Tourismus

Meschede: Wie die MS Hennesee die Corona-Saison übersteht

Alexa und Helmut Kreienbaum an der Schiffsglocke der MS Hennesee. Aufgrund der Corona-Pandemie können sie nur 50 Prozent der Plätze auf dem Tisch besetzen.

Alexa und Helmut Kreienbaum an der Schiffsglocke der MS Hennesee. Aufgrund der Corona-Pandemie können sie nur 50 Prozent der Plätze auf dem Tisch besetzen.

Foto: Christina Schröer

Meschede.  Die MS Hennesee zieht trotz niedrigem Pegelstand jeden Tag ihre Runden. Alexa Kreienbaum spricht über Sorgen und Nöte in der Corona-Saison.

Alexa und Helmut Kreienbaum schippern mit der MS Hennesee fast seit einem Vierteljahrhundert über den Hennesee. Bei Sonne, Regen, hohem und niedrigem Pegelstand und auch während der Corona-Pandemie. Das hätten sie sich allerdings beinahe anders überlegt. Im Interview spricht Alexa Kreienbaum über die etwas andere Sommersaison.

Frage: Der Corona-Sommer liegt hinter ihnen und der MS Hennesee. Wie lief’s denn nun?

Alexa Kreienbaum: Wenn wir uns jetzt beschweren würden, wäre das absolut falsch. Die Saison war natürlich kein Highlight verglichen mit den Vorjahren. Aber ganz so hart wie andere hat es uns sicher nicht getroffen, auch wenn wir weniger Fahrgäste hatten. Wir dürfen ja nur noch die Hälfte an Gästen mitnehmen, mussten wie jede andere Gastronomie Tische sperren, um die Mindestabstände einhalten zu können. Um das auffangen zu können, haben wir in dieser Saison alle Rabatte streichen müssen. Wer ein normales Ticket vor Ort kauft zahlt zehn Euro für die einstündige Rundfahrt, Kinder zahlen fünf Euro.


Hat das mit dem Einhalten der Corona-Regeln denn gut funktioniert?

Bei uns desinfiziere ich die Hände der Gäste gleich am Eingang selbst mit einer Sprühflasche, so kann es keiner vergessen. Und natürlich müssen die Gäste ihren Mundschutz tragen, wenn sie sich auf dem Schiff bewegen. Am Tisch dürfen sie den aber auch bei uns abnehmen. Alles in allem gab es kaum Probleme mit der Einhaltung der Regeln.


Was waren denn ihre größten Sorgen in dieser Saison?

Im Mai wollten wir eigentlich aufhören. Für eine Handvoll Leute zu fahren, hat einfach keinen Sinn gemacht. Aber irgendwas in uns hat gesagt, dass wir weitermachen müssen.

Zum Glück. Dadurch, dass wir mit den Hotels hier zusammenarbeiten, hatten wir ab Juni doch schon wieder mehr Gäste. Wenn es so wie im Mai geblieben wäre, wär’s ne harte Nuss geworden aber so wie es jetzt ist, können wir ganz gut damit leben. An sonnigen Tagen sind die möglichen 50 Prozent Auslastung oft voll ausgebucht.


Gab es rückblickend besonders schwierige Situation oder corona-bedingte Probleme mit Gästen?

Nein, richtig schwierig war eigentlich nichts. Natürlich tanzt immer mal jemand aus der Reihe, wirkliche Probleme gab es aber nicht. Es kommt schon öfters vor, dass die Gäste vorab fragen, ob sie die Maske denn auf der gesamten Fahrt auflassen müssen. Aber das ist ja Gott sei Dank nicht der Fall.


Haben Sie während Corona eine Veränderung des See-Tourismus wahrgenommen?

Ich merke an den Kontaktlisten, dass unheimlich viele, vermeintliche Tagestouristen zu uns an den Hennesee kommen. Natürlich kommen auch weiterhin viele Holländer. Aber es sind definitiv mehr Gäste aus dem Ruhrgebiet geworden. Das wiederum liegt sicher an der Ruhrtopcard. Da sind wir schließlich auch vertreten und vom Ruhrgebiet aus hat man eine gute Anbindung ans Sauerland.


Durch die Dammsanierung ist der Pegel des Sees sehr niedrig. Beeinträchtigt sie das?

Sie haben in ihrer Zeitung mal geschrieben, dass der See diesen Sommer abgelassen wird. Seither rufen ständig Menschen an und fragen, ob wir überhaupt fahren können, wenn kein Wasser im See sei. Aber das Wasser ist ja da und der Pegel geht ja jedes Jahr etwa soweit runter. Also nein, eigentlich beeinträchtigt uns der niedrige Wasserstand nicht. Die einzige Einschränkung ist, dass wir Mielinghausen aktuell nicht mehr anfahren können. Dafür drehen wir, wie immer bei Niedrigwasser, eine extra Schleife am Damm, so können sich die Gäste auch ein Bild von den Arbeiten dort machen.


Und wie lange geht die Saison nun noch?

Wenn der Pegel aufgrund der Trockenheit noch weiter sinkt, müssen wir überlegen, ob die Saison für uns tatsächlich erst Ende Oktober endet. Irgendwann ist es nämlich nicht mehr möglich, die Gäste sicher ein- und aussteigen zu lassen. Aber wir fahren natürlich so lange, wie es eben möglich ist.

Kurz und Knapp:

Meine liebste Jahreszeit am Hennesee ist…die ganze Saison ist wunderbar!

Schippern würde ich gerne mal… nirgendwo anders als auf dem Hennesee.

Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt die ist…. Arbeit, die man sehr gerne macht.

Außerhalb der Saison…. ist absolute Winterruhe.

Der Hennesee ist….. ein sehr, sehr schöner Ort zum Relaxen.

Steckbrief:

Alexa Kreienbaum und ihren Mann Helmut verbindet die Liebe zur MS Hennesee, die sie auch „ihr Mädchen“ nennen.

Die beiden leben in Sundern-Enkhausen. Seit 24 Jahren fahren sie auf der MS Hennesee.

Information:

Aktuell fährt die MS Hennesee immer um 10.30 Uhr, 12 Uhr, 13.30 Uhr, 15 Uhr, 16.30 Uhr. Die Rundfahrt dauert eine Stunde.

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