Verkehr

Knöllchen-Streit: Jetzt spricht Bestwigs Bürgermeister

Das Auto parkt ordnungsgemäß. Dafür blockieren Werbeaufsteller den Gehweg an der B7 in Velmede.

Das Auto parkt ordnungsgemäß. Dafür blockieren Werbeaufsteller den Gehweg an der B7 in Velmede.

Foto: Frank Selter

Bestwig.  Für seine Knöllchen-Idee hagelte es Kritik. Jetzt spricht Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus. Ihm wäre eine andere Lösung ebenfalls lieber.

Für die Idee, Autofahrer, die an der B7 auf dem Radweg stehen, künftig stärker mit Knöllchen zu sanktionieren, hagelte es Kritik. Jetzt spricht Bestwigs Bürgermeister Ralf Péus.

Sehen Sie es auch so, dass mit der Fertigstellung der Autobahn die Situation auf der B7 völlig entschärft ist?

Generell: Wo Straßenverkehr stattfindet und verschiedene Verkehrsteilnehmer einen Straßenraum gemeinsam nutzen, werden Unfälle und Probleme niemals ganz auszuschließen sein - leider. Wenn allerdings das neue Autobahn-Teilstück eröffnet ist, wird es auf der B7 rund 50 bis 60 Prozent weniger Verkehr geben. Besonders die Belastung durch den Schwerlastverkehr sinkt. Das wird zu einer sehr spürbaren Entspannung in der Ortsdurchfahrt führen.

Wie dramatisch ist die von Winfried Gerold geschilderte Situation auf der B7 aus Sicht des Bürgermeisters aktuell wirklich?

Sowohl zeitlich wie auch räumlich gibt es punktuell immer mal wieder Probleme - je stärker eine Straße genutzt wird, desto eher besteht die Gefahr, dass es zu Konflikten oder Unfällen kommt. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass dies immer auch mit Fehlverhalten von Verkehrsteilnehmern zu tun hat. Stichworte sind hier zum Beispiel zu schnelles Fahren, falsches Parken oder bedauerlichweise auch Unfallflucht.

Was sagen Sie zum Vorwurf, dass mit dem Rückbau der B7 dem Autoverkehr nicht der Platz eingeräumt wurde, den er benötigt und damit das Bauamt und Straßen.NRW gepfuscht bzw. versagt haben?

Zunächst einmal: Straßenbaulastträger der Ortsdurchfahrt ist nicht die Gemeinde Bestwig, sondern der Landesbetrieb Straßen.NRW. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ein solcher Vorwurf Unsinn ist. Es gibt gesetzlich vorgeschriebene Breiten für Fahrbahnen, Geh- und Radwege - und diese werden auf der B7 allesamt eingehalten. Ich möchte daran erinnern, dass es vor der Umgestaltung keinen Radstreifen an der B7 gegeben hat - insbesondere für Radfahrer hat sich die Situation somit deutlich verbessert. Um es klar zu sagen: Wenn zum Beispiel ein Außenspiegel abgefahren wird, dann liegt das nicht an einer vermeintlich zu schmalen Fahrbahn, sondern ganz oft an überhöhter Geschwindigkeit, rücksichtslosem Fahren und in letzter Konsequenz auch an Unfallflucht.

Kritiker sprechen auch von Problemen mit Mülltonnen auf Rad- und Gehwegen entlang der B7 an den Abfuhrtagen. Kennen Sie dieses Problem auch und wie könnte man es in den Griff bekommen?

In der Tat gibt es immer mal wieder solche Probleme. Wir werden versuchen, dabei mit den Anliegern ins Gespräch zu kommen und darauf hinzuweisen, wie Abfallbehälter im Einzelfall besser aufgestellt werden können.

Halten Sie den von der CDU vorgeschlagenen Rückbau von Parkplätzen für eine gute Lösung?

Ich möchte daran erinnern, dass wir in der Planungsphase zur Umgestaltung der B7 - gemeinsam mit unseren Gewerbetreibenden - um jeden Parkplatz gerungen haben, um hier eine bestmögliche Erreichbarkeit unserer Einzelhändler und Dienstleister zu schaffen. Deswegen sollte man es sich gut überlegen, ob man nun Parkplätze zurückbauen will. Aus meiner Sicht kann dies allerhöchstens in Einzelfällen eine Möglichkeit sein, wenn andere Lösungen nicht greifen.

Sie selbst haben in der Ratssitzung die Einstellung einer 450-Euro-Kraft für die Überwachung des ruhenden Verkehrs ins Spiel gebracht, über die sich die Fraktionen Gedanken machen sollen? Wieviel Erfolg versprechen Sie sich als Bürgermeister von dieser zusätzlichen Stelle?

Es ist letztlich eine politische Entscheidung unseres Gemeinderates, ob eine solche Stelle geschaffen wird. Mit meiner Aussage wollte ich dabei deutlich machen, dass wir mit den bestehenden knappen Personalressourcen nicht in der Lage sind, eine flächendeckende Überwachung des ruhenden Verkehrs in allen Ortsteilen zu bewerkstelligen, wie es teilweise gewünscht wird. Gleichzeitig betone ich aber, dass es keineswegs darum geht, eine zusätzliche Einnahmequelle durch höhere Verwarnungsgelder zu schaffen. Im Gegenteil: Am liebsten wäre mir, wenn eine Sanktionierung überhaupt nicht nötig wäre. Viel gewonnen wäre schon, wenn sich alle Verkehrsteilnehmer an die Grundsätze der Straßenverkehrsordnung halten würden, wo ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme gefordert werden.

Wie sieht der Zeitplan aus? Wann wird das Thema zum nächsten Mal auf der Tagesordnung stehen?

Wir werden die Lage beobachten und dann je nach Bedarf entscheiden, ob und wann das Thema noch einmal auf die Tagesordnung kommt.

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