Regionale Produkte

Meschederin braut ihr eigenes Bier

Christina Triefenbach präsentiert ihr erstes eigenes Pale Ale, das unter dem Namen „Clucking Hen“ verkauft wird.  Die Leidenschaft für das Brauen endteckte sie gemeinsam mit Ehemann Fabian.

Christina Triefenbach präsentiert ihr erstes eigenes Pale Ale, das unter dem Namen „Clucking Hen“ verkauft wird. Die Leidenschaft für das Brauen endteckte sie gemeinsam mit Ehemann Fabian.

Foto: Mareike Maack

Meschede.  Christina Triefenbach bringt unter dem Namen „Clucking Hen“ Spezial-Biere auf den Markt. Bald soll es sie in heimischen Supermärkten geben.

Es riecht nach Hopfen und Malz. Es riecht nach Bierproduktion. Nein, wir befinden uns nicht auf dem Gelände der Veltins-Brauerei in Grevenstein, sondern im Keller von Christina Triefenbach aus Meschede. Die 33-Jährige ist in die Bierproduktion eingestiegen, hat gerade ihr erstes eigenes Bier auf den Markt gebracht.

Der Brauerei Veltins will sie allerdings keine Konkurrenz machen - Triefenbach betreibt nämlich das so genannte Kreative Brauen, sie konzentriert sich auf die Herstellung von Spezial-Bieren in verschiedenen Geschmacksrichtungen. „Das ist also etwas ganz anderes“, erklärt die Meschederin.

Verschiedene Geschmacksrichtungen

Christina Triefenbach ist in Meschede aufgewachsen und zur Schule gegangen. Beim Ausgehen war Bier allerdings nie ihr Lieblingsgetränk: „Pils hat mir einfach persönlich nie besonders gut geschmeckt. Es war einfach nicht mein Ding“, sagt sie.

Dann zog sie mit ihrem heutigen Ehemann Fabian in die im Nordwesten Belgiens gelegene Hafenstadt Gent. Dort entdeckte die Meschederin ganz andere Biersorten. Viele von ihnen fruchtiger oder malziger als Pils. Christina Triefenbach schmeckten die spezielleren Biere einfach besser. Die verschiedenen Geschmacksrichtungen interessieren sie. „Ich habe damals ganz verschiedene Sorten mit den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen kennengelernt. Viele davon fand ich sehr lecker.“ Ihre Meinung über Bier ändert sich.

Ein paar Jahre später geht es für das Paar weiter nach Aachen. Die Leidenschaft für die kreativeren Biersorten bleibt. Gemeinsam mit ihrem Mann schafft sich Christina Triefenbach einen großen Kochtopf und einen Gaskocher an. In der Aachener Wohnung braut das Paar sein erstes eigenes Bier. 35 Liter passten damals in den Kochtopf.

Zurück in die Heimat

Nach acht Jahren in Gent und Aachen zieht es Christina und Fabian Triefenbach dann zurück nach Meschede „Es ist für uns einfach Heimat. Hier ist unsere Familie, wir lieben die Natur hier… und auch der Schnee hat uns wieder nach Meschede gezogen“, sagt Christina Triefenbach und lacht. Mit umgezogen ist die Leidenschaft fürs Bierbrauen. Der 35-Liter-Kochtopf dient jetzt noch für kleine Tests, für Biere die ganz am Anfang der Entwicklung stehen.

Das neue Haus in Meschede hat einen großen Keller mit viel Platz. Es entsteht ein eigener kleiner Brau-Keller mit großen Braukesseln. 90 Liter können dort bald produziert werden. Auch das ist zum Testen neuer Rezepturen gedacht.

Im größeren Stil produziert wird dann über eine externe Brauerei - so war es auch bei Christina Triefenbachs erstem eigenen „Craft Beer“ (so werden Biere genannt, die handwerklich von einer unabhängigen Brauerei erzeugt wurden), einem „Rye Pale Ale“. Unter dem Namen „Clucking Hen“ sollen die Biere der Meschederin bald in den Regalen von heimischen Supermärkten stehen.

„Clucking Hen“ heißt übersetzt soviel wie „Gluckende Henne“, das Rye Pale Ale ist angereichert mit einer ordentlichen Portion Roggen. Als Triefenbach, die mittlerweile hauptberuflich Bier braut, das perfekte Rezept für ihr Craft Beer gefunden hatte, ging es an eine kleine Brauerei nach Belgien.

Die hat für die Meschederin dann erstmal 1000 Liter für den ersten Verkauf produziert. „So viel ist bei uns im Keller nicht möglich“, sagt sie. Acht Wochen dauerte der Brau- und Gärprozess, denn das Bier reifte noch in der Flasche weiter. Mittlerweile ist es aber fertig und zurück in Meschede angekommen.

Online-Verkauf läuft

Erhältlich ist es online unter www.clucking-hen.de und im Mescheder Postkeller. „Dort hat man mir schon gesagt, dass das Bier gut ankommt. Das freut mich natürlich“, so Triefenbach. Zu erkennen ist das Bier am Etikett, da ist natürlich eine Henne drauf und an der Seite stehen Name und Adresse der Meschederin.

Die ist stolz auf ihr erstes selbst produziertes Bier und auch auf die Optik: Etikett und Verpackung stammen nämlich auch aus Eigenproduktion: „Mein Bruder hat ein Kreativ-Büro, das passte also perfekt.“ So gibt es das Sixpack in bedruckter Pappe und der Kasten ist aus Holz - alles eben ein bisschen kreativer. Im Mescheder Keller von Christina Triefenbach starten bald die Tests für neue Biersorten.

Viele Hopfensorten

Die 33-Jährige experimentiert gerne mit verschiedenen natürlichen Zutaten, die geschmacklich zu einem Bier passen könnten: Spezielle Malze und Hefekulturen, Aromahopfen, Früchte oder Gewürze kommen zum Einsatz. „Man kann da viel spielen. Nimmt man nur ein anderes Malz, das ein bisschen mehr geröstet ist, schmeckt das Bier zum Beispiel karamelliger und bekommt einen rötlichen Farbton“, so Christina Triefenbach. Es gebe zudem viele Hopfensorten, die alle ein anderes Aroma haben.

„Ich teste aber auch gerne verschiedene Früchte, auch aus dem eigenen Garten. So habe ich auch mal Äpfel dazugegeben. Herausgekommen ist ein Sauerbier, das in Richtung Apple-Cider geht.

Weizenbier mit Weinaroma

Fünf bis sechs Biere will die Meschederin in nächster Zeit produzieren und sie verrät auch schon, wo die Reise geschmacklich hingehen soll: „Das Nächste wird wahrscheinlich ein Weizenbier, das Aroma erinnert aber auch an Weißwein, ein anderes könnte in Richtung ‘Moscow Mule’ gehen, also Ingwer und Limette beinhalten.“ Näheres bleibt aber noch ein Geheimnis, so auch der Name des nächsten Bieres. „Clucking Hen“ ist übrigens der eigenen gluckenden Henne im Garten der Triefenbachs zu verdanken. Die liebt Getreide, genauso wie Christina Triefenbach.

Folgen Sie der WP Meschede auch auf Facebook!

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben