Gastronomie

Meschedes erstes China-Restaurant schließt Anfang 2018

Das Kam-Loon, das erste China Restaurant, das vor fast 35 Jahren in Meschede eröffnet wurde, schließt Anfang 2018. Mit großer Dankbarkeit und mit Wehmut aber blicken Inhaber Jee Nam Chan und seine Kinder  Kevin, Jasmina und Timm (von links), zurück. Auf dem Bild fehlen die Töchter Bianca und Lilian.

Foto: Ute Tolksdorf

Das Kam-Loon, das erste China Restaurant, das vor fast 35 Jahren in Meschede eröffnet wurde, schließt Anfang 2018. Mit großer Dankbarkeit und mit Wehmut aber blicken Inhaber Jee Nam Chan und seine Kinder Kevin, Jasmina und Timm (von links), zurück. Auf dem Bild fehlen die Töchter Bianca und Lilian. Foto: Ute Tolksdorf

Meschede.   Vor 35 Jahren eröffnete Rita Lo in Meschede das erste China-Restaurant. Nach ihrem Tod machten die Kinder weiter. Jetzt haben sie eigene Pläne.

Die ersten Gäste kamen neugierig, zögerlich, doch dann zunehmend begeistert. 1983 hatte Rita Lo mit ihrem damaligen Mann das erste China-Restaurant Meschedes eröffnet. Zum Anfang des kommenden Jahres - fast 35 Jahre später und nach einer wechselvollen Geschichte - schließt das Kam-Loon Anfang 2018 seine Türen für immer.

„Wir sind darüber alle sehr traurig“, erklärt Geschäftsführerin Jasmina Joachimsmeier, die nach dem Tod der Mutter ihr Studium abbrach und eine Ausbildung zur Restaurant-Meisterin bei der IHK Frankfurt absolvierte. „Aber wir haben mittlerweile alle unsere eigene Familie, unsere eigenen Berufe.“ Ein China-Restaurant lasse sich nicht nebenbei führen. „Alles muss dokumentiert werden. Das kostet sehr viel Zeit“, sagt die Mutter von zwei kleinen Kindern.

Eingesprungen als Zwischenlösung

Gleichzeitig sei es immer schwerer geworden, passende Arbeitskräfte zu finden. „Nach dem Abschluss seiner Lehre ist mein jüngster Bruder Kevin damals mit in der Küche eingestiegen. Eigentlich als Zwischenlösung. Daraus wurden vier Jahre. Wenn er jetzt keinen Neustart wagt, wird es für ihn schwierig.“ Als jetzt die Verlängerung des Mietvertrages anstand, habe sich die Familie zusammengesetzt und gemeinsam entschieden: „Wir hören auf.“

Auch ihr Stiefvater Jee Nam Chan blickt mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Zukunft. „Gastronomie ist ein hartes Geschäft“, sagt der 53-jährige Chinese, der in Malaysia aufwuchs und seitdem er 18 Jahre alt ist, in Deutschland arbeitet. Urlaub gab es kaum, Weihnachten feierte die Familie quasi im Restaurant.

Dank an viele Stammgäste

Er habe sehr viel Glück gehabt im Leben, sagt er und zeigt auf seine Kinder und das Restaurant. „Ich habe hier Stammgäste - vom Enkel bis zur Großmutter bedient. Ich sage: Danke Meschede.“ Jetzt müsse er loslassen. Seine Schwestern in Kuala Lumpur und Singapur mal länger als eine Woche zu besuchen, sei ein Traum. „Und sehen Sie, meine Frau starb mit 51 - ich will noch etwas haben vom Leben, von meinen Kinder und Enkeln. Mit dem Alter kommen die Krankheiten.“

Seine Frau Rita Lo war Hagenerin. Mit ihrem ersten Mann suchte sie 1983 ein passendes Lokal und stieß auf ein neu errichtete Geschäftshaus an der Arnsberger Straße 22. Exotisch fanden die Mescheder das Essen damals, weiß Jasmina Joachimsmeier aus Erzählungen. „Auch wir Kinder, waren die einzigen Asiaten weit und breit und deshalb schnell überall bekannt. Dass unsere Mutter Deutsche war, half manches Vorurteil zu überwinden.“

Tod der Mutter

1989 starb der erste Mann von Rita Lo bei einem Autounfall. Sie heiratet erneut. 2010 der zweite Schicksalsschlag für die Familie: Rita Lo erkrankte an Krebs und starb. Nach ihrem Tod hielten die Kinder zusammen. Die Familie wurde von treuen Angestellten wie Eda Doury unterstützt. „Das Geschäft musste weitergehen. Wir hatten damals unsere Mutter verloren. Wir konnten nicht auch noch das Restaurant, quasi unser Zuhause, verlieren“, erinnert sich Jasmina Joachimsmeier. „Doch mittlerweile haben wir alle unser eigenes Leben.“

>>>HINTERGRUND

Das Restaurant Kam-Loon (Goldener Drache) wurde am 25. Juni 1983 von Rita Lo und ihrem ersten Mann an der Arnsberger Straße 22 eröffnet.

Im November 1992 erfolgte der Umzug in die Beringhauser Straße in die größeren Räume des ehemaligen „Knippen-Ecks”. Die jetzige Adresse Beringhauser Straße 17 liegt mitten im Mescheder Stadtzentrum, hat aber kostenlose Parkplätze direkt vor dem Restaurant.

Nach dem Tod von Rita Lo im Januar 2010 ist ihr zweiter Mann, Chefkoch Jee Nam Chan, der alleinige Inhaber, die Geschäftsführerin ist Tochter Jasmina Me-Lan Joachimsmeier.

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