Bundestagwahl 2017

Martin Schaefer: „Ich sehe unhaltbare Zustände“

Martin Schaefer (AfD) Foto: Oliver Eickhoff

Martin Schaefer (AfD) Foto: Oliver Eickhoff

Meschede.   Martin Schaefer tritt für die AfD im Hochsauerlandkreis an. Er weist Kritik an Aussagen seiner Partei zurück.

Die AfD polarisiert, das ist insbesondere in seiner Heimatstadt Arnsberg so, weiß Martin Schaefer. Der 51-Jährige tritt als Kandidat bei der Bundestagswahl an. Es ist die Flüchtlingskrise, die ihn dabei antreibt.

Was ist Ihr persönlicher Ansporn, sich für die AfD zu engagieren?

Ich habe früher die CDU gewählt, aber das kann ich heute nicht mehr. Ich bin als Unternehmer viel unterwegs und sehe in deutschen und europäischen Großstädten aus meiner Sicht unhaltbare Zustände. Auf mich wirkt der ungezügelte Zuzug von Migranten wie eine Invasion. Ich bin nicht ausländerfeindlich und nicht rechtsradikal, schließlich sind meine besten Freunde Ausländer. Ich möchte genau wissen, wer in unser Land kommt, und wir können nicht ungebremst aufnehmen. Unter den Mitgliedern der AfD sind übrigens auch Ausländer, und zwar jene, die vor Jahren hierher gekommen sind, unsere Werte teilen, sich integriert haben und jetzt um das fürchten, was sie sich aufgebaut haben. Auch sorgen sie sich sehr vor einer Islamisierung.

Die AfD ist auch eine Partei der Extreme. Können Sie sich mit allen Personen und Aussagen identifizieren, beispielsweise auch denen von Björn Höcke, der als Rechtsaußen gilt?

Ich finde, da herrschen viele falsche Vorurteile. Die AfD hat eine klare Linie. Ich wüsste nichts, womit ich nicht einverstanden wäre.

Was motiviert Sie, den HSK im Bundestag vertreten zu wollen?

Realistisch gesehen, werde ich nicht in den Bundestag einziehen können. Aber ich kämpfe für das Gesamtergebnis meiner Partei. Mir geht es darum, dass wir eine starke Opposition bilden können. Ich bin auch nicht auf Jobsuche, ich bin erfolgreicher Unternehmer.

Mit welchen Erwartungen der Menschen im HSK sehen Sie sich konfrontiert?

Das ist sehr unterschiedlich, die Flüchtlingskrise ist immer das Hauptthema. Die Leute wollen Lösungen. Deutschland kann nicht die Welt retten, das geht schon volkswirtschaftlich nicht. Zum einen müssen wir die Grenzen absichern, das hat übrigens früher auch funktioniert. Zum anderen bin ich dafür, dass wir ein Einwanderungsgesetz nach kanadischem Vorbild mit strengen Vorgaben schaffen. Bisher wissen wir nicht immer, was überhaupt für Leute ins Land kommen, ob sie zum Beispiel Wirtschaftsflüchtlinge mit bis zu 15 Identitäten oder sogar IS-Attentäter sind oder nicht.

An welchen Stellen in Berlin würden Sie als Bundestagsabgeordneter Akzente setzen wollen?

Wenn es dazu käme, würde ich mich auch hier auf das Thema Zuwanderung konzentrieren. Eine der Prioritäten wäre es, kriminelle Ausländer schneller abzuschieben. Hier muss mehr Druck auf die Herkunftsländer ausgeübt werden. Ich würde mehr hinterfragen, aus welchen Ländern wir Menschen Asyl gewähren und woher diese Leute kommen. Fluchtursachen müssen stärker bekämpft werden.

Tut dem Land eine Große Koalition gut?

Nein, auf keinen Fall, sie bedeutet Stillstand. Gerade die CDU wird es vermeiden wollen, dass es nochmal dazu kommt. Aber auch sie wäre sicher bereit zu Zugeständnissen selbst bei den Grünen, um ihren Machterhalt zu sichern. Für mich ist wichtig, dass wir eine starke Opposition, wie es die AfD sein wird, brauchen.

Wie definieren Sie gute Oppositionsarbeit?

Indem sehr viele Sachen öffentlich in Frage gestellt werden. Und indem viele Anträge eingereicht werden, um über Abstimmungen mögliche Veränderungen zu erreichen.

Wie hätten Sie an Frau Merkels Stelle in der Flüchtlingskrise reagiert?

Sie hätte 2015 / 2016, als der Zustrom immer mehr wurde, ihre Fehler erkennen und umschwenken müssen. Sie hätte früher mit den Herkunftsländern sprechen müssen, die Fluchtursachen bekämpfen und früher hinterfragen müssen, ob da überhaupt wirkliche Flüchtlinge kommen. Dann hätten die deutsche und die europäische Grenzen gesichert werden müssen. Ich glaube allerdings, dass Frau Merkel den Überblick verloren hat. Es ist Zeit den Altparteien klar zu machen, dass in erster Linie der Wille des Volkes zählt.

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