Gericht

Mescheder wegen Morddrohung auf der Anklagebank

Ein hölzerner Hammer liegt auf der Richterbank in einem Verhandlungssaal

Ein hölzerner Hammer liegt auf der Richterbank in einem Verhandlungssaal

Foto: Uli Deck / picture alliance/dpa

Meschede.  Ein 38-jähriger Mescheder soll seinem Chef mit dem Tod gedroht haben. Der Streit landete vor Gericht. Ein Gesprächsprotokoll gibt Aufschluss.

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Eine Morddrohung steht im Raum. Ausgesprochen haben soll sie ein 38-jähriger Mescheder im Streit mit seinem damaligen Chef - am Telefon. Grund für den Streit: Der 38-Jährige zweifache Familienvater hatte zunächst zwei Tage als Pizzataxi-Fahrer für das Mescheder Lokal zur Probe gearbeitet, anschließend arbeitete er noch weitere fünf Tage dort. „Dann habe ich gesagt, dass ich angemeldet werden und Geld sehen möchte“, erklärt der Angeklagte dem Richter, wie es zu der heftigen Auseinandersetzung am Telefon am 1. August dieses Jahres kam. Anschießend fielen sehr viele Schimpfwörter, wie der Angeklagte einräumte. Mit dem Tod bedroht habe er seinen mittlerweile ehemaligen Chef aber nicht.

Laut Protokoll der Polizei

„Bei der Vernehmung durch die Polizei haben Sie laut Protokoll aber etwas anderes gesagt“, hielt der Richter dem Angeklagten vor. Der entgegnete darauf nur: „Nein, das stimmt nicht. Warum die das darein geschrieben haben, weiß ich nicht.“

Der Inhaber des Imbisses hatte das Telefonat jedoch aufgezeichnet und der Polizei später vorgespielt. Richter Dr. Sebastian Siepe las einen Teil des Gesprächsprotokolls während der Verhandlung laut vor. Zwar fiel nicht der konkrete Wortlaut „ich bringe dich um“, aber das Wort „tot“ fiel laut Protokoll an einer Stelle.

Auslöser während des Telefongesprächs war wohl, dass der ehemalige Chef dem Angeklagten angedroht hatte, ihn wegen Beleidigung bei der Polizei anzuzeigen.

Wegen Geringfügigkeit

Nach der Beweisaufnahme waren sich Richter und Staatsanwaltschaft einig. Das Verfahren wurde nach Paragraf 153 eingestellt - von der Verfolgung wird wegen Geringfügigkeit abgesehen.

Eine arbeitsrechtliche Auseinandersetzung vor Gericht wird vermutlich noch folgen, wie der Angeklagte und sein Anwalt deutlich machten.

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