Kindesmissbrauch

Missbrauch: Verdächtiger Großvater aus Eslohe bleibt in Haft

Die Polizei hat im Gemeindegebiet von Eslohe einen mutmaßlichen Kinderschänder verhaftet. Der Mann befindet sich weiter in Haft. Unser Foto ist ein Symbolbild zum Thema Kindesmissbrauch.

Die Polizei hat im Gemeindegebiet von Eslohe einen mutmaßlichen Kinderschänder verhaftet. Der Mann befindet sich weiter in Haft. Unser Foto ist ein Symbolbild zum Thema Kindesmissbrauch.

Foto: Imago

Eslohe.   Schnellstmöglich soll sich ein Mann aus Eslohe, der seinen Enkel missbraucht haben soll, vor Gericht verantworten. Bis dahin bleibt er in Haft.

Ein mutmaßlicher Kinderschänder aus dem Esloher Gemeindegebiet soll sich schnellstmöglich vor dem Landgericht in Arnsberg verantworten.

Der 75-Jährige sitzt seit seiner Verhaftung am Altweiber-Donnerstag in Untersuchungshaft. Und dort wird er bis zum Beginn der Hauptverhandlung bleiben. Den von seinem Verteidiger Oliver Brock angestrebten Haftprüfungstermin hat es am Ende nie gegeben.

„Wir haben darauf verzichtet, weil der negative Ausgang für uns absehbar war“, sagt Brock gegenüber unserer Zeitung. Denn: Sämtliche Verwandten und Bekannten hätten sich seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe von dem 75-Jährigen abgewendet. Er habe alles versucht, dass sein Mandant irgendwo unterkomme, wenn er aus der Untersuchungshaft entlassen würde, sagt der Verteidiger.

Vergewaltigung wenige Tage vor Festnahme

Ihm sei es jedoch nicht gelungen, eine Unterkunft zu finden. Innerhalb der nächsten sechs Monate soll nun schnellstmöglich das Verfahren gegen den Mann eröffnet werden.

Darauf habe er sich mit dem Landgericht verständigt. Dem 75-Jährigen wird vorgeworfen, in sechs Fällen einen Jungen missbraucht zu haben. Bei dem Opfer soll es sich nach Informationen unserer Zeitung um den eigenen Enkel handeln. Die Staatsanwaltschaft Arnsberg hatte damals auf Anfrage unserer Zeitung eine Festnahme an Weiberfastnacht bestätigt.

Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes der Beteiligten machte Oberstaatsanwalt Thomas Poggel zwar keine Angaben zu Täter und Opfer, bestätigte jedoch Ermittlungen wegen eines schweren Falles von Kindesmissbrauch sowie in fünf weiteren Fällen wegen sexuellen Missbrauchs. Poggel bestätigt, dass sich die Fälle innerhalb der Verwandtschaft ereignet haben sollen.

Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich bei dem schweren Fall des Kindesmissbrauchs um eine Vergewaltigung, die sich nur wenige Tage vor der Festnahme des Mannes ereignet haben soll.

Gutachten zur Schuldfähigkeit

Von der Gewalttat im Februar soll sogar ein Handy-Video vorliegen: Die Ermittlungen sollen noch ergeben, ob die Vergewaltigung vom Täter oder sogar von dem Jungen aufgenommen worden ist – möglicherweise, um den Großvater damit überführen zu können.

Später soll sich das Kind seinen Eltern offenbart haben. Daraufhin war es zu einer Strafanzeige und der Festnahme gekommen.

Wie Verteidiger Oliver Brock auf Anfrage bestätigt, soll ein Gutachten Aufschluss über die Schuldfähigkeit seines Mandanten geben. Eine weitere Expertise werde sich damit beschäftigen, ob der 75-Jährige möglicherweise an Demenz bzw. an altersbedingter Pädophilie leide. „Erst wenn die Gutachten vorliegen, kann Anklage erhoben werden“, sagt Brock.

Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren möglich

Gegen den Verdächtigen wird aktuell in einem Fall wegen schweren sexuellen Missbrauchs ermittelt.

Laut Paragraf 176, Absatz a, des Strafgesetzbuches wird dieser schwere Missbrauch nicht unter zwei Jahren Haft bestraft, „wenn e ine Person über 18 Jahren mit dem Kind den Beischlaf vollzieht oder ähnliche sexuelle Handlungen an ihm vornimmt oder an sich von ihm vornehmen lässt, die mit einem Eindringen in den Körper verbunden sind“.

Für die fünf anderen Fälle, die dem Mann vorgeworfen werden, gilt § 176: „Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter 14 Jahren vornimmt oder an sich von dem Kind vornehmen lässt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.“

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