Linden-Theater

Kino: Kommen als erstes die Superhelden nach Meschede?

Symbolisch lädt er Besucher schon einmal ein: Robert Schütte, neuer Pächter des Linden-Theaters in Meschede. Ab Juni soll das Kino wieder öffnen.

Symbolisch lädt er Besucher schon einmal ein: Robert Schütte, neuer Pächter des Linden-Theaters in Meschede. Ab Juni soll das Kino wieder öffnen.

Foto: Jürgen Kortmann

Meschede.   Neues vom Mescheder Kino: Künftiger Pächter stellt seine ersten Pläne vor. Zunächst sucht er dringend Personal.

Es geht weiter: Das Mescheder Kino kann neu eröffnen. Vom Gerichtsvollzieher ist das Linden-Theater an seinen Eigentümer Egon Böhmer zurückgegeben worden.

Der wiederum will rasch einen Vertrag mit dem neuen Pächter Robert Schütte abschließen. Ab Juni, verspricht Schütte, sollen wieder Kinofilme in Meschede zu sehen sein.

Premiere schon gelungen

Der Iserlohner, der dann neben Meschede auch die Filmbühne „Zur Postkutsche“ in Dortmund-Aplerbeck und das „Park-Theater“ in Lüdenscheid mit insgesamt zehn Sälen betreibt, muss jetzt den Betrieb in Meschede organisieren.

Die Technik ist schon getestet worden: „Alles läuft, Bild und Ton waren sofort da“, sagt Schütte. Abgelaufene Lebensmittel müssen beseitigt, neue bestellt werden. Bei den Verleihern muss Meschede für Filme wieder dazu gebucht werden – da will Schütte seine Kontakte nutzen.

Technisch auf dem neuesten Stand

Was als erstes laufen wird, steht noch nicht fest. Vielleicht wird es der Blockbuster „Avengers: Endgame“ sein: Der neue Superhelden-Film ist zwar anderswo schon angelaufen, aber vielleicht lässt sich noch eine Kopie für Meschede besorgen. Ansonsten freut sich Schütte auf die anderen Premieren in diesem Jahr: „Aladdin“, der „König der Löwen“, der nächste James Bond.

Technische Umstellungen muss Schütte nicht vornehmen: „Wir sind auf dem modernsten Stand.“

2013 hatte Schütte selbst noch für rund eine Million Euro neue Projektoren für Meschede, Dortmund und Lüdenscheid angeschafft. Dass dann ausgerechnet der letzte Pächter, den er 2015 auch noch selbst empfohlen hatte, das Mescheder Kino so an die Wand fuhr, dass es schließen musste, wurmt ihn selbst.

Eine abschließende Erklärung, was da beim Vorpächter schief lief, der über Nacht aus Meschede verschwand, hat er nicht. Denn er bleibt davon überzeugt: „Meschede ist ein guter Standort für ein Kino.“ Bei der Übergabe 2015 hatte er 35.000 Besucher im Jahr. Der 66-Jährige steht zum Linden-Theater: „Ich habe hier so viel Herzblut und Geld reingesteckt. Das ist ein Kino, wie ich es mir vorstelle.“

Ab sofort Bewerbungen möglich

Am nötigsten hat Schütte jetzt Personal: Er bittet dringend ab sofort schriftlich um Bewerbungen (bitte im Briefkasten am Linden-Theater einwerfen!). Ziel ist es, sich einen Stamm von sechs, sieben vertrauenswürdigen Leuten in Meschede aufzubauen, die sich um den Service und das Vorführen kümmern. Schütte kann schließlich nicht ständig vor Ort sein. Den Umgang mit der Computertechnik könne jeder lernen, sagt er: Kreativität wünscht er sich und natürlich ein Faible fürs Kino, die Stellen könnten auch in Teilzeit besetzt werden.

Schütte hält auch daran fest, dass Meschedes Kino interessant für Zielgruppen wäre: Also Filme für Frauen, für Senioren oder für Jugendliche. Ein Zielgruppen-Kino hatte auch sein Vorgänger versprochen, aber nicht umgesetzt. Jetzt wäre die Gelegenheit dafür, es einzuführen.

>>>HINTERGRUND<<<

Der geordnete Übergang der Immobilie war für Eigentümer Egon Böhmer der einfachste Weg, wieder über seine Immobilie zu verfügen – trotz der Mietschulden des Vorpächters. Der Gerichtsvollzieher hatte den gesamten Bestand des Kinos zu Protokoll genommen, bei einer Zwangsräumung hätte ansonsten alles ausgeräumt und eingelagert werden müssen.

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