Leerstand

Kleine Geschäfte haben es in Meschede schwer

André Wiese steht vor einem der leeren Geschäfte am Rebell in der Innenstadt. Laut dem Vorsitzenden der Werbegemeinschaft gibt es in Meschede allerdings kein Leerstandsproblem. 

Foto: Mareike Maack

André Wiese steht vor einem der leeren Geschäfte am Rebell in der Innenstadt. Laut dem Vorsitzenden der Werbegemeinschaft gibt es in Meschede allerdings kein Leerstandsproblem.  Foto: Mareike Maack

Meschede.   Leerstände in der Innenstadt: Der Vorsitzende der Mescheder Werbegemeinschaft sieht auch die Bürger in der Pflicht.

Ein Bummel durch die Mescheder Innenstadt ist nicht trist. Man bekommt frische Blumen, Brötchen, Kaffee, Süßes, Schmuck- und Modeläden präsentieren ihre neusten Kollektionen. Trotzdem fallen auch Läden auf, in deren Schaufenstern gähnende Leere herrscht. Rund sieben Geschäfte stehen in der Mescheder Innenstadt momentan leer. Droht Meschede jetzt ein Leerstandsproblem?

„Nein“, sagt André Wiese. Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Meschede aktiv macht sich keine Sorgen um die Innenstadt: „Anders als andere Städte haben wir hier nicht viele leerstehende Geschäfte, wenn man aber mal fünf Kilometer weiter in ein anderes Örtchen fährt, dann sieht man, was ein Leerstandsproblem ist.“

André Wiese steht dort, wo das neue Henne-Ruhr-Center eröffnen soll, mit Geschäften wie Müller und der Modekette H&M. Angst, dass mit Eröffnung des neuen Centers Geschäfte aus der Fußgängerzone abwandern könnten und sich die Zahl der leerstehenden Geschäfte damit weiter erhöhen könnte, hat er nicht: „Der Investor hat sein Augenmerk darauf gelegt, dass keine Abwanderung stattfindet. Das geplante Center soll eine Ergänzung zu den bereits vorhandenen Geschäften darstellen“, sagt Wiese.

Und noch mehr: „Seit bekannt ist, dass Müller und H&M nach Meschede kommen, haben wir viele Anfragen von anderen größeren Einzelhandelsketten, die zu uns kommen wollen“, so Wiese. So viel Platz sei aber momentan gar nicht da. Das Problem: Bei den leerstehenden Geschäften in der Innenstadt handelt es sich um kleine Ladenlokale, die den großen Unternehmen nicht genügend Platz bieten.

Bürger in der Pflicht

„Die Ladenlokale sind ideal für kleine, inhabergeführte Geschäfte“, sagt Wiese. Für diese Geschäfte ist es in Zeiten das Online-Handels aber nicht so einfach zu überleben, oder gar eine Eröffnung zu wagen: „Die Einzelhandelslandschaft ist nicht einfach, kleine Geschäfte haben es schwer.“

André Wiese sieht daher auch die Bürger in der Pflicht: „Wenn keiner mehr das Geld in die eigene Stadt bringt, muss man sich nicht wundern, wenn sich das Geschäftsbild der Stadt verändert“. Viele kaufen heute selbst Kleinigkeiten per Mausklick: Socken, Zahnpasta, Gemüse. Alles ist zu haben, ohne das Haus zu verlassen. Den Preis zahlen die Händler und am Ende auch die Bürger, die sich eine belebte Innenstadt wünschen.

Einzelhändler gehören zur Stadt

Die Einzelhändler gehören zur Stadt, hängen Plakate für Vereine in ihren Geschäften auf und schalten Anzeigen in lokalen Vereins-Magazinen. „Die Inhaber schalten dort ihre Anzeigen, die Frage ist nur, ob die Leute dann auch bei den Einzelhändlern einkaufen gehen“, so Wiese.

Für den Vorsitzenden der Werbegemeinschaft ist klar, dass jeder eine Verantwortung trägt. Der Einzelhändler, der dem Kunden einen guten Service bieten muss, der Eigentümer des Gebäudes, der für die richtige Umgebung sorgen muss, die Stadt, aber eben auch der Kunde. Klar ist Wiese aber auch, dass der Online-Handel nicht aufzuhalten ist. „Da wird sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren viel verändern und das wird für die kleinen Einzelhändler schwierig.“

Bäumchen-wechsel-dich-Spiel

Trotzdem glaubt Wiese, dass die leerstehenden Gebäude wieder belebt werden können. „Das ist ein Bäumchen-wechsel-dich-Spiel. Das hatten wir vor zwei oder drei Jahren hier auch schon einmal. Da tut sich immer etwas“, sagt André Wiese und meint, dass einige Inhaber von einem kleineren in ein größeres Geschäft ziehen, oder andersherum. Andere wagen vielleicht sogar die Eröffnung.

Auch wenn einige der leeren Schaufenster dicht beieinander zu finden sind, sieht André Wiese das nicht als Schandfleck. „Der einzige Schandfleck den wir hier haben, wird bald wieder mit Leben gefüllt“, sagt Wiese und sein Blick wandert zum Hertie-Gebäude.

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