TV-Wettbewerb

Mein Lokal, Dein Lokal: Hochstein aus Wenholthausen siegt

Ingrid Osebold, Thomas Hochstein und Brigitte Hochstein (oben von links) freuen sich über den Sieg in der Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal“.

Ingrid Osebold, Thomas Hochstein und Brigitte Hochstein (oben von links) freuen sich über den Sieg in der Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal“.

Foto: Brigitta Bongard

Wenholthausen.  Das Haus Hochstein aus Wenholthausen hat bei der TV-Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal“ gewonnen. Es waren aufregende Tage.

Die Dreharbeiten für die Fernseh-Sendung „Mein Lokal, Dein Lokal“ auf Kabel 1 haben Thomas und Brigitte Hochstein aus Wenholthausen aufregende Tage beschert. Tage, an denen sie ihre vier Mitbewerber überzeugt haben: Das Haus Hochstein hat in der Sauerland-Woche der Sendung den ersten Platz belegt.

Public Viewing

Zur Ausstrahlung der Sendung hatten die Hochsteins am Donnerstag in ihrem Lokal ein kleines Public Viewing veranstaltet. Um gemeinsam die Folge zu sehen, in der Thomas Hochstein die Konkurrenten bekocht hat, waren rund 35 Freunde, Angestellte und Hausgäste gekommen .„Das war schon eine aufregende Woche“, blickte Brigitte Hochstein dabei auf die Dreharbeiten zurück. „Vom ersten Anruf des Senders bis zum Abschluss der Dreharbeiten hatten wir jede Menge zu tun.“

Die Aufregung hatte damals schon damit begonnen, dass die Familie gerade im Urlaub an der Nordsee war, als dieser Anruf kam. Daraufhin musste der Urlaub für die Vorbereitungen erstmal unterbrochen werden. Zum Dreh der Homestory, in der Thomas Hochstein zu Beginn der Sendung sich und sein Lokal vorstellt, war auch Profikoch Mike Süsser mit dabei. Der sei wirklich ausgesprochen nett. „Daher hat alles wirklich viel Spaß gemacht, auch wenn man natürlich ein bisschen aufgeregt war“, sagt Thomas Hochstein.

Das Urteil des Profis

Bekocht hat der Wenholthauser Gastronom seinen prominenten Kollegen mit Zander auf mediterranem Gemüse und Gnocchi. Viel zu kritisieren hatte Süsser dabei nicht. Er persönlich hätte zwar kein Mehl zum Braten des Fischs genommen und er hätte Hochstein eine modernere Handschrift am Teller zugetraut - das war’s. Ansonsten gab es vom Profi ausschließlich Lob. Und zwar nicht nur für das Ergebnis auf dem Teller, sondern auch für das Haus Hochstein und das Ambiente an sich. Süßer war beeindruckt, angesichts der Tatsache, dass der Betrieb seit dem Jahr 1872 inzwischen in der fünften Generation von den Hochsteins geführt wird. Auch vom Konzept des Hauses mit der rustikalen Hubertusstube und dem modernen und stilvollen Antons 1872 war Süsser angetan.

Angst vor dem Besuch des Fernsehkochs hatte Thomas Hochstein nicht: „Wir sind etwa im selben Alter und beide gleich lange im Beruf“, sagt Hochstein. Nur Süsser arbeite eben auch fürs Fernsehen. „In der Küche wissen wir beide, was wir tun.“

Der Besuch der Mitbewerber

So richtig ernst wurde es für die Hochsteins dann mit dem Besuch der vier anderen Gastronomen. Schließlich waren sie angerückt, um das Lokal und die Kochkünste kritisch unter die Lupe zu nehmen. Beteiligt hatten sich an der Sauerlandwoche neben dem Haus Hochstein: „Troll’s Brauhaus“ aus Medebach, das „Mö“ vom Möhnesee, der „EssBahnhof“ aus Grevenbrück und „Bei Möppi“ aus Winterberg. Zum Dreh in Wenholthausen waren sie mit hohen Erwartungen angerückt. Schnell zeichnete sich dabei ab, was am Ende Gewissheit werden sollte: das Haus Hochstein wird Chancen auf einen Sieg der Sauerland-Woche haben. Zwar gab es auch Kritik. Darauf fußt allerdings auch das Konzept der Sendung.

