Ermittlungen

Milch in der Wenne : Jetzt ermittelt die Polizei

Bei Grimminghausen in Schmallenberg ist immer wieder Milch in die Wenne geflossen. Der Grund dafür soll ein Fehlanschluss sein. 

Bei Grimminghausen in Schmallenberg ist immer wieder Milch in die Wenne geflossen. Der Grund dafür soll ein Fehlanschluss sein. 

Foto: Archiv/Privat

Grimminghausen.   Immer wieder färbte sich die Wenne weiß. Grund dafür soll ein Fehlanschluss sein. Zu wenig Sauerstoff im Wasser ist eine Gefahr für die Tiere.

Ein mysteriöser Fall in Grimminghausen: Immer wieder färbt sich die Wenne an einer Stelle milchig weiß. Milch plätschert durch eine Leitung in den Fluss - und das an mehreren Abenden, immer zwischen 18 und 19.30 Uhr, wie ein Augenzeuge berichtete.

Grund dafür soll ein Fehlanschluss bei einem landwirtschaftlichen Betrieb sein, sagte Martin Reuther, Pressesprecher des Hochsauerlandkreises.

Erstmals auf den Fall aufmerksam geworden sind die Behörden im April. In diesem Zeitraum wurde laut Informationen dieser Zeitung erstmals eine größere Menge Milch in den Fluss eingeleitet.

Reuther: „Es wurde bereits Anzeige erstattet“. Jetzt ermittelt die Polizei. Das bestätigte der Sprecher der Behörde im Hochsauerlandkreis, Holger Glaremin.

Flüssigkeit ist sauerstoffzehrend

„Bei dem Einleiten der Milch in die Wenne handelt es sich um eine Gewässerverunreinigung“, erklärtet Martin Reuther zum Fall aus Grimminghausen. „Da die eingeleitete Flüssigkeit sauerstoffzehrend ist und dadurch nicht mehr genug Sauerstoff im Wasser ist, kann das beispielsweise schädlich für die im Fluss lebenden Fische sein.“

Die Untere Umweltbehörde des Hochsauerlandkreises sei - neben Mitarbeitern der Stadt Schmallenberg - vor Ort gewesen. Durch einen Fehlanschluss werde nach ersten Erkenntnissen Abwasser aus einer Milchkammer in die Wenne eingeleitet - dieses sorge für die milchige Verfärbung.

„Es handelt sich dabei um eine städtische Leitung. Die Stadt Schmallenberg ist also in diesem Fall zuständig“, so Reuther. „Laut unseren Informationen hat die Stadt die Verantwortlichen bereits dazu aufgefordert, den Fehler zu beseitigen.“

Passiere das nicht, dann könne die Stadt Schmallenberg beispielsweise ordnungsrechtlich gegen die Täter vorgehen und vor Ort selbst einschreiten. Bedeutet: Die Stadt könnte den Fehlanschluss beseitigen, der Verursacher müsste die Rechnung zahlen.

Letzte Frist gesetzt

Dies ist nach Angaben der Stadt Schmallenberg bereits passiert. Ein Mitarbeiter sei vor kurzem vor Ort gewesen. Die Stadt habe in der vergangenen Woche einen Bescheid mit einer letzten Frist gestellt, laut dem der Fehlanschluss behoben werden muss, so ein Mitarbeiter der Städtischen Wasserversorgung.

Wie Polizeipressesprecher Holger Glaremin bestätigte, ist tatsächlich in diesem Fall Strafanzeige erstattet worden und die Ermittlungen der Polizei dauern an. „Laut unseren Erkenntnissen wurde dort Milch in einen Abfluss geschüttet - und dieser mündete in der Lenne. Dabei handelt es sich um eine Straftat.“

Beobachtungen schnellstmöglich melden

Pressesprecher Martin Reuther rät: „Wenn jemand einen derartigen Fall beobachtet kann er sich direkt an das Ordnungsamt vor Ort oder auch an die Untere Wasserbehörde beim Hochsauerlandkreis wenden.“

Laut Paragraf 324 Strafgesetzbuch wird jemand, der unbefugt ein Gewässer verunreinigt oder dessen Eigenschaften nachteilig verändert, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Handelt der Täter fahrlässig ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe.

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