Fahrverbote

Lungenfacharzt aus Schmallenberg kritisiert Grenzwerte

Lungenexperte Prof. Dr. Dieter Köhler.

Lungenexperte Prof. Dr. Dieter Köhler.

Foto: Laura Mock

Schmallenberg.   Lungenexperte Prof. Dieter Köhler sieht Fahrverbote kritisch. Mit 100 weiteren Medizinern setzt er sich für die Überprüfung der Grenzwerte ein.

Die Kritik des Schmallenberger Lungenexperten Prof. Dr. Dieter Köhler gegen Grenzwerte - und damit auch gegen Fahrverbote - findet immer mehr Gehör.

Er hat gemeinsam mit 100 weiteren Fachärzten eine Erklärung veröffentlicht. Darin verlangen die Mediziner die geltenden Grenzwerte für Stickoxide zu überprüfen.

Falsche Interpretationen

„Ich bin einer der wenigen unabhängigen Lungenspezialisten, die sich mit dem Thema gut auskennen. Ich sehe es als meine Bringschuld, mich in dieser Sache zu engagieren und Kritik zu üben“, sagte Prof. Dr. Dieter Köhler im Gespräch mit der Westfalenpost in Bezug auf die Gesundheitsstudien zu Feinstaub und Stickoxiden.

Köhler argumentiert schon seit längerer Zeit gegen die Grenzwerte. Sie seien wissenschaftlich nicht nachvollziehbar und willkürlich gesetzt. „Vor allem ärgere ich mich aber darüber, wie die Wissenschaftler mit ihren falschen Interpretationen die Politik bestimmen“, sagte er.

Nach Brüssel eingeladen

Auf diese Stellungnahme der Mediziner hat jetzt auch der heimische CDU-Europaabgeordnete und Arzt Dr. Peter Liese: „Ich nehme diese wissenschaftliche Stellungnahme sehr ernst und habe schon vor einiger Zeit entschieden, den Schmallenberger Experten Prof. Dr. Dieter Köhler, den Initiator der Stellungnahme, nach Brüssel einzuladen.“

Vor dem Hintergrund der neuen Diskussion sei er mehr denn je der Überzeugung, dass Fahrverbote bei geringfügiger Überschreitung der Grenzwerte unverhältnismäßig sind. Liese: „Ich setze mich daher für eine schnelle Umsetzung der entsprechen Gesetzesinitiative in Deutschland ein“, so der Europaabgeordnete.

Der Politiker erläuterte, dass es selbstverständlich sinnvoll sei Luftschadstoffe wie Stickoxide und Feinstaub zu reduzieren. „Deswegen ist es gut, Technologie wie zum Beispiel die des Mendener Herstellers HJS einzusetzen. Fahrverbote sind aber unverhältnismäßig.“

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