Bemängelt wurden jedoch lediglich Kleinigkeiten: etwa die fehlende Würze der Rinderkraftbrühe. Mit einem charmanten Lächeln nahm Thomas Hochstein die Kritik zur Kenntnis und hatte die Erklärung parat: Diese Suppe werde in der Regel von älteren Menschen bestellt und die hätten ein anderes Salzempfinden. Nachsalzen könne man ja bei Bedarf auch am Tisch. Und im eingeblendeten Kommentar von Mike Süsser bekam der Wenholthauser sogar Recht.

Wenig zu kritisieren

Mit viel Sympathie nahm Hochstein auch die anderen Kritikpunkte hin: Für den einen hätte die Ziegenfrischkäsepraline noch ein bisschen mehr nach Ziegenkäse schmecken können, dem anderen war die Espuma nicht schaumig genug. Zum größten Fauxpas zählte, dass das Rinderfilet leicht vom bestellten „medium“ zu „medium rare“ tendierte. „Ich kann mit der Kritik umgehen“, sagt Hochstein. Er sei sogar dankbar für dieses Feedback, betont er. Das sei ja auch einer der Gründe, warum er bei der Sendung mitgemacht habe. Am Ende des Tages waren die Mitbewerber vom Haus Hochstein jedenfalls rundum begeistert. Von zehn möglichen Punkten vergaben sie einmal zehn und drei Mal neun Punkte. Damit hätte es besser kaum laufen können.

„Und bei der ganzen Sache habe ich dann nebenbei auch noch 30 Essen à la carte rausgebracht“, sagt Thomas Hochstein beim Public Viewing und lacht. In der gemütlichen Hubertus-Stube herrschte beste Stimmung beim gemeinsamen Ansehen der Sendung. An der Theke saßen ältere Herrschaften und ließen sich von Vater Hubert Hochstein bedienen. „Wir sind zum Gucken extra aus Bumbach hergekommen“, erklären sie und meinen damit den Schmallenberger Ortsteil Kirchrarbach.

In einem anderen Raum saß ein Stammtisch, zu dem auch die Konditorin des Hauses, Ingrid Osebold, gehört, die in der Sendung ebenso wie die Hochsteins eine gute Figur machte. Der dritte Raum der Gastwirtschaft war besetzt mit Freunden und Hausgästen, die zusammen mit Wirtin Brigitte Hochstein vor dem dritten extra aufgestellten Fernseher saßen.

Neue Freunde gewonnen

Dass Hochsteins den goldenen „Mein Lokal, Dein Lokal“-Teller ins heimische Wenholthausen holen würden, war den Gästen zum Zeitpunkt des Public Viewings noch gar nicht bekannt. Schließlich fehlte zum einen noch das Ergebnis der Freitags-Sendung aus dem „Mö“, zum anderen fehlten die Punkte, die Mike Süsser am Ende verteilt. Hier gab es weitere sieben für die Hochsteins. Mit 44 Punkten und einem deutlichen Vorsprung haben sie damit die Konkurrenz hinter sich gelassen. Ein Sieg, über den sich Thomas Hochsteins selbstverständlich freut. Zwei weitere Dinge freuen ihn aber ebenso: „Wir Gastwirte haben uns super verstanden und es sind neue Freundschaften entstanden“, sagt er. Zum anderen, und das sei von Anfang an das erklärte Ziel aller Beteiligten gewesen, habe man erfolgreich und gut das Sauerland präsentiert.

  • Diese Gerichten hat das Haus Hochstein in der Sauerland-Woche aufgetischt.
  • Vorspeisen: Ziegenfrischkäsepralinen an Roter Beete, Carpaccio di Rapa, Gelbes Paprikasüppchen und Rinderkraftbrühe.
  • Hauptgerichte: Gebratene Garnelen an Knoblauchspaghetti, Zanderfilet auf mediterranem Gemüse, Surf & Turf Rinderfilet mit Riesengarnelen und Carsegal Rinderfilet.
  • Dessert: Ananas-Carpaccio mit Himbeerparfait, Espuma mit karamellisierter Vanillecreme, Himbeer-Mascarpone und geeiste Limonencreme mit frischen Beeren.
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