Wirtschaft

Mescheder Wirtschaft blickt besorgt auf Fachkräftemangel

Rund 350 Zuhörer verfolgten die Ansprachen und genossen im Anschluss den lockeren Austausch im Abteiforum auf dem Klosterberg.

Rund 350 Zuhörer verfolgten die Ansprachen und genossen im Anschluss den lockeren Austausch im Abteiforum auf dem Klosterberg.

Foto: Ute Tolksdorf

Meschede.   Beim Empfang von IMW und Stadt Meschede wurde Meinolf Ewers (IMW) sehr direkt: „Wir müssen alles ausbilden, was nicht bei drei auf dem Baum ist.“

„Wir müssen alles aus- und weiterbilden, was bei drei nicht auf den Bäumen ist“, mit diesen markigen Worten hat Freitagabend der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Mescheder Wirtschaft (IMW), Meinolf Ewers, auf den Facharbeitermangel hingewiesen. „All das, was wir heute erleben, ist nur ein Vorspiel.“

Mehr als 300 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Ehrenamt waren der Einladung zum Neujahrsempfang von IMW und Stadt Meschede ins Abteiforum auf dem Klosterberg gefolgt.

Begrüßt wurden sie auch von Bürgermeister Christoph Weber, der auf die gute Entwicklung der Stadt hinwies. Eine Situation, die man sowohl der guten Wirtschaftslage und der damit verbundenen hohen Gewerbesteuerzahlungen zu verdanken habe als auch dem hohen privaten Einsatz im Ehrenamt. Er sagte: „Ich denke, wir haben Grund, zufrieden und ein wenig stolz zu sein.“

Meinolf Ewers goss ein wenig Wasser in den Wein, indem er darauf hinwies, dass es auch die IMW gewesen sei, die bei den letzten Haushaltsberatungen darauf gedrängt habe, die Gewerbesteuern nicht zu erhöhen, „was sich letztlich als richtig erwiesen hat.“

Drastische Worte fand er für den drohenden Fachkräftemangel: „Es wird so schlimm werden, dass Mescheder Unternehmen Aufträge nicht annehmen können, weil ihnen das Personal fehlt. Mescheder Hausbesitzer werden verzweifelt YouTube nach Lehrfilmen durchsuchen, wie man eine Toilettenspülung repariert, weil kurzfristig kein Handwerker Zeit hat, die Sache in Ordnung zu bringen.“

Man müsse daher „wirklich jede Maßnahme“ ergreifen, um diesem Fachkräftemangel, der spätestens wenn die Baby-Boomer in Rente gingen, bedrohliche Ausmaße annehmen werde, entgegenzuwirken. So müssten Ausbildungsbetriebe neue Gruppen viel stärker in den Fokus nehmen: von Behinderten, über Studien- und Ausbildungsabbrecher, bis zu älteren Ungelernten und Flüchtlingen.

Kreis will Ausbildung verlagern

Aber auch die Schulträger hätten das Problem noch nicht erkannt, kritisiert er. So habe der Kreis erst nach dem energischen Einsatz „einiger Institutionen und Personen“ darauf verzichtet, die schulische Lehrlingsausbildung für technische Berufe nach Arnsberg und Olsberg zu verlagern.

Rund 650 Auszubildende aus dem produzierenden, gewerblich-technischen Bereich wären laut Ewers betroffen gewesen. „In letzter Minute konnte ein Moratorium erreicht werden. Doch grundsätzlich ist die Sache noch nicht vom Tisch.“

Daneben forderte er, dass auch die Lehrlinge von der Politik stärker gefördert werden könnten. „Es gibt Studenten- und Sozial-Tickets - warum gibt es kein Azubi-Ticket?“

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