, Sie hätten mit der rechten Szene nichts zu tun.“ Pro NRW missachte die Menschenwürde, Ausländer würden wegen ihrer Nationalität, Abstammung oder Religion diffamiert, Muslime als unerwünschte Menschen zweiter Klasse dargestellt. Damit wolle man nichts zu tun haben. „Wir distanzieren uns von Herrn von Daake und seiner Partei. Die CDU ist zu keiner Zusammenarbeit bereit“, sagte Eickelmann.

Ratsmitglieder verlassen den Saal

Als Alexander von Daake versuchte, dazu eine Stellungnahme abzugeben und erklärte, dass bei Pro NRW jeder Ausländer, der sich integriere willkommen sei, verließen spontan mehrere Ratsmitglieder den Saal. Von Daake betonte, er wolle an kommunalen Themen arbeiten, erst in zweiter Linie gehe es um Kreis- und Landesthemen: „Pro NRW bewegt sich auf dem Boden der Verfassung.“

Das hatte er auch schon zuvor in einer Pressekonferenz betont, zu der er mit der Schatzmeisterin von Pro NRW, Judith Wolter, in ein griechisches Restaurant eingeladen hatte. Mit dem „rechten Narrensaum“ wolle man nichts zu tun haben. Und beide ließen durchblicken, es sei nur eine Frage der Zeit, bis auch der Verfassungsschutz die Beobachtung der Partei einstelle.

Nach der nächsten Kommunalwahl rechnet Alexander von Daake mit Fraktionsstatus im Stadtrat, also mit mindestens zwei weiteren Kollegen. Außerdem will er die Zeit nutzen, um die Partei im Kreis Soest, im Hochsauerlandkreis und im Kreis Olpe aufzubauen. In einem dieser Orte solle auch ein neuer Stützpunkt aufgebaut werden. „Wenn das Meschede würde, wäre es natürlich schön für mich.“ Er ist zuversichtlich, dass ihm der Aufbau gelingt. „Nach meinem Wechsel habe ich zu 90 Prozent positive Rückmeldungen bekommen.“

„Auf Druck des Rates und der Medien ausgetreten“

„Auf Druck des Rates und der Medien“ sei er damals aus der MBZ ausgetreten und habe sich im Anschluss viel Zeit gelassen, über seine politische Zukunft nachzudenken. Von Daake hatte sein Energiekonzept in der rechtsextremen National-Zeitung veröffentlicht. Die MBZ entzog ihm ihr Vertrauen, doch er gab sein Mandat nicht zurück. „Ich bin schließlich nicht freiwillig ausgetreten.“ Mitglieder von Pro NRW hätten in dieser Zeit ein-, zweimal angerufen. Von den anderen Parteien habe es nur „Anfeindungen“ gegeben.

Mit der MBZ herrsche derzeit „Funkstille“ , so von Daake, auch wenn er vieles uneingeschränkt weiter unterstütze. Und seine Familie, die damals unter den Anfeindungen sehr gelitten habe, stehe heute voll hinter seinem Wechsel.

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