Gericht

Mann donnert volltrunken mit Fahrrad gegen Streifenwagen

Ein Streifenwagen der Polizei. Mit 2,88 Promille Alkohol im Blut donnert in Bestwig  ein Mann mit seinem Rad gegen den Kotflügel - dann rastet er aus. 

Foto: Jan Woitas

Ein Streifenwagen der Polizei. Mit 2,88 Promille Alkohol im Blut donnert in Bestwig ein Mann mit seinem Rad gegen den Kotflügel - dann rastet er aus.  Foto: Jan Woitas

Bestwig.   In Bestwig ist ein Mann mit seinem Rad betrunken gegen einen Streifenwagen gedonnert. Danach folgten unschöne Szenen.

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Da staunten die Beamten nicht schlecht: Als sie nach einem Einsatz in Bestwig in ihrem Streifenwagen sitzen, donnert ein betrunkener Radfahrer gegen ihren parkenden Pkw. Satte 2,88 Promille hat der 37-Jährige zu diesem Zeitpunkt intus. Der Vollrausch auf dem Rad ist allerdings nicht der einzige Grund, warum sich der Bestwiger jetzt vor Gericht verantworten musste.

Keine Erinnerung mehr

Eine wirkliche Erinnerung an jene Nacht hat der Montagehelfer nicht. Er weiß noch, dass er mittags auf einem Grillfest war und dort mit dem Trinken begann, er weiß noch, dass er anschließend im Highway Man weitergefeiert und getrunken hat und er weiß, dass er am nächsten Tag in der Ausnüchterungszelle aufgewacht ist. Was sich dazwischen ereignete, konnten die beiden Beamten dafür umso genauer schildern. Demnach haben sich ab 1.35 Uhr unschöne Szenen abgespielt.

Aufs Übleste beschimpft

Die beiden Beamten stehen nach einem Einsatz mit ihrem Streifenwagen auf einem Parkplatz an der Volksbank, als hinter einer Hecke plötzlich der Angeklagte mit seinem Rad auftaucht, wie aus dem Nichts gegen den Kotflügel knallt und stürzt. Danach sei er zunächst ruhig gewesen, berichtet die 22-jährige Polizeikommissarin, die im Streifenwagen saß, vor Gericht.

„Wir haben uns um ihn gekümmert und sichergestellt, dass er sich nicht verletzt hat.“ Anhand seiner Fahne und seiner verwaschenen Aussprache ist den beiden Beamten schnell klar, dass der Mann volltrunken ist. Er muss mit zur Blutprobe. Auf dem Weg nach Meschede wird der Bestwiger dann aggressiv - er beschimpft die 22-Jährige und ihren 45-jährigen Kollegen aufs Übelste.

Mann droht Beamte zu bespucken

Auf der Wache baut er sich immer wieder mit Fäusten drohend vor den Beamten auf. Auch bespucken will er sie. „Ich habe ihm gesagt, wenn er das macht, bekommt er ein Problem“, schildert der 45-Jährige. Daraufhin habe der Mann immer wieder angedeutet zu spucken - getan habe er es aber nicht. Nur unter Anwendung körperlicher Gewalt sei es möglich gewesen, ihm eine Blutprobe zu entnehmen. Mehrfach habe er die Arme des Arztes weggeschlagen. Auch bei der notwendigen Durchsuchung vor der Unterbringung in der Ausnüchterungszelle sperrt sich der Mann und droht wieder mit den Fäusten. „Aber so voll wie er war, hat er es nicht mehr auf die Kette bekommen“, berichtet der 45-jährige Beamte. Erst als der Mann seine Zelle bezieht herrscht Ruhe.

Kleinlaut entschuldigt

Kleinlaut entschuldigte sich der 37-Jährige während des Prozesses noch einmal bei den Beamten für sein Verhalten in jener Nacht. Eine Entschuldigung unmittelbar nach dem Vorfall hatten sie nicht annehmen wollen. Diesmal tun sie es. Allerdings nicht ohne Mahnung: „Sie haben den Dienstbetrieb erheblich gestört, so verhält man sich einfach nicht“, sagt der 45-Jährige.

Wegen Trunkenheit im Straßenverkehr und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte wurde der Bestwiger zu einer Geldstrafe von 1600 Euro verurteilt. Was seine Fahrerlaubnis angeht, werde er Post von der Straßenverkehrsbehörde erhalten, kündigte Richterin Christina Sellmann bereits an.

Absolute Fahruntüchtigkeit

Wer betrunken Fahrrad fährt und dabei mit 1,6 Promille Alkohol oder mehr erwischt wird, kann den Pkw-Führerschein verlieren. Dabei ist es völlig egal, ob andere Verkehrsteilnehmer gefährdet wurden oder nicht.

Für Radfahrer wird eine absolute Fahruntüchtigkeit ab 1,6 Promille angenommen.

Der Führerschein wird nicht sofort eingezogen.

Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts gibt es die Möglichkeit, die Eignung zur Führung eines Kraftfahrzeugs
bei einer kostspieligen Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) unter Beweis zu stellen.

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