Interview

Kerkhoff: CDU muss erkennbarer und kantiger werden

Die Delegation aus dem HSK um Matthias Kerkhoff auf dem CDU-Bundesparteitag.

Foto: Privat

Die Delegation aus dem HSK um Matthias Kerkhoff auf dem CDU-Bundesparteitag. Foto: Privat

Hochsauerlandkreis.   Sie stimmen mit über den Koalitionsvertrag ab: Neun Delegierte aus dem Hochsauerland sind beim Bundesparteitag der CDU in Berlin dabei.

Sie stimmen mit über den Koalitionsvertrag ab: Neun Delegierte aus dem Hochsauerland sind beim Bundesparteitag der CDU in Berlin dabei. Wir sprachen mit dem Kreisvorsitzenden Matthias Kerkhoff.

Wie ist die Stimmung auf dem Bundesparteitag?

Ich habe den Eindruck, dass mit den Personalentscheidungen ein deutliches Zeichen von Aufbruch und Erneuerung gesetzt worden ist. Mit den benannten Persönlichkeiten als Generalsekretärin und als Bundesminister wird klar, wie die CDU nach der Ära von Angel Merkel aussehen kann. Die neuen Leute können sich jetzt in wichtigen Ämtern zeigen und beweisen. So können wir einen guten Übergang gestalten. Was uns übrigens persönlich berührt hat: In einer Andacht vor dem Parteitag werden exemplarisch die Namen verstorbenen Mitglieder erwähnt: Dabei ist auch Monika Brunert-Jetter, unsere frühere Landtagsabgeordnete, mit ihrer Biografie gewürdigt worden.

Ist der Ärger über die Ressortverteilung im Koalitionsvertrag mit der SPD, wie ihn zuletzt auch die Junge Union im HSK formuliert hatte, verflogen?

Es gibt das Signal, dass es kein „Weiter so“ gibt. Das wird ausdrücklich anerkannt, auch von vielen aus der Jungen Union, mit denen ich gesprochen habe. Klar ist: CDU/CSU und SPD - das ist keine Wunschkoalition. Das gilt aber für beide Partner. Parteien sind allerdings dafür gewählt, Verantwortung zu übernehmen.

Rechnen Sie fest damit, dass auch die SPD-Mitglieder dem Koalitionsvertrag zustimmen?

Ich gehe von einer kollektiven Vernunft der SPD aus. Wenn die Große Koalition nicht zustande kommt, wird es Neuwahlen geben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mir das derzeit wünschen würde, wenn ich SPD-Mitglied wäre.

Vor dem Parteitag hat es eine offene Konferenz der CDU für Mitglieder im Hochsauerland getroffen. Wie waren hier die Meinungen?

Die Atmosphäre war kritisch, konstruktiv und fair. Aber es ist deutlich zum Ausdruck gekommen, dass die CDU auch in Regierungszeiten erkennbarer und kantiger werden muss.

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