Umweltschutz

Ins Mescheder Rathaus zieht der Blaue Engel ein

Meschedes Verwaltung setzt künftig bei ihrem Papier, das sie verwendet, auf den Blauen Engel. Das hat der Stadtrat beschlossen

Meschedes Verwaltung setzt künftig bei ihrem Papier, das sie verwendet, auf den Blauen Engel. Das hat der Stadtrat beschlossen

Foto: Jürgen Kortmann

Meschede.  Auf Antrag der Grünen wird in der Stadtverwaltung in Meschede auf das Umweltzeichen „Blauer Engel“ gesetzt. Von der FDP gibt es Spott dafür.

In der Mescheder Stadtverwaltung wird künftig verpflichtend Recyclingpapier mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ eingesetzt. Der Stadtrat folgte einem entsprechenden Antrag der Grünen.

„Die Welt ist heute anders“, sagt der Bürgermeister

Grünen-Sprecherin Mechthild Thoridt begründete ihren Antrag als Beitrag der Stadt zum Klima- und Umweltschutz. Bislang verwendet die Stadt Papier mit dem Siegel PEFC, das für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung steht – aber keine Anforderungen an den Produktionsprozess stellt. Der „Blaue Engel“ soll laut Grünen in der Produktion des Papiers im Vergleich zu Frischfaserpapier 70 Prozent Wasser und 60 Prozent Energie einsparen.

In der Vergangenheit hatte die Stadt eine Papierumstellung vermieden, weil die Druckerhersteller, mit denen die Verwaltung Wartungsverträge hat, die Verwendung von Recyclingpapier ablehnten.

Das hat sich geändert: „Die Welt ist heute anders“, sagte Bürgermeister Christoph Weber. Zwar ist der Verschleiß und die Verschmutzung der Geräte noch etwas höher, die Papierqualität und die Druckergebnisse seien aber inzwischen einwandfrei.

Papiereinkauf wird teurer

Der Papiereinkauf wird mit dem „Blauen Engel“ teurer für die Stadt: Um 1500 Euro für die Stadtverwaltung, um 2300 Euro für die Schulen, so Kämmerer Jürgen Bartholme. Die Schulen bleiben bei der verpflichtenden Umstellung allerdings erst einmal außen vor, weil sie eigene, bereits verabschiedete Finanz-Budgets haben: An sie wird aber appelliert, ebenfalls umzustellen.

Gegen die Umstellung stimmten die beiden FDP-Ratsmitglieder. Dr. Jobst Köhne befürwortete zwar aus Umweltaspekten ebenfalls eine Umstellung. Köhne nannte es aber „vollkommen lächerlich“, dass ein Stadtrat einer Stadtverwaltung per Beschluss vorgebe, welches Label auf ihrem Büropapier stehen solle – das könne eine Verwaltung auch selbst entscheiden: „Geben wir künftig auch vor, welches Toilettenpapier oder welche Bleistifte verwendet werden sollen?“

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