Kultur

Kopien von August Macke in Markes Haus in Eversberg zu sehen

Maßstabgetreue Kopien erstellt Ferdi Schulz von Mackes Bildern.

Maßstabgetreue Kopien erstellt Ferdi Schulz von Mackes Bildern.

Foto: Ilka Trudewind

Eversberg.   Der berühmte Maler August Macke stammt gebürtig aus Meschede. Jetzt sind 19 seiner Werke in Eversberg zu sehen - als Kopie und Dauerleihgabe.

Ara und Kakadu hocken in der Mitte. Rechts und links blicken Rehe ins Bild. Das Motiv quillt förmlich über von Farbe und Frohsinn. Das Motiv fand August Macke (1887-1914) im Kölner Zoo, zwei Jahre vor seinem Tod. Knapp 100 Jahre später fesselte es auch Ferdi Schulz (72).

„Mit dem Bild hatte ich eine gute Zeit“, sagt er und grinst. Der Eversberger malt Kunstwerke nach.19 seiner Macke-Kopien hängen nun im Eversberger Kulturzentrum Markes Haus. Als Dauerleihgabe. „Oder bis sie keiner mehr sehen mag“, sagt Schulz und macht eine bescheidene Geste. Aber danach sieht es zunächst einmal nicht aus.

Markes-Haus-Geschäftsführer Gottfried Hengesbach, Vermittler Gerhard Trudewind und Ehefrau Doro Schulz helfen beim Aufhängen nach chronologischer Reihenfolge: angefangen mit „Rosa Azalee“ (1910) bis zur Rosa Promenade (1913).

Der malende Holländer

Ferdi Schulz ist vielen ein Begriff, weil er Jahrzehnte ein Pelzgeschäft in Meschede führte und schon häufiger über seine Leidenschaft für Van Gogh berichtet wurde. „Mit meiner Frau reiste ich oft an die Orte, wo Van Gogh gelebt hat. Belgien, Holland und vor allem Südfrankreich. Wenn man die Landschaften kennt, fühlt man sich noch mehr in die Bilder hinein“, sagt Schulz.

Auch sein aktuelles Projekt ist ein Van Gogh: Paar im Park von Arles. Ein Geschenk für seinen Bruder, der in den USA lebt. Die Technik, so Schulz, sei eine ganz besondere. Die Ölfarbe müsse sehr dickflüssig aufgetragen werden. Nur so komme die einzigartige Struktur der Bilder zustande.

Die exakte Technik

Da sich Ferdi Schulz nicht in ein Museum in Paris stellen kann, um die berühmten Bilder abzupausen, eignete er sich eine eigene Technik an. Er organisiert einen guten Druck des Kunstwerks, meist aus Büchern, und überträgt dann Punkt für Punkt, exakt per Dreisatz ausgerechnet auf seine Leinwand. „Das dauert natürlich sehr lang. Aber auf die Genauigkeit lege ich Wert“, sagt Schulz. Erst dann beginnt die Arbeit mit dem Pinsel. Für die einzelnen Bilder benötigt er mehrere Wochen.

Der fröhliche Mescheder

Ferdi Schulz möchte eine gute Zeit mit seinen Bildern verbringen. Und bei den August-Macke-Bildern, die er zum 100. Todestag des Künstlers für eine Ausstellung in der Mescheder Sparkasse malte, war das der Fall. „Macke war für einen Expressionisten sehr fröhlich“, erklärt Ferdi Schulz. Macke brachte seine positiven Gefühle, die Liebe zur Natur auf die Leinwand. Im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen, die sich Anfang des Jahrhunderts besonders mit der Angst vor dem Krieg auseinandersetzten.

Ärger mit dem Urheberrecht gibt es übrigens nicht: „Der verfällt 70 Jahre nach Tod des Künstlers.“

Die spannende Überraschung

Überrascht hatte Ferdi Schulz bei seiner Recherche, dass August Macke Verwandtschaft im Sauerland hatte. Im Stammbaum seiner Großmutter mütterlicherseits tauchen nämlich immer wieder die Orte Eversberg, Remblinghausen und Velmede auf und auch bekannte Namen wie Kotthoff, Krewet, Adolph, Bürger, Bierbaum und Lütke. „Ich war bis dato immer davon ausgegangen, dass Macke quasi nur auf der Durchreise in Meschede geboren wurde.“

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