Justiz

Mescheder fällt sturzbetrunken vom Rad und beleidigt Polizei

Vier Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 1000 Euro: Das Urteil gegen einen 42 Jahre alten Mann aus Meschede wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr und Beleidigung von Polizisten.

Vier Monate Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 1000 Euro: Das Urteil gegen einen 42 Jahre alten Mann aus Meschede wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr und Beleidigung von Polizisten.

Foto: Kleinrensing

Meschede.   Vor Antritt seiner Haftstrafe lässt es ein Mescheder noch mal richtig krachen - und wird wegen Trunkenheit und Beleidigungen wieder verurteilt.

Sturzbetrunken war ein 42 Jahre alter Mescheder auf der Briloner Straße – buchstäblich. Er war so betrunken, dass er noch vom Netto-Supermarkt auf die andere Straßenseite in Richtung Heinrichsthal kam, etwas fahren konnte und dann in den Straßengraben stürzte. Wohlgemerkt: Mit dem Fahrrad.

Schon 27 Vorstrafen

Wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Straßenverkehr (was man eigentlich nur von Autofahrern kennt) und Beleidigung von Polizisten wurde der Mann vom Amtsgericht Meschede zu vier Monaten Haft auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 1000 Euro verurteilt.

Ins Gefängnis musste er trotzdem erst einmal wieder: Er sitzt noch eine andere Strafe ab, deren Bewährung widerrufen worden war. Richter Dr. Sebastian Siepe verzichtete darauf, alle Vorstrafen vorzulesen – bei 27 Vorstrafen hätte das viel zu lange gedauert. Die aus den letzten Jahren waren wegen Beleidigungen, Diebstählen, Betrugs und Drogenbesitzes.

Vor der Haft noch Abschiedsparty

Eines der zwei kleinen Kinder des Mannes hatte ausgerechnet am Gerichtstag Geburtstag – aber Papa musste ja zurück in den Knast. „Eines Ihrer Kinder leidet heute ganz besonders“, meinte Richter Siepe.

Er sagte über den Angeklagten, dass es bei ihm in der Vergangenheit nie geklappt habe mit Bewährungsstrafen. Dennoch gab er ihm ein allerletztes Mal eine Chance: „Ich hoffe, Sie belehren mich nicht eines Besseren.“ Denn zumindest jetzt habe der Mann nach dem Gefängnis Hoffnung auf eine Arbeitsstelle, außerdem will er Meschede verlassen, um sein schwieriges soziales Umfeld hier aufzugeben. Ein Neustart also?

Abschiedsparty mit dem Kumpel

Es war eine dusselige, vollkommen überflüssige Geschichte im Juni. Seine Mutter wollte ihn eigentlich, sagte er zumindest vor Gericht, am nächsten Morgen zum überfälligen Antritt seiner Haftstrafe ins Gefängnis fahren. Und was macht der Mann zuvor abends? Feiert mit einem Kumpel „die große Abschiedsparty“, wie er sagte. Und mit mehreren Flaschen Schnaps. Und mit Drogen.

Später wurden bei ihm 1,7 Promille gemessen, außerdem der Konsum von Cannabis und Amphetaminen festgestellt. Um noch mal einzukaufen, war der 42-Jährige dann aufs Fahrrad gestiegen. Ein Zeuge am Supermarkt, der ihn torkelnd („der hatte Schwierigkeiten, sich auf den Beinen zu halten“) und dann stürzend sah, rief die Polizei. Die stellte fest, dass ein Haftbefehl offen war. Noch am Abend wurde er in die JVA nach Werl gebracht.

Ausfallend bei Fahrt ins Gefängnis

Von dem Abend wusste er nichts mehr. Vergessen hatte er nicht nur die Sauftour, sondern auch seine Beleidigungen gegenüber den Polizisten danach. Und die begannen in der Wache, als er nach Werl gebracht werden sollte: Das ganze Repertoire an Beschimpfungen, das Polizisten kennen, sagte ein 38 Jahre alter Beamter: „Die Fahrt nach Werl war sehr unterhaltsam“, sagte er sarkastisch.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Haftstrafe: Bewährungsstrafen habe der Mann immer missachtet. Verteidiger Otto Entrup sah das anders: Es sei doch „unverhältnismäßig für die Staatskasse“, den Mann erneut ins Gefängnis zu schicken, wo er gerade die Chance auf einen Arbeitsplatz habe.

